William Sutcliffe, Wir sehen alles
„Die ganze Nacht habe ich überlegt, ob ich es wagen soll, diesen verödeten Todesstreifen zwischen mir und dem Zaun zu betreten, und selbst jetzt, nachdem ich mit Tüten zurückgekehrt bin, um die Beeren zu sammeln, kann ich mich immer noch nicht entscheiden.“ (S. 10)
„Wir sehen alles“ spielt in einer dystopischen Zukunft und erzählt die Geschichte aus dem Blickwinkel zweier Jugendlicher, die in einem von Drohnen überwachten und von Bürgerkrieg gespaltenen und zerbombten London auf verschiedene Weise versuchen mit den politischen und gesellschaftlichen Verhältnissen zurecht zu kommen.
„Bastian wurde sich bewusst, dass er die ganze Zeit schon auf das Buch starrte, das Herr Koreander vorher in Händen gehalten hatte und das nun auf dem Ledersessel lag. Er konnte einfach seine Augen nicht davon abwenden. Es war ihm, als ginge eine Art Magnetkraft davon aus, die ihn unwiderstehlich anzog.“ (S. 11)
„Mein Name ist Aren und meine Geschichte ist deine Geschichte ist unsere Geschichte. Sie ist der ewige Kampf des Guten gegen das Böse. Du kennst diesen Kampf, du hast ihn am eigenen Leib erfahren. Die hellen und dunklen Tage – das Glück, das dich tanzen lässt, und den Schmerz, der dich in die Knie zwingt. Der ewige Kampf kennt keine Ruhe.“ (S. 7)
„Darf ich mich vorstellen? Mein Name ist Karu. Gemeinsam mit mehreren Wölfen lebe ich im Wald deiner Heimat. / May I introduce myself? My Name is Karu. Together with other wolves I live in the woods of your country.“ (S. 6 / 6)
„Genug. Sie muss diesen Ort verlassen – verlassen und nie wiederkehren, denn das Wunder hinter dem Stein ist für jemand anderen bestimmt. Diese Geschichte ist nicht Winifreds Geschichte. Es ist die von Jane White. Dem Kind mit den Bernsteinaugen.“ (S. 13)
„Felix seufzte. »Dieser Vogel kam von der Hexeninsel im Eisland, Stella. Und ich fürchte, er hatte sich nicht verflogen. Jezzybella muss ihn geschickt haben, um dich zu holen.« Stella schauderte, als sie den Namen hörte. »Aber woher soll die denn wissen, wo ich wohne? Glaubst du, es hat etwas mit der Hexenpuppe zu tun?«“ (S. 22)
„Viggo hatte seinen Eltern und seinen Gefährten nicht erklären müssen, was es bedeutete, dass er sein Versprechen gegenüber Fafnir gebrochen hatte. Als er ihnen vor der Abreise von der Insel im Nebel eröffnet hatte, dass Loki mit dem Ring Draupnir verschwunden war, war ihnen allen klar gewesen, dass sie den Drachen wiedersehen würden – und dass das Ungeheuer dann sehr zornig sein würde.“ (S. 65f)
„Warum existiert überhaupt irgendetwas? Wodurch wird etwas richtig oder falsch? Gibt es Gott? Um die eigentliche Natur von Wissen, Wirklichkeit und Sein zu verstehen, widmet sich die Philosophie einigen der größten Rätsel. […] Die Philosophie entstand, um das zu hinterfragen, was wir oft als gegeben hinnehmen.“ (S. 6)
„»Du darfst es niemandem zeigen, sonst funktioniert es nicht. Du darfst keinem sagen, dass ich es dir gegeben hab. Und du darfst nicht darüber reden. Versprochen?« »Wieso?«» Das sind die Regeln. Sonst kriege ich Probleme.« Sie gab ihm eine DVD. Darauf stand ein einziges Wort: Erebos.“ (S. 7)
„Hobbingen, vor allem das noble Beutelsend, steht für die romantische Vergangenheit des englischen Landlebens: eine viktorianische Landschaft, runde Türen und Fenster, versteckt hinter Hecken und unter grasbewachsenen Hügeln. Tolkien versetzt das archetypische englische Dorf nach Mittelerde.“ (S. 19)