Esther Bernhard, Materialien und Kopiervorlagen zur Klassenlektüre: Ein Channel für die Zukunft
„Für dieses Begleitmaterial wurde das Buch in drei chronologische Abschnitte gegliedert. Zu jedem dieser Abschnitte gibt es zunächst einen didaktischen Teil und anschließend Kopiervorlagen für die Schülerhand. Der Lehrerteil enthält Zusammenfassungen jedes Kapitels, Fragen zum Textverständnis und Anregungen zur kreativen Erarbeitung des Inhalts.“ (S. 3)
Auf 48 Seiten wird das Jugendbuch „Ein Channel für die Zukunft“ didaktisch für den Leseunterricht aufbereitet. Dabei werden den Unterrichtenden Fragen zum Textverständnis, anregende Fragen zum Thema und verschiedene Unterrichtsvorschläge angeboten.
Die wahren Monster humpeln nicht als wuchtige Gestalten über die Leinwand, sondern als amorphe Schreckgespinste durch die Seele.
Mutterland klingt ähnlich wie Muttertag sehr kämpferisch gutmeinend und kann letztlich nur mit Sarkasmus beschrieben werden. Mutterland ist auf den ersten Blick auch das gegenderte Vaterland, das mit einem patriotischen Weichzeichner porträtiert wird.
Gedichte können ohne jegliche Ordnung auskommen und wie gefallene Blätter durch den Garten strömen. Wenn man sie dann einzeln aufklaubt, merkt man, dass sie sich alle einem Baum, Zweig, ja sogar Andock-Punkt zuordnen lassen.
Wenn einem eine Geschichte schon Haltegriffe in Gestalt von Ortsnamen und Zeitangaben in den Beipackzettel steckt, dann sollte man diese Angaben nicht ignorieren. Diese äußeren Angaben sind kleine Guckfenster, um dadurch ins Innere der Erzählung zu schauen, die unter hohem Druck steht und wie in einem Reaktor mannigfaltige historische Prozesse ablaufen lässt.
Aufsehenerregende Romane sind oft für eine einzige Szene bekannt. Diese ist an und für sich überschaubar, breitet sich dann aber über ein ganzes Jahrhundert aus.
Maiandacht ist ein religiöses Zeremoniell, das in der öffentlichen Lesart gerade noch als Volksbrauch oder Meditationsübung durchgeht, in entlegenen Landesteilen aber vollends ins Archaisch-Mythische hineingreift. So ist der echte Maiandachtskult für den Tourismus noch immer tabu, wer ihn erkunden will, muss entweder Betroffener oder Forensiker sein.
Die Literatur von Wolf Haas ist eigentlich eine Tournee, bei der als Benefit für die Leser die Romane verteilt werden. Wenn jemand geh-schwach ist, kann er sich die Tournee auch ins Haus schicken lassen, eingehüllt in den Roman kommt ein Lesezeichen zum Vorschein, auf dem die wichtigsten Lesungen des Wolf Haas aufgezählt sind.
„Meine Absicht beim Schreiben dieses Buches war es nicht, den Mörder zu jagen und zu benennen. Mein Wunsch ist es stattdessen, den Wegen der fünf Frauen nachzuspüren, ihre Erfahrungen im Kontext ihrer Zeit aufzuzeigen und ihre Leben durch Düsternis und Licht gleichermaßen zu verfolgen.“ (S. 30)
Soll ich heute überhaupt was erleben? - Diese Frage der Spätromantik gilt heute als schwer überholt, besteht der Sinn des Lebens doch darin, möglichst viel zu erleben. Im Alter freilich kommt immer öfter die Frage auf, was tue ich mit dem Erlebten?