Alice Gabathuler, Matchbox Boy
„In meiner Geschichte soll der Böse drankommen. Darum geht es doch, oder? Am Ende wird der Böse verhaftet oder erschossen. Auf jeden Fall kommt er dran. Vielleicht denkt Gott noch darüber nach, wer hier der Böse ist.“ (39)
Die Leser steigen gleich mitten in das Finale des Psychothrillers ein und erleben die Icherzählerin Jori an das Sprungbrett eines Swimmingpools angekettet. Ihr Entführer hat auf einer Gratisseite für Blogger einen Abstimmungsbereich eingerichtet, mit dessen Hilfe die Teilnehmer entscheiden können, was mit ihr passieren soll
Nico schloss die Augen. Erinnere dich. Denk nach! Es ist wichtig! Was hat sie gemalt? Warum wollte Kiana, dass ich wiederkomme? Sie hat mich geliebt. Sie hat all die Jahre keinen Kontakt aufgenommen, um mich zu schützen. Aber sie wollte, dass ich wiederkomme. Sie wollte … Nico riss die Augen auf. Sie wollte, dass ich noch einmal in den alten Stollen gehe. (172)
„Es gibt einen wichtigen Grundsatz in der Rechtsprechung: Niemand muss beweisen, dass er unschuldig ist“, erklärt Thomas weiter. „Das heißt: Jemand ist so lange unschuldig, bis andere seine Schuld beweisen, nicht umgekehrt.“ (38)
„Bestenfalls handelt es sich bloß um kriminelle und politische Flüchtlinge, die verhaftet und für ihre Verbrechen verurteilt werden müssen. Schlimmstenfalls ist da jedoch eine große Verschwörung im Gange. Eine Verschwörung, die im Keim erstickt werden muss, damit sich die labile Lage in Amerika nicht weiter verschlimmert.“ (167)
„Natürlich, das hätte ich mir doch längst denken können, dass Wertolt einen Gefahr für die Drachenfamilie ist! Du weißt ja wohl, Hartwig, dass es heißt, wer in Drachenblut badet, ist von da an unverwundbar sein Leben lang.“ (31)
„Und dann war da noch eine Mail ohne Betreff von einem mir fremden Account. Ich las den Text. Zweimal. Danach saß ich etwas verwirrt an meinem Schreibtisch und las ihn ein drittes Mal. >sorry für die schlechte nachricht / aber wenn du aufwachst, wirst du tot sein / wir wollten nur, dass du das weißt / du bist nicht allein / sei mutig und stark<“
„Superman fühlte sich benommen. Sein Rücken schmerzte, und sein Kopf pochte. Er sah zu der roten Sonne hinauf. Ihre Strahlen gaben seinem Körper keine Kraft mehr.“ (27)
„Die Angst packt mich. Vor einem Monster, das sein Unwesen im Moor treibt und Jagd auf Feen und Prinzessinnen macht. Ich bin zwar keine, trotzdem will ich sofort zurücklaufen, fliehen.“ (44)
„Ich bin zwölf Jahre alt, und mein Name ist Karl. Karl Sonntag. Karl heiße ich, weil K der nächste Name auf irgendeiner Liste war, als man mich fand. Und Sonntag, weil ich an einem Sonntag im August gefunden wurde.“ (11)
„Großfirmen sind wie Elefanten. Unbeweglich und unberechenbar. Sie haben ihre eigene Seele, ihren eigenen Kopf und ihr einziges Ziel ist Gewinnmaximierung. Denn dann sind die Aktionäre zufrieden und lassen einen in Ruhe. Das ist der Gott, dem sie huldigen“, dozierte Jonas (220)