Christian Futscher, Grüße an alle
Gute Schriftsteller überlegen ein Leben lang, was sie als den berühmten letzten Satz beim Sterben sagen könnten. Dabei entstehen oft ganze Gedichtbände.
Christian Futscher macht sich als Experte für außergewöhnliche Lebenssituationen naturgemäß auf die Suche nach einem passenden Gedicht, mit dem man sein Leben beenden könnte. Sein Top-Vorschlag für letzte Worte lautet: „Grüße an alle“. Mit dieser Grußformel beendet er den Gedichtband, wie auch ein paar Seiten früher in einem Herbstgedicht mit dieser Fügung die keimende Vegetation beendet worden ist.
In den Hitparaden und Charts gibt es nur Sieger, was aber machen die anderen, die nicht von der Geschmackstombola nach oben gespült werden?
Im engeren Bedeutungssinn hat der Lebenslauf mit dem Abrennen einer Strecke zu tun, und wer einmal einem Marathonisten zugesehen hat, wie er nach dem Ziel zusammenbricht, der versteht, dass es beim Lebenslauf um Leben und Tod geht.
Ein richtig wilder Roman kann mit einem einzigen Kapitel die pädagogisch wertvolle Sprach-Ausbildung einer ganzen Generation zunichtemachen. Wer einmal entgleistes Deutsch jenseits aller Grammatik-Hecken und Deklinations-Gebüsche erleben will, muss sich auf Broken German einlassen.
Eine Katze ist nach wie vor das ideale Haustier, weil sich eine Profi-Katze nur sehen lässt, wenn seine Besitzer es wollen.
Die größten Überraschungen in einer scheinbar hochkomplexen Gesellschaft entstehen dadurch, dass die Menschen die diversen Gebrauchsanweisungen entweder gar nicht oder zu genau lesen.
Box ist eine fiktive Live-Show, dabei werden Paare in eine durchsichtige Box gesperrt, damit sie sich im Rahmen eines Erkennungsspieles vor der Kamera zerfleischen.
Die unbarmherzig zupackende Krimiwelle zwingt die Autoren dazu, den letzten Tropfen Sinn aus dem literarisch anvisierten Land zu quetschen. Denn wenn irgendwo wirklich alles schon mehrmals gesagt worden ist, dann im Reich der Krimis.
Um von etwas Wichtigem authentisch berichten zu können, braucht es eine entsprechende Akkreditierung als Journalist, Wissenschaftler oder Diplomat.
So ein Blatt begleitet die Menschen durch alle Lebenslagen, es dient dem Kind zum Spielen, ist nützlich beim Aufschreiben von Geschichten, lässt den Spieler auftrumpfen und fällt schließlich im Herbst sachte am liebsten auf ein Grab.