Damit der Prozess des Lesenlernens gelingt, ist es unerlässlich, die Kinder im Unterricht zu fördern, in ihrem individuellen Lernprozess zu begleiten, Schwierigkeiten wahrzunehmen, zu interpretieren und entsprechende Lernangebote zu machen. Lesekompetenz kann als zentrale Fertigkeit für das Lernen allgemein angesehen werden, deshalb ist in allen Unterrichtsgegenständen und über alle Schulstufen hinweg darauf ein besonderer Fokus zu legen.



Schriftspracherwerb.PNGErfolgreicher Erstleseunterricht konzentriert sich auf den Erwerb der Lesetechnik – die Sinnentnahme aus Texten steht dabei im Hintergrund. Bei einem Teil der Schülerinnen und Schüler ist dies nicht am Ende der ersten Klasse abgeschlossen, es gilt im Rahmen personalisierter Lernangebote den Kindern ausreichend Zeit zu lassen, da diese Basiskompetenzen in Bezug auf das Lesen eine entscheidende Grundlage für einen langfristigen Schulerfolg in allen Fächern darstellen.

Allgemein sind pädagogische Diagnosemaßnahmen, die auf das einzelne Kind abgestimmt sind, beim Leselernen von großer Bedeutung. Dass es dafür einen geschulten Blick der Lehrperson benötigt, zeigen schon Schmidt und Schabmann (2010). Fünf von Sechs Schülerinnen und Schüler, die am Ende der 1. Klasse zu den 15 % der schwächsten Leserinnen und Lesern gehörten, wurden von den Lehrerinnen und Lehrern im Dezember/Jänner der 1. Klasse als gute bzw. eher gute Leserinnen und Leser eingestuft, nur bei 11 % wurden leichte, bei 3 % schwerwiegendere Probleme beim Lesen festgestellt. Häufig herrscht die Fehlmeinung vor, dass Schwierigkeiten beim Lesen „von selbst vorbeigehen“ würden.

Bild%20Schriftspracherwerb.jpgDer Schriftspracherwerb umfasst viel mehr als das Lernen von Buchstaben und Wörtern – Kinder entwickeln schon früh, vor Schuleintritt, erste Vorstellungen über die soziale Funktion von Schrift und ihren technischen Aufbau. Oftmals sind diese Einsichten noch fragmentarisch und auch fehlerhaft – Kinder brauchen daher Modelle für erste eigene Lese- und Schreibversuche, hilfreiche Rückmeldungen und individuelle Unterstützung.

Kinder sind Sinn-Sucher und scharfe Denker – sie versuchen zu verstehen! Ihre Vorstellungen von Schrift, wozu sie gut ist und wie sie „funktioniert“, sind eingebettet in ihre sehr persönlichen Alltagserfahrungen. Auf der Suche nach dem Sinn der Buchstaben kommt es oftmals zu selbsterschlossenen Regeln und Regelmäßigkeiten: „Die Kuh ist ein großes Tier, darum schreibt man Kuh auch mit einem großen Anfangsbuchstaben“ oder „Die Maus ist klein, darum verwende ich ein kleines <m> am Anfang des Wortes.“

Haarschnitt gegen Vorlesen – der „magische Frisör“ Danny Beuerbach besuchte Innsbruck

6.JPG(Innsbruck, 10.9.2021) Am vergangenen Samstag machte Vorlesefrisör Danny Beuerbach mit seinem Zauberteppich Station in der  Tyrolia-Buchhandlung in der Innsbrucker Maria-Theresien-Straße. Verstärkung holte er sich in vor Ort bei den Innsbrucker Frisörsalons Greta Kahn, Barber Angels Brotherhood und Intercoiffeur Kruder Marc – schließlich soll seine Initiative auch bei anderen Frisör:innen Schule machen.

Bei seinem Leseförderungsprojekt „book a look – and read my book“ schneidet er Kindern eine schicke Gratis-Frisur, wenn sie ihm dabei aus ihrem Lieblingsbuch vorlesen. Rund 50 mutige junge Buchfans - und auch der eine oder andere schon etwas größere - nutzen die Gelegenheit, begleitet von vielen Schau- und Hörlustigen.

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Lesen- und Schreibenlernen sind ein Meilenstein für Schulstarterinnen und Schulstarter. Diese zu lehren sind eine Herausforderung für Lehrpersonen, da die Kinder mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen und Kenntnissen in die Schule kommen.

logo phtAbläufe und Maßnahmen im Zusammenhang mit Buchstabenfolge, Buchstabenerarbeitung, Zusammenlauten, Erhebung des Leselernstandes, Individualisierung und Differenzierung im Leseunterricht

grundsatzerlass leseerziehungDer Grundsatzerlass Leseerziehung 2016 beschäftigt sich, unter anderem auch auf Grund der rasanten Entwicklung von digitalen Medien, eingehend mit dem aktuellen Verständnis von Lesen und Leseerziehung. In der Präambel heißt es:

"Bildungs- und Erziehungsauftrag der österreichischen Schule ist es, der Leseerziehung in allen Unterrichtsgegenständen in allen Schularten und auf allen Schulstufen in Verbindung mit den anderen Unterrichtsprinzipien besondere Bedeutung zu geben. Lesen meint in diesem Zusammenhang das verstehende Verarbeiten von Texten, in denen Schrift allein oder in Verbindung mit multimodalen Elementen (Bild, Logo, Töne, Film etc.) auftritt. Lesen fördert den Erwerb und die Verwendung von Sprache in ihrer Funktion als Medium des Denkens, des Informationsaustausches und der Gestaltung von Beziehungen.

schulischer umgang mit lrsMit Beginn des Schuljahres 2013/14 wurde den Tiroler Volksschullehrer/innen von der Schulaufsicht die Lektüre der BMBF-Handreichung "Der schulische Umgang mit der Lese-Rechtschreibschwäche" empfohlen.

Die Handreichung stammte ursprünglich aus dem Jahr 2001 und wurde 2013 und 2016 von Expertinnen und Experten im Auftrag des BMBF vollständig überarbeitet und inhaltlich erweitert. Sie richtet sich an alle Schulpartner und am Thema Interessierte. Die Publikation gibt fundierte Informationen zur Lese- und Rechtschreibschwäche, setzt sich mit der evidenzbasierten schulischen Förderung der Schülerinnen und Schüler und mit den Prinzipien der Leistungsfeststellung und Leistungsbeurteilung bei Lese-Rechtschreibschwäche auseinander, beschäftigt sich mit der Lehrer/innen-Aus-, Fort- und Weiterbildung und gibt Hinweise für Eltern für die Förderung zu Hause.

fibelwahlDie Geschichte der Fibel als Lernbuch im Erstleseunterricht charakterisiert sich durch verschiedene Auseinandersetzungen um die richtige Methode des Lesenlernens und -lehrens. Lehrpersonen der Primarstufe wissen, wie entscheidend das erste Jahr in der Schule für den weiteren Lernweg der Schüler/innen ist. Falls sich Lehrpersonen für die Verwendung einer Deutsch-Fibel entscheiden, stellen sie sich häufig die Frage, nach welchen Kriterien die Fibel ausgewählt werden soll.

Das hessische Kultusministerium bietet eine Kriterienliste an, welche Lehrpersonen dazu anregen sollte, sich mit den eigenen Erwartungen und Vorstellungen an eine Fibel auseinanderzusetzen. Diese enthält Hinweise zur äußeren Gestaltung, zum Inhalt und der Sprache der Fibel sowie zu den methodisch-didaktischen Grundsätzen. Mit Hilfe dieser Checkliste können Lehrende die Fibelwerke so bewerten, dass diese sowohl den Bedürfnissen der Kinder als auch den eigenen Anforderungen gerecht werden.

lesepatenAn zahlreichen Pflichtschulstandorten in Tirol haben sich in den letzten Jahren private Initiativen gebildet, in deren Rahmen engagierte Bürger/innen in die Schule kommen und Schülerinnen und Schüler beim Lesetraining unterstützen.

Im Rahmen einer Initiative von LRin Dr. Beate Palfrader konnten sich diese lokalen Lesepat/innen-Initiativen ans Lesekompetenz-Team wenden, um Beratung und Schulung im Zusammenhang mit ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit in den Tiroler Pflichtschulen zu erhalten.

cover-lesestuecke.JPGDie Lesestücke der SCHULE DES LESENS können frei heruntergeladen werden. Die kurzen, an den Bildungsstandards der VS ausgerichteten Leseaufgaben eignen sich in Zeiten von Corona für die tägliche Lesehausübung in der VS bzw. am Beginn der Sek1. Wenn Sie für das Lernen zuhause einzelne Seiten aus dem PDF extrahieren wollen, verwenden Sie die kostenlose Software PDFSAM.

Die LESESTÜCKE versammeln auf je 20 Seiten belletristische Texte (Märchen, Sagen Fabeln) sowie Sachtexte, die sich thematisch am Sachunterricht der Grundstufe 2 orientieren. In ihrer Vielfalt wollen sie musterhaft zahlreiche Ideen für einen kompetenzorientierten Leseunterricht liefern.