Outi Kaden, Ein Trollkind in der Blaubeersuppe
„Es war ein schöner Morgen und wie jeden Morgen arbeitete der Bär in seinem Garten. Er goss die frisch gesäten Möhren und zeigte dem Regenwurm, wo die Erde aufgelockert werden musste. Der Bär ermahnte die Schnecken, nicht alle Erdbeeren anzufressen, und ließ sich vom Käfer die neuesten Nachrichten aus dem Wald erzählen. Kurzum – es war ein ganz normaler ruhiger Morgen. Und der Bär liebte normale ruhige Morgen.“
Der Bär liebt seinen eingespielten Tagesablauf, der aus Gartenarbeit, Frühstück in der Bärenhöhle, dem Begrüßen der alten Standuhr, dem Üben auf der Violine und dem Saubermachen besteht. Zum Abschluss gönnt er sich gerne ein kleines Mittagsschläfchen. Doch an diesem Tag ist das anders, als die Trollmutter an seine Türe klopft und ihn bittet auf ihre elf Trollkinder aufzupassen, weil ihre kranke Schwester Hilfe braucht.
„Der kleinen Steinbock Hörnchen lebt auf dem Gipfel der Glückseligkeit. Er liebt seine Freiheit und pfeift auf Regeln. Hörnchen, sag doch mal Hallo! Kein Bock, kein Bock, kein Bock! Hört ihr? Ein echter Keinbock eben. Ich probiere es mal so: Hörnchen, hast du Lust auf eine Geschichte? Meine Geschichte? Au ja! Na gut, dann komm her und stell dich vor.“
„Auf dem Grund eines abgelegenen Teichs lebte eine Gruppe von Wasserlarven. Sie waren eine fröhliche Schar und es machte ihnen überhaupt nichts aus, dass ihr Zuhause tief unten im Wasser und so weit weg von der Sonne war. Viele Monate im Frühling und Sommer huschten und rannten die Larven geschäftig über den weichen und schlammigen Boden des Teichs.“
„Milo wohnte in einem hübschen kleinen Haus in einer hübschen kleinen Straße. Er LIEBTE sein Zuhause aus vielen Gründen, aber vor allem, weil … sein bester Freund Jonah gleich nebenan wohnte! Milo und Jonah teilten miteinander Glück und Unglück und alles dazwischen. Nichts war schöner als das Gefühl, einen besten Freund zu haben.“
„Sean, der himmlische Sean Nessel, ist der Grund, wieso wir hier sind. Sean steht auf ein Mädchen aus der Elften – Ally Greenleaf. Um sie geht es heute Abend. »Sie starrt mich die ganze Zeit an«, hat er vorhin gesagt, als wir noch bei Dev waren. »Tun wir das nicht alle?«, hätte ich am liebsten erwidert, aber das hätte seltsam geklungen.“ (S. 9f)
„Die jungen Zicklein durften endlich auf die Wiese. Sie drängelten und rempelten und stolperten übereinander. Die Ziegenmamas schauten zu. »Springt nicht zu hoch!«, rief die eine. »Tobt nicht so wild«, sagte die andere. »Und hütet euch vor den Nachtvögeln!«, ermahnte die dritte. »Die können euch gefährlich werden« Aber die jungen Ziegen hatten anderes im Sinn.“
„Die Steinchen unter seinen Wanderstiefeln knirschten bei jedem Schritt. Und mit jedem Schritt wurde seine Wut und der Schmerz in ihm ein bisschen größer. Nein, er gehörte nicht zu ihnen, das wusste er schon lange. Mama, Papa und Benni, die kamen prima miteinander aus. Nur er war immer der Störefried. Zu laut war er, zu wild, zu ungeschickt, genauso wie in der Schule.“ (S. 11)
„Mitten im Wald steht eine riesengroße, kräftige Eiche. Während des Sommers tanzen, rascheln und flüstern ihre Blätter, als ob sie Geheimnisse zu erzählen hätten … Und wenn du ganz genau hinschaust, entdeckst du vielleicht ein winzig kleines Blattmädchen … Es heißt Mina.“
„Liebe Leserin, lieber Leser, ich habe dieses Buch für meine starken, mutigen Töchter geschrieben. All meine Gedanken und meine Liebe für sie stecken darin. Es ist ein Schatz, in dem sie immer wieder lesen können, der sie beim Großwerden begleitet und für sie da ist – in den großen und kleinen Momenten. Und nun hast auch du dieses Buch von jemandem bekommen, der dich liebt und dir damit sagen möchte: Meine Liebe begleitet dich überall hin.“ (S. 5)
„Wenn müde Murmel schlafen gehen, dann sagen sie dem Tag Auf Wiedersehen. Sie kuscheln sich in Mamas Arm, wie ein Nest, beschützt und warm. Frag dein Kind, was heute besonders schön war.“