Mirjam Pressler, Dunkles Gold
„Wenn man von früheren Ereignissen erzählt, erkennt man plötzlich Dinge, die man vorher nicht gesehen hat, findet manches wichtig, was man nur nebenbei wahrgenommen hat, oder man stellt fest, dass man sich grundlos aufgeregt oder geärgert hat, Überflüssiges gedacht und getan hat, und dass manches, was einem schrecklich vorkam, im Grunde nur banal war.“ (S. 9)
Im Jahr 1349 kommt es in der Stadt Erfurt auf dem Höhepunkt der Pestwelle in Europa zu schrecklichen Judenpogromen gegen die bis ins 11. Jahrhundert zurückreichende jüdische Gemeinde der Stadt. Grund für das Pogrom war der Vorwurf der Brunnenvergiftung. Mirjam Pressler setzt mit ihrem Jugendroman „Dunkles Gold“, der sowohl in der Gegenwart als auch im Jahr 1349 spielt, dem Ereignis ein literarisches Denkmal und Vermächtnis.
„Oft hört man, der Dreißigjährige Krieg sein ein »Glaubenskrieg« gewesen. Vordergründig ist das richtig. Aber vor allem ging es um die Machtverteilung im sogenannten »Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation« und um die Vormachtstellung in Mitteleuropa.“ (S. 12)
„Christian Doppler entdeckte, dass und warum sich Wellenlängen ändern. Er beobachtete nämlich, dass Doppelsterne beim Kreisen um ihren gemeinsamen Schwerpunkt ihre Farbe ändern: nähert sich ein Stern dem Betrachter, so verkürzt sich die Distanz zwischen diesen beiden, die Lichtwellen werden zusammengedrückt, ihre Frequenz steigt somit und es entsteht die Farbe Blau.“ (S. 10)
„When we were little, my cousin Elsie an I spent summer afternoons in the forest. Not just the afternoons. And not just the summer. Mornings too, and some night, and autumns – and most of the time that we weren’t at school …“
„Vor fast 150 Jahren wurde auf der schwedischen Insel Björkö ein großes Wikinger-Grab entdeckt. Dort lag ein Krieger mit zwei Pferden und vielen wertvollen Waffen. Das musste also ein mächtiger Mann gewesen sein, dachten die Forscher. Sie irrten. Vor kurzem stellte man fest: Es war eine Frau, die dort begraben wurde.“
„Das vorliegende Buch soll nicht nur als Gedächtnisstütze oder Nachschlagewerk dienen. Es soll zum Vertiefen vorhandenen Wissens anregen, zum Entdecken neuer Fakten, zum Staunen und zum Umdenken darüber, wie wir mit dem schrecklichsten Ereignis des 20. Jahrhunderts umgehen.“ (S. 9)
„Geld regiert die Welt, sagt man, und es sieht so aus, als könnten wir ohne Geld nicht leben. Wir alle brauchen Geld, doch nur wenige verstehen, was Geld eigentlich ist.“ (S. 6)
„Mit dem Fahrradhelm kontrolliert er noch einmal alle Klebestellen, schnallt sich seinen Schulrucksack voller Proviant um, klemmt sich Buzz, seinen Lieblingsteddy unter den Arm. Dann betritt er sein Meisterwerk: die Niels MR 19 Mondrakete.“
„Eine kleine Pfote drehte an den Rädchen eines riesigen Teleskops. Ein winziges graues Fellknäuel spähte durch das eiserne Rohr voller gläserner Linsen. Nun war das Bild des Sternenhimmels ganz klar. »Unglaublich!«, murmelte die kleine Maus.“
„In der heutigen globalen Welt, in der Menschen verschiedenster Herkunft eng zusammenleben, ist es notwendiger denn je, fremde Kulturen und ihre Geschichte kennenzulernen. Man versteht nicht nur frühere Ereignisse, Personen und ihre Motive – wir erkennen auch besser, welchen Platz wir selbst in dieser Welt und in der Zeit haben.“ (S. 9)