Stephan Wolf, Wiesenwald
„»Liebe Bewohnerinnen und Bewohner von Wiesenwald!«, rief er mit gerunzelter Stirn und seiner Lesebrille zwischen den Fingern. »Ich habe heute eine beunruhigende Nachricht für euch: Unsere Wiese ist in großer Gefahr!« »Was?« »Warum?« »Was hat er gesagt?« »Gefahr? Hab ich das richtig gehört?« (S. 24)
An einem schönen Frühlingstag zeigen sich die Tiere merkwürdig aufgeregt. Miki Lautsch, der Bürgermeister von Wiesenwald lässt eine Versammlung einberufen, was so selten passiert, dass allen Bewohnern des Wiesenwaldes klar ist, dass sich etwas Wichtiges ereignet haben muss. Es geht um die Bienenkönigin.
„Es war wie ein Albtraum – doch es passierte wirklich, selbst wenn es immer noch unvorstellbar war. Der Krieg hatte Europa erreicht. Wie ein gigantischer Waldbrand hatte er sich vom Nahen Osten aus von Land zu Land gefressen und die Weltmeere übersprungen – alle innerhalb weniger Stunden.“ (S. 9)
„An diesem Morgen wusste Paolo noch gar nicht, dass er König werden würde. Woher hätte er das auch wissen sollen? Er war ja nur ein ganz normaler 13-jähriger Junge, nicht besonders groß, mit Haaren, die ständig verstrubbelt waren, und der schlechten Angewohnheit, an seinen Fingernägeln herumzukauen, wenn er angestrengt nachdachte.“ (S. 7)
„Der Rauch von der Explosion folgte ihm die ganze Whitehall Street hinab. Während er so ging, wurde er Teil eines Trupps von Gespenstern. Das Ticken der Uhr spürte er ganz deutlich in der Hand. Er hätte sie Williamson geben sollen, hätte es tun müssen. Nur der Bombenbauer wusste genau, wann eine Bombe explodieren würde. Der Alarm war eingestellt gewesen, um ihn zu warnen.“ (S. 60)
„»Ist zehn viel?«, fragte der kleine Wolf seinen Papa, als sie gemeinsam im Wald spazieren gingen. »Kommt ganz darauf an«, meinte daraufhin Papawolf. »Worauf denn?«, fragte der Kleine neugierig und spitzte seine Ohren. Papawolf überlegte ein Weilchen.“
„Abenteuer kamen schon immer zu Abenteurern. Und im Nordland kamen sie eben zu Snöfrid. Meistens verlief das so: Irgendwer erschien vor Snöfrids kleinem Heim unter dem großen Stein am Nordhang und klopfte an die Tür. Er klagte sein Leid und überließ Snöfrid den Rest.“ (S. 15)
Die Menschen im Haus hätten schon seit Stunden schlafen sollen, doch an Schlaf war in diesen furchtbaren Nächten nicht zu denken. Josie, die im Wohnzimmer auf dem Sofa saß, holte tief Luft, sprach ein kurzes Gebet und schlich zum Fenster, um einen Blick auf das Auto zu werfen. Schlingerte es wie üblich hin und her, oder hatte er es unter Kontrolle? War er betrunken, wie immer in diesen Nächten, oder hatte er nicht ganz so viel Alkohol intus wie sonst?
„Ich hatte sofort dieses komische Gefühl, das mich immer vor schlechten Nachrichten überkommt, wie damals, als der Doktor meiner Mom das Abhörgerät auf den Rücken gedrückt hatte und mir, noch bevor er es sagte, klar gewesen war, dass sie in Sanatorium müsste. Genauso fühlte ich mich, als der fette Mann hinter meinem Vater in das Juweliergeschäft drängte.“ (S. 8)
„»Nein, ich habe ihn gesehen, und zwar vor meinem Sturz. Es war schrecklich. Er war schrecklich. Ein vollkommen verschrumpeltes Gesicht mit kohlschwarzen Augen. Ich glaube, es war der rote Priester persönlich oder sein Geist. Ich glaube es war Pryrates.« »Sollte das nicht jemand wissen? Eure Großeltern oder Binabik?« »Nein.« Morgan klang felsenfest überzeugt. »Nein, es wäre das Schlimmste, was passieren könnte. Das Allerschlimmste.«“ (S. 47)
„Wo war Papa? Und wo war Tim? Moritz wurde es mulmig. Müsste er jetzt den ganzen Nachmittag hier draußen stehen bleiben? Ganz allein? Plötzlich öffnete sich die Haustür. Heraus trat ein Mann in einem schwarzen Anzug, den Moritz noch nie gesehen hatte.“ (S. 9)