Jesse Goossens, Unser wildes Zuhause
„Wie schön, dass du vorbeikommst! Heute ist nämlich mein Geburtstag. Ich werde 150 Jahre alt. Dafür habe ich mich gut gehalten, was? Du meinst, ich lache, weil das ein Scherz ist? Nein, kein Scherz. Und ich lache auch nicht, mein Maul ist so geformt. Wir Grönlandwale sind beweglicher, als man denkt. Ich kann komplett aus dem Wasser springen, trotz meiner 80.000 Kilo.“ (S. 13)
Die Tierwelt des hohen Nordens sind meist weniger bekannt als die Tiere Afrikas, verstehen aber nicht weniger zu beeindrucken, wie ihre Artgenossen der afrikanischen Savanne. Dabei finden sich gewaltige und schwergewichtige Riesen wie der Grönlandwal ebenso wie die kleinen und schlanken Hermeline.
„Und wenn ich jetzt anfange, diese Geschichte zu erzählen, muss ich ergänzend erwähnen, dass ich viele Sprüche für diese Geschichte gemeinsam mit Mischa gemacht habe, dass es also eigentlich Nits-Mischa-Sprüche sind. Die Sprüche sind sogar der Grund dafür, dass ich diese irre Geschichte überhaupt aufschreiben darf. Schließlich ist es mehr Mischas Geschichte als meine …“ (S. 7)
„Dürfen Zwerge Riesenrad fahren? Darf man im Weinkeller auch mal lachen? Lohnt es sich für Eintagsfliegen, ein Tagebuch anzufangen?“
„Eigentlich war nur ein dummer Zufall schuld. Hätte Fanni nicht die ganze Milch ausgetrunken und den leeren Karton zurück in den Kühlschrank gestellt, wäre Anton Metzger nie am Samstagabend losgezogen, um noch Milch fürs Wochenende zu besorgen. […] Nie hätte er dort den Eckladen betreten, in dem die ganze Geschichte ihren Anfang nahm.“ (S. 9)
„Poly war kein gewöhnlicher Dinosaurier-Junge. Er hatte eine Gabe, die andere Dinos nicht haben: Poly konnte nämlich fliegen. An diesem Tag saß Poly wieder unter seinem Lieblings-Baum im Garten seiner Eltern. Er dachte an die vielen anderen Tiere draußen in der Welt.“ (S. 6)
„In Märchen tragen Hexen immer alberne schwarze Hüte und schwarze Umhänge, und sie reiten auf Besenstielen. Aber das hier ist kein Märchen. Hier geht es um ECHTE HEXEN. Ihr erfahrt das Wichtigste, was ihr über ECHTE HEXEN wissen müsst. Also passt gut auf. Vergesst niemals, was jetzt kommt. ECHTE HEXEN tragen ganz normale Kleidung und sie sehen wie ganz normale Frauen aus.“ (S. 7)
„Eine Zauneidechse sitzt auf der Mauer und lässt sich in der Abendsonne wärmen. Lautlos gleitet eine Eule heran. Der Fuchs, der hinter den Beeten des Gartens unter einer Holzbank liegt, lässt sich von dem großen Vogel nicht stören. Erst als er Schritte auf dem Kiesweg hinter der Kirche hört, kriecht er hervor und läuft davon.“
„Geschichten handeln oft von guten Menschen, die etwas Schlechtes tun, und diese Geschichte ist keine Ausnahme. Der Held unserer Geschichte heißt Harrison, und das mit dem »Helden« meine ich tatsächlich ernst. Denn bevor es losgeht, will ich unbedingt eines klarstellen: Harrison hatte ein großes Herz.“ (S. 7)
„Der Troll, der Geist und die schreckliche Hex, / die waren so richtig gemein. / Sie baten um nichts und bedankten sich nie / und hatten drei Herzen aus Stein. / Sie waren gehässige Rüpel, die Hexe, der Geist und der Troll. / So widerlich rüpelig, schlimmer sogar: / Sie fanden das unheimlich toll!“
„Ich habe einen kleinen Bruder. Mortimer heißt er und er ist acht Jahre alt. Er hat weißblonde Haare und blaue Augen und in einer Wange ein Grübchen. Er ist das Beste, was es gibt, finde ich. Ich habe ihn einfach unglaublich lieb. Manchmal nervt er mich natürlich, aber ich liebe ihn trotzdem. Ich selbst heiße Samuel. Ich bin elf und habe dunkle Haare und sehe wohl ziemlich gewöhnlich aus, würde ich sagen.“