Geschichte | Politik

Bettina Balàka, Kaiser, Krieger, Heldinnen

andreas.markt-huter - 21.10.2020

Bettina balaka, kaiser, krieger heldinnenIm Essay werden zeitlose Themen anhand von aktuellen Ereignissen mit offenem Ausgang diskutiert. Der Essay bietet jeweils Publikum und Autorinnen die Chance, aufs Neue einen Sachverhalt zu diskutieren. Fügt man schließlich mehrere upgedatete Essays zusammen, ergibt sich beinahe ein Roman daraus.

Bettina Balàka hat für ihre Exkursionen „Kaiser, Krieger, Heldinnen“ sechs frühere Arbeiten auffrisiert und zu einem historischen Lesebuch zusammengestellt, das gut zur Hundertjahrfeier Ende des Ersten Weltkriegs passt. Im Mittelpunkt stehen immer Heldinnen, die freilich auf offener Bühne von der jeweiligen Gesellschaft ins Abseits gedrängt werden.

Heiner Flassbeck, Der begrenzte Planet und die unbegrenzte Wirtschaft

andreas.markt-huter - 14.10.2020

heiner flassbeck, der begrenzte planet„Vieles steht auf dem Spiel. Manche sagen, es gehen um alles. In der Tat geht es um die Frage, ob eine wachsende und nach Wohlstand gierende Menschheit in der Lage ist, sich auf einem begrenzten Planeten so einzurichten, dass auch die den Menschen umgebende und für sein eigenes Überleben unabdingbare Natur eine Chance hat.“ (S. 7)

Wie lässt sich die Einsicht der Naturwissenschaftler, dass auf einem begrenzten Planeten kein unbegrenztes Wachstum und kein unbegrenzter Ressourcenverbrauch möglich sind, auch politisch und auf demokratischen Weg umsetzen. Heiner Flassbeck geht dieser Frage systematisch nach und zeigt sich dabei kritisch gegenüber vermeintlich einfachen Lösungen.

Markus Koschuh, Olympisches Dorf. Kleinstadt im Weltdorf

andreas.markt-huter - 02.10.2020

markus koschuh, olympisches dorfWenn ein Ort nicht weiß, was er will, müssen ihm die Bewohner jeden Tag einen neuen Sinn geben.

Das Olympische Dorf in Innsbruck ist seinerzeit als Sportlerunterkunft auf der grünen Wiese entstanden. Man hat freilich schon bei der Planung für 1964 daran gedacht, dass später normale Leute darin wohnen sollen. Anders bei der Schnellschuss-Olympiade 1976, als man offiziell aus Zeitnot keine ordentliche Planung machen konnte und ein bereits überholtes Hochhauskonzept ohne Charme weitergebaut hat.

Susanne Ulrich u.a., Toleranz-Bilder

andreas.markt-huter - 28.09.2020

toleranzbilder„Die pluralistische Gesellschaft, in der wir leben, bietet unzählige Aspekte, die relevant sind für die Beschäftigung mit dem Thema Toleranz. […] Die Bilder sollten strittige Themen darstellen und dabei so wenig eindeutig wie möglich sein. Gerade die vielfältige Interpretierbarkeit ist ein wichtiger Anreiz zur Arbeit mit den Bildern.“ (S. 11)

Zu den wesentlichen Aspekten der Demokratie und der politischen Bildung gehören der Umgang und die Auseinandersetzung mit den verschiedenen gesellschaftlichen Meinungen, Lebensweisen, Spannungen und Problemen, wobei dem Begriff der Toleranz eine zentrale Bedeutung zukommt.

Constantin Schreiber, Kinder des Koran

andreas.markt-huter - 25.09.2020

constantin schreiber, kinder des koran„»Schulbücher spiegeln den Stand einer Gesellschaft, auf dem sie sich aktuell befindet«, sagt die Vorsitzende des Deutschen Philologenverbandes Susanne Lin-Klitzing. Wer also wissen will, wo sich muslimische Gesellschaften in Sachen Freiheiten, Grundhaltungen und Werten heute befinden, der sollt sich ansehen, was der jungen Generation dort beigebracht wird. Genau das, habe ich mir mit diesem Buch vorgenommen.“ (S. 7)

Der ARD-Fernsehjournalist Constantin Schreiber untersucht unter Mithilfe zahlreicher Experten Schulbücher aus fünf muslimischen Ländern und gibt damit einen Einblick in eine unbekannte Gesellschaft mit einem vielfach anderen Blick und Verständnis für die Welt der Gegenwart.

Konrad Rabensteiner, Der geköpfte Adler

h.schoenauer - 23.09.2020

konrad rabensteiner, der geköpfte adlerEine Chronik der Kindheit ist meist wie eine windstille Hängematte zwischen zwei Bäumen der Gelassenheit aufgeknüpft, einmal ist es der Stamm der Altersmilde, der jede Kindheit abgerundet erscheinen lässt, zum anderen der Pfosten der Kindheit selbst, die ja mangels an Vergleichen immer als die beste der Welt empfunden wird.

Konrad Rabensteiner schreibt im Roman „Der geköpfte Adler“ eine Kindheit im Villanders der frühen 1950er Jahre auf, gleich zu Beginn fällt die magische Zeitangabe „sieben Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg“. Der Ich-Erzähler hat die Reife und Lebenserfahrung eines Erwachsenen, denn die Ereignisse werden zwar in einer zeitgenössischen Ergriffenheit geschildert, in Auswahl und Beurteilung aber aus der Sicht eines Alten.

Georg Stefan Troller, Ein Traum von Paris

h.schoenauer - 07.09.2020

georg stefan troller, ein traum von parisIm Zentrum von Innsbruck ist eine Uhr aufgestellt, die ununterbrochen eine belanglose Ziffernfolge laufen hat. Meist sind es Ankünfte eines Rodlers oder Schispringers, welche heruntergezählt werden, momentan läuft die Uhr gegen die Rad-WM. Warum kann diese dumme Uhr nicht einmal etwas Sinnvolles herunterzählen, etwa, dass am 21. Juni 2018 Georg Stefan Troller nach Innsbruck kommt und in der Studia liest?

Georg Stefan Troller ist Schriftsteller, Journalist und Fotograf, nach seinen Büchern ist beispielsweise die Trilogie „Wohin und zurück“ entstanden. Wer ein Paris-Bild vor dem inneren Auge aufbaut, wird dabei an die frühen Fotos denken, die das Lebensgefühl der 1950er Jahre am Beispiel von Paris für den ganzen Kontinent eingefangen haben.

Ruud Koopmans, Das verfallene Haus des Islam

andreas.markt-huter - 03.09.2020

ruud koopmans, das verfallene haus des islam„Dieses Buch ist islamkritisch, aber nicht islamfeindlich. Jeder, der nicht zwischen Kritik an einer Religion – oder besser gesagt: an ihrer derzeit dominierenden Interpretation – und Rassismus unterscheiden kann, sollte dieses Buch beiseitelegen.“ (S. 9)

Ruud Koopmans geht den Schwierigkeiten bei der Integration von Migrantengruppen aus islamischen Ländern nach, die in Europa eingewandert sind und zeigt auf, dass sich viele Hindernisse für eine erfolgreiche Integration muslimischer Migranten auf die Religion zurückführen lassen.

Martin Prinz, Die unsichtbaren Seiten

h.schoenauer - 02.09.2020

martin prinz, die unsichtbaren seitenDie höchste Roman-Kunst besteht darin, sein eigenes Leben so aufzuschreiben, dass man meint, es sei eine allgemeingültige Geschichte der Menschheit.

Martin Prinz hat seine Kindheit in der Peripherie-Hauptstadt Lilienfeld verbracht, die 1976 während der tausendjährigen Babenberger-Ausstellung zumindest in Österreich zu Weltruhm gelangt ist. In den unsichtbaren Seiten beschreibt er einerseits Teile des erzählenden Ichs, die normalerweise nicht sichtbar sind, andererseits liegt den aufgeschriebenen Sequenzen immer eine geheime, unsichtbare Chronik zugrunde, die zwar während des Lesens kurz aufleuchtet, dann aber wieder mit dem zugeklappten Cover im Regal verschwindet, wenn der Roman abgestellt wird.

Constantin Schreiber, Inside Islam

andreas.markt-huter - 19.08.2020

constantin schreiber, inside islam„Es ist eine Schwelle, die die wenigsten Deutschen überschreiten: die in eine der zahlreichen Moscheen in unserem Land. Wir wissen sehr wenig über das, was sich in diesen Moscheen wirklich abspielt, und spekulieren doch so häufig darüber – etwa dann, wenn verstörende Videos und Predigten uns aufschrecken.“ (S. 11)

Constantin Schreiber geht in seinem Moschee-Report der Frage nach, was in den Moscheen geschieht, was dort gepredigt wird und wer die Moscheen besucht. Der Autor hat acht Monate lange verschiedene Moscheen in Deutschland besucht und seine Erfahrungen dazu anschaulich dargestellt.