Malene Sølvsten, Fehu - Das Flüstern der Raben
„»Ragnara hat meine Schwester«, flüsterte ich. Ben brüllte etwas heraus, das ich zum Glück nicht verstand, und Rebecca schnappte nach Luft. »Ragnara ist unterwegs hierher, um mich zu holen, weil sie uns beide haben will.« Rebecca umklammerte die Tischkante. »Wir lassen Thora und Varnar eine Nachricht zukommen. Die gesamte Widerstandsbewegung ist in Haraldsborg in Hrafnheim versammelt. Vielleicht können sie herkommen und dich beschützen.« Ich schob den Unterkiefer vor. »Das reicht nicht. Monster hat gesagt, dass ich Seren finden muss. Ich muss selbst nach Hrafnheim.« (S. 31)
Anne Sakarias ist nur knapp einem Anschlag auf ihr Leben durch ihren vermeintlichen Freund Frank entkommen, der von der Herrscherin Ragnara zu dieser Tat erpresst worden ist. Dem tödlich verwundeten Riesenwolf Monster gelingt es mit letzter Kraft aus Hrafnheim zu fliehen, um sie vor dem Angriff Ragnaras zu warnen, der es gelungen ist, ihre Zwillingsschwester Serén gefangen zu nehmen.
Einsam sitzt ein kleines Mädchen mit ihrem Roller auf einer Stiege und langweilt sich, während in ihrer Nähe Kinder aufgeregt spielen. Ihr Vater arbeitet in seinem Büro und ihre Mutter ist beim Kochen und Telefonieren. Niemand Zeit für sie, nicht einmal ihre Schwester will mit ihr Ball spielen.
„Auf einem Hügel oberhalb des Tals gab es einen Wald. In dem Wald gab es einen großen Baum. Unter dem Baum gab es eine Höhle. In der Höhle lebten Mr Fox und Mrs Fox und ihre vier kleinen Füchse. Jeden Tag, sobald es dunkel geworden war, sagte Mr Fox zu Mrs Fox: »Und, mein Schatz, was darf es heute Abend sein? Ein fettes Hühnchen von Mops? Eine Enter oder eine Gans von Mecker? Oder ein fetter Truthahn von Mies?«“ (S. 13)
„Flo kann sich an seine Eltern kaum erinnern. Er weiß aber noch, wie der Hexenmeister eines Tages bei ihnen aufgetaucht ist. Es gab einen Kampf. Alles war voller Blitze und Qualm. Und seither lebt Flo auf der Hexenburg beim Meister. Als sein Schüler sucht er für ihn alle Dinge zusammen, die Humubuck zum Zaubern braucht. Melkt Mäuse. Mahlt stinkenden Schwefel. Erntet giftige Pilze und Wurzeln.“ (S. 12)
„»Bitte …«, bettelt er. »Eine noch.« Lina sieht ihn an und lächelt. »Aber dann wird geschlafen, ja?« Daniel nickt. Er zieht die Decke hoch bis an sein Kinn. Lina setzt sich auf die Bettkante und schaut nachdenklich auf ihre Hände. An einem ihrer Finger steckt ein Ring mit einer schillernden Perle. Wunderschön sieht die aus. Und dann beginnt Lina zu erzählen: »Vor langer Zeit, als ich noch ein kleines Mädchen war, verschwand eines Tages mein großer
„»Du bist Simon Randell«, sagte Corien und berührte seine Schläfe mit zitternden Fingern. »Natürlich bist du das. Und jetzt bist du hier« Er küsste Simons Stirn, und mit der Berührung seiner kalten Lippen breitete sich eine Wärme in Simons Körper aus, die ihn beruhigte. »Und jetzt«, flüsterte Corien, »gehörst du mir.« (S. 16)
„Vor gar nicht allzu langer Zeit gab es einen Winter, so einen Winter hat es noch nie gegeben. Er fing ganz normal an, schlich sich in den Frühling und stürmte dann durch den Sommer, bevor er mit Schneefall den Herbst bedeckte und von da an zum längsten Winter wurde, den man sich vorstellen kann.“ (S. 11)
„Die anderen Ritter behaupten doch allen Ernstes, es gäbe keine Drachen. »Aber gewiss doch«, kann ich nur sagen, »UND OB es sie gibt!« Ich werde einen finden. UND gegen ihn kämpfen. Und damit basta.“
„Ich weiß, dass etwas Furchtbares passiert sein muss, als Tomma den Raum betritt. Sie weint nicht, sie schreit nicht, doch ich sehe es an ihrem Blick, der mich findet und sofort wieder von mir wegschnellt wie ein scharf geworfener Ball von einer Wand. Ich sehe es an ihren blassen Lippen, an der dunklen Haarsträhne, die ihr achtlos ins Gesicht hängt, vor allem aber an ihren Händen, die so fest verschränkt sind, dass die Fingerknöchel weiß hervortreten.“ (S. 7)
„Es ist die Geschichte von Heinrichs Sohn: dem zweiten Tudor-König. Heinrich VIII., und den sechs Frauen, die ihn geheiratet haben. Dieser jüngere Heinrich war eine der faszinierendsten Persönlichkeiten in der englischen Geschichte.“ (S. 14)