Jugendbuch

Hermann Vinke, Das Dritte Reich

andreas.markt-huter - 14.06.2010

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In einer sehr pessimistischen Einschätzung bemerkte der französischer Erzähler und Novellist Gustave Flaubert: "Indem wir die Geschichte ignorieren, verleumden wir gleichzeitig unsere eigene Zeit. Aber die Menschen haben es nie anders vermocht."

Indem wir die Geschichte erforschen, setzen wir uns mit unseren Wurzeln auseinander, um die Gegenwart zu verstehen und uns für die Zukunft zu orientieren. Wohl kaum ein geschichtlicher Abschnitt wurde so genau erforscht wie das Dritte Reich, der Aufstieg und die Herrschaft der Nationalsozialisten in Deutschland.

Christine Fehér, Vincent, 17, Vater

h.schoenauer - 02.06.2010

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Der Sinn des Lebens besteht meist darin, dass es nicht planbar ist. So lassen sich letztlich nur Richtlinien formulieren, in deren Gegenteil das Abenteuer steckt.

Bei Vincent ist im Kopf die Hölle los. Obwohl er scheinbar ein doofes Schülerleben hinlegt, macht ihm doch eines immer Schwierigkeiten: Er kriegt es mit der Verhütung nicht hin. Dabei zwingen ihn trotz seines jugendlichen Alters zwei Frauen in die Knie, mit denen er abwechselnde Verhältnisse hat.

Will Gatti, Diebe!

andreas.markt-huter - 19.05.2010

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Will Gattis Buch "Diebe!" liest sich wie eine moderne Ausgabe von Charles Dickens Oliver Twist. Während uns bei Oliver Twist die Feuchtigkeit und Kälte des englischen Nebels frieren lässt, schlägt uns in "Diebe!" die Hitze einer südamerikanischen Stadt wie ein Glutofen entgegen.

"Die Stadt ist ein Glutofen. In dieser Stadt ist es immer glühend heiß. Der Fluss ist zu einem Rinnsal aus braunem Wasser ausgetrocknet." (5) heißt es gleich zu Beginn des Romans und versetzt damit den Leser unmittelbar in die schmutzige, lärmende Welt der Slums der sudamerikanischen Millionenmetropolen, in der unzählige elternlose Kinder um ihr nacktes Überleben kämpfen.

Henning Boëtius / Christa Hein, Die ganze Welt in einem Satz

andreas.markt-huter - 09.05.2010

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Wird man als Schriftsteller geboren oder lässt sich das Handwerkzeug eines guten Autors auch erlernen? Kein Meister ist vom Himmel gefallen, heißt es in einem alten Sprichwort und so lässt sich auch das Rüstzeug eines Schriftstellers, die Sprache und ihre gezielte Verwendung erlernen.

Für all jene, die sich unter Schreiben mehr vorstellen als das Verfassen von Berichten und Texten für den beruflichen Alltag, für die ist die Sprach- und Schreibwerkstatt für junge Dichter von Henning Boëtius und Christa Hein genau das richtige Buch, um dem eigenen Schreibstil neue Dimensionen abzugewinnen.

Beate Teresa Hanika, Rotkäppchen muss weinen

andreas.markt-huter - 05.05.2010

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Ein Rotkäppchen der Gegenwart verläuft sich naturgemäß nicht mehr mit der Zipfelmütze am Kopf im finstern Wald sondern muss mit dem Fahrrad an einer roten Ampel anhalten. Freilich, der Korb mit den Fress-Sachen ist der gleiche geblieben, eine Flasche Wein ist obligatorisch für den bösen Wolf.

In Beate Hanikas Roman bremst sich tatsächlich Malvina auf dem Weg zum Großvater an einer roten Ampel ein, sie schließt beim Radfahren am liebsten die Augen und lässt sich so an den Rand des Lebens treiben. Das hat sie auch nötig, denn Großvater ist hinter ihr her. Immer wieder schickt er alle fort um allein mit seiner geliebten Enkelin sein zu können, dabei sabbert er ständig von Liebe, streichelt wie wild an allen unmöglichen Körpergegenden herum und hat nichts anderes im Sinn als mit der Enkelin zu baden.

Morton Rhue, Boot Camp

h.schoenauer - 04.05.2010

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Kann ein Lebensmodell so toll sein, dass man es seinen Benützern notfalls mit Gewalt einimpfen muss? Ist unser westlich-kapitalistisches System wirklich so prima, dass wir es unseren Kids im Bedarfsfall auch einprügeln müssen?

Connor wird eines Tages in ein Auto gestoßen und filmreif entführt. Aber die Entführer sind die sogenannten Guten, die von den Eltern engagiert worden sind, um den etwas eigenwilligen Connor in ein Boot Camp zu verfrachten. In so einem Camp werden die Kids so lange umgepolt, bis sie jeglichen Eigenwillen aufgeben und systemkonform brav sind.

Sally Nicholls, Wie man unsterblich wird

h.schoenauer - 03.05.2010

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Das Ungeheuerliche lässt sich in der Literatur noch am ehesten mit Listen darstellen. Dort nämlich, wo die gewöhnliche Sprache versagt, helfen Listen weiter. So sind die Gedächtnislisten an die Nazi-Opfer in ihrem Mahnmal-Charakter durch keine vollständigen Sätze zu ergänzen. Aber auch in der Verwaltung und Visualisierung von Katastrophen sind Listen das einzige Mittel, das Unsagbare in einer hilflosen Form zu dokumentieren.

Sally Nicholls beschreibt in ihrem Roman Wie man unsterblich wird die Aussichtslosigkeit eines Elfjährigen, mit seinem Tod zu Recht zu kommen. Sam hat Leukämie und schreibt ein Buch über seine Krankheit, so lange er noch bei Kräften ist.

Patricia McCormick, Verkauft

h.schoenauer - 01.05.2010

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So unterentwickelt kann eine Gesellschaft gar nicht sein, dass darin nicht Prostitution, Versklavung und Ausbeutung die Hauptstränge der Wirtschaft wären. Die Sexualität ist offensichtlich der wahre Motor der Wirtschaft, unabhängig von deren Entwicklungsstufe.

Im nepalesischen Bergland in einer sprichwörtlichen Gegend hinter den sieben Bergen wächst Lakshmi auf. Armut, Mangel an Schulbildung, archaische Familienstrukturen begleiten das Mädchen, die Welt ist nach eigenen Wertvorstellungen eingerichtet. Beispielsweise bedeutet es das höchste Glück, das Haus mit einem Blechdach decken zu können.

Ally Kennen, Völlig durchgeknallt

h.schoenauer - 26.04.2010

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Wenn man guten Jugendbüchern glauben darf, ist in der Jugend immer etwas los, während bei Erwachsenen oft diese langen Atemzüge das Leben bestimmen, die sogar als Pensionisten-Röcheln bezeichnet werden.

Im Roman Völlig durchgeknallt gibt es keine Sekunde lang Stillstand, eine Action jagt die andere und selbst das kurze Durchatmen nach einem speedigen Abenteuer ist noch ein Show Down wild gewordener Emotionen. Der fünfzehnjährige Chas (man genieße die Aussprache Schas) hat mit einem geregelten Schüler-Leben nichts am Hut.