Erzählung

Jörg Zemmler, leihworte

h.schoenauer - 13.01.2005

Buch-Cover

Ein Buch, das irgendwie mit der Hand geschrieben ist, erregt sofort Aufmerksamkeit.

Jörg Zemmler hat die Schnauze voll von Times und Arial und schreibt sich nicht nur die Geschichten selber sondern auch die Buchstaben.

Siegfried Singer, Mein Reutte

h.schoenauer - 28.10.2004

Buch-Cover

Ha, das ist ein fröhliches Buch, vorne am Buchumschlag radelt dem Leser ein Kabarettist entgegen und hinten fährt er wieder aus dem Buch hinaus.

Es muss sich um einen Kabarettisten handeln, denn die Kleidung ist irgendwie Bürgermeisterlich und das Rad ist offensichtlich aus einem Tati-Film übrig geblieben.

Raimund Lang (Red.), Czernowitzer Pasticcio

h.schoenauer - 21.10.2004

Buch-Cover

Der Osten Europas hat schon seit einigen Jahren Saison. Nicht nur wegen der EU-Vergrößerung und der wirtschaftlichen Connections, wahrscheinlich auch wegen der Lust an der eigenen Vergangenheit kümmern sich immer öfter Gruppierungen und Vereine darum, verschollene Kulturen und Gegenden wieder ins Bewusstsein zu heben.

Selma Mahlknecht, rosa leben

h.schoenauer - 28.09.2004

Buch-Cover

Diese unheimliche Farbe rosa! In den Romanen "Fasching" (1967) und "Katzenmusik" (Nachlass, 1974) des österreichischen Autor-Bibliothekars Gerhard Fritsch werden Sexualität, Politik und irreale Aufklärung in rosarotes Krepp-Papier gewickelt, während die Protagonisten rosa Punschkrapfen essen. Seither ist rosa eine literarische Farbe für das Klebrige, Zähe, Österreichische.

Norbert Gstrein, Wem gehört eine Geschichte?

h.schoenauer - 25.09.2004

Buch-CoverEs gibt momentan zwei österreichische Weltdichter, die jenseits des unsäglichen Austrokoffers auf den Literaturbetrieb "gaggen", wie man so nett zu sagen pflegt.

Der eine ist Peter Handke, der soeben mit seinem Don Juan als germanistischem Genericum schwindelerregend kühn die Geschichte vom nachgebauten Liebhaber erzählt hat, und der andere ist Norbert Gstrein.

Walter Grond, Drei Männer

h.schoenauer - 15.08.2004

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"Einzig in der Grazer Tagespost, einem österreichischen Provinzblatt, war von ihrem Tod zu lesen: Prinzessin Djavidan ist am 5. August 1968 nach kurzem Leiden im 92. Lebensjahr sanft entschlafen." (72)

So eine sanfte Entschlafung macht natürlich neugierig, wer ist diese Prinzessin, was hat sie so getrieben?

Antonio Fian, Bis jetzt

h.schoenauer - 01.08.2004

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Einen Jubiläumsband zum 48. Geburtstag zu ordern, das entspricht genau der Schreibverfassung Antonio Fians. Er greift die Dinge wie ernst auf und verfremdet sie durch eine zu kurze oder zu lange Einschätzung der Lage.

Bei ihm sind die Bretter generell zu kurz abgeschnitten und die Einbauschränke zu lang, aber gerade dadurch sprengt er das Korsett des gewohnten Blicks, meisterhaft ausgeführt in seinen Dramoletten.

Peter Handke, Don Juan (erzählt von ihm selbst)

h.schoenauer - 28.06.2004

Buch-Cover

Bücher lassen sich zweifach lesen, einmal als heftige Zeitgenossenschaft und einmal als Archiv. Peter Handkes Bücher haben die Eigenschaft, synchron beides zu sein, nämlich Archiv und Zeitgenossenschaft.

So gibt es durchaus Leser, die die Zeit in Handke-Bücher einteilen, 1972 war das "Wunschlose Unglück", 1982 die "Geschichte des Bleistifts", 1992 die "Stunde, da wir nichts voneinander wussten" und jetzt 2004 ist das Jahr vom "Don Juan".

Adalbert Köllemann, Der Mulimarschall

h.schoenauer - 20.06.2004

Buch-Cover

Lausbubengeschichten haben es so an sich, dass sie ununterbrochen stattfinden müssen.

Der Ich-Erzähler hat daher ein sehr aufregendes Leben hinter sich, obwohl er in Innsbruck geboren ist, was ja meist einen heftigen Lebenslauf ausschließt.