Waldtraut Lewin, Der Wind trägt die Worte, Band 2
„Auf der Reise durch die Zeiten werden wir viele Ecken und Abzweigungen näher beleuchten, die in den ‚normalen Geschichtsbüchern‘ nur angedeutet oder gar ausgelassen werden. Das sollte den Reiz dieser Reise ausmachen.“ (5)
Auch im 2. Band von „Der Wind trägt die Worte“ eröffnet Waltraud Lewin ein Stück jüdischer Geschichte, abseits des historischen Mainstreams, wie er an Schulen und Universitäten gelehrt wird. Die Darstellung umfasst einen Zeitraum von knapp 350 Jahren, von der beginnenden Aufklärung bis hinein in die Gegenwart des israelisch-palästinensischen Konflikts.
„Anna erzählte, sie habe gehört, dass in München Tausende von Anti-Nazi-Flugblättern verteilt worden seien. Auf einmal war Peter ganz aufgeregt. „Wäre es nicht toll, aus so was zu machen“? Die halbe Nacht machte er sich darüber Gedanken. So oft hatte er seine Meinung sagen wollen und doch den Mund gehalten.“ (201)
„Die Entscheidung ist für mich klar. Ich verrate niemanden. Ich sage kein Wort. Papa hat sich für den Führer entschieden und ist sein treuer Handlanger geworden. Alles, was er tut, geschieht aus Überzeugung, wie er sagt. Er hat sich gegen mich entschieden, nicht umgekehrt.“ (236)


"Vergeben ist ganz einfach - aber vergessen, das ist sehr, sehr schwer' erklärt Werner Bab, der das Konzentrationslager in Auschwitz überlebt hat. 

