Elizabeth Acevedo, Poet X
„Der Sommer ist dafür gemacht, / die Zeit auf Treppenstufen zu verbringen. / Seit die letzte Woche vor der Schule angebrochen ist, / öffnet Harlem dem September seine Augen. // Ich betrachte dieses Viertel, das ich schon immer mein Zuhause nannte“ (S. 9)
Die fünfzehnjährige dominikanische Jugendliche Xiomara Battista lebt im New Yorker Stadtteil Harlem und liebt die Poesie, mit deren Hilfe sie die Spannungen und Konflikte mit ihrer Familie und ihre erste Liebe zu bewältigen versucht.
„»Gestern gab es einen Flugzeugabsturz in Düsseldorf. Keine Überlebende. In seinem Pass befand sich ein Stempel von Berlin. In seinem Mantel fanden wir seine Bordkarte sowie eine Serviette und einen Keks aus dem Flugzeug. Laut der Passagierliste war dieser Mann an Bord.« »Dieser Mann hätte bei dem Absturz gestern sterben sollen, wie kommt der auf einmal in einen Kofferraum in Southwark?«“
„»Nun lautet dein Name Shikanoko – Kind des Hirsches.« Eine entfernte Erinnerung durchwehte ihn – ein Hirschkalb, die Stimme seines Vaters –, und er wusste, dass er niemals einen anderen Namen annehmen würde. Dann sank er in einen tiefen Schlaf.“ (S. 32)
„[…] aber dennoch lohnt es sich, den wichtigsten und wirkungsreichsten Sagenkreis der Antike, die in den homerischen Epen »Ilias« und »Odyssee« dichterisch gestalteten Geschichten von und um Troja und ihre Helden, zu kennen. Denn im Theater und im Opernhaus, in Museen auf antiken Vasen und neuzeitlichen Gemälden, in Comics und im Film begegnen uns auch heute immer wieder Figuren und Motive der trojanischen Mythen …“ (S. 4)
„In allen Kulturen der Welt werden Mythen erzählt – Geschichten über Götter, Helden und den Kosmos. Sie behandeln die fundamentalen Fragen des Daseins: die Erschaffung des Universums und des Menschen, das Wesen der Götter und Geister, den Tod und was danach mit uns geschieht und das Ende der Welt.“ (S. 6)
„Die ganze Mathematik in einem Buch – das ist unvorstellbar, denn es gibt einfach zu viel Mathematik. In der Tat existiert Mathematik seit mindestens 5000 Jahren. Während dieser langen Zeit haben Mathematikerinnen und Mathematiker unablässig mathematische Erkenntnisse erzielt und veröffentlicht.“ (S. 11)
„Die letzten Berechnungen sind abgeschlossen. Jetzt herrscht kein Zweifel mehr. In gut einem Monat ist es tatsächlich vorbei. Man hat uns sogar schon eine Uhrzeit genannt. Am sechzehnten September morgens um vier Uhr zwölf mitteleuropäischer Zeit trifft der Komet Foxworth in die Erdatmosphäre ein.“ (S. 16)
„«Anhalten», brüllte Lena Dante an. «Lass mich raus.» Ihr Aufschrei verhallte ungehört. Dante steuerte ungerührt in das Inferno. Woher wusste er, wo es langging? Der Chronometer brannte auf ihrer Haut. Wie in einer gigantischen Autowaschanlage prasselte das Wasser von allen Seiten auf den Wagen herab.“ (S. 7)
„Das war ein großer Kummer für Beren, der diesen Ort nicht verlassen mochte, weil er hoffte, dieses schöne Elbenmädchen noch einmal tanzen zu sehen, und auf der Suche nach Tinúviel durchstreifte er die wilden und einsamen Wälder Tag für Tag.“ (S. 48)
„Manchmal erweisen sich Spielereien, die man als Fingerübung begonnen hat, später als lebenswichtig. Natürlich tut es mir leid, dass ich Unbeteiligte in unsere Angelegenheiten hineinziehen muss, denn ich werde die Folgen nicht mehr in der Hand haben. Ich lasse eine wilde Bestie von der Leine und muss hoffen, dass sie ihre Opfer nur erschreckt, nicht zerfleischt.“ (S. 7)