Ekkehard Schönwiese, Schluss mit dem Hofertheater!
Ein Hofer-Jahr erkennt man daran, dass ab Jahresmitte plötzlich alle Wörter mit der Vorsilbe Hofer lächerlich werden. Hofer-Jahr, Hofer-Theater, Hofer-Umzug, die Leute biegen sich mittlerweile vor Lachen.
Ekkehard Schönwiese greift diese abgestumpfte Hoferstimmung auf und setzt noch eines drauf. Er untersucht mit frechem Auge die jeweiligen Inszenierungen, dramaturgischen Hofereien und Zwangsheroisierungen diverser Hoferstücke.
Die Liebe zu einer Stadt entsteht wie bei jeder Liebe zufällig. Als in den 1980er Jahren der Autor Cornelius Hell eine Stelle als Lektor irgendwo im Ausland sucht, wird ihm eine Stelle in Vilnius angeboten. Seither ist es die Stadt seines Lebens geworden. 
"Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, denn dass ein Reicher ins Reich Gottes komme heißt es in der Bibel." Curzio Maltese zeigt mit seinem penibel recherchierten Buch, wie sich der Vatikan in den letzten zwei Jahrzehnten zahlreiche Stolpersteine auf dem Weg ins Reich Gottes errichtet hat und auf Erden gut damit lebt.
Passend zum Andreas-Hofer-Jahr tritt mit diesem Roman nun auch seine Frau in das historische Blickfeld und bestätigt: hinter jedem Helden steht eine starke und leidende Frau.
Revolutionen sind vor allem für eines gut: Sie erwecken eigenbrötlerische Rituale von Melancholie und verdampfen dann als Klischee in den eigenen Sprüchen.
Börsenkrach, Wirtschaftskrise, Spannungen in einem Vielvölkerstaat, Spannungen zwischen Gesellschaft und Kirche, das Postulieren von Sündenböcken: Vieles scheint sich im Laufe der Geschichte zu wiederholen.
Wie lässt sich eine Reise am ehesten im permanenten Abfluss der Zeit verankern? - Indem man hintennach eine Art Nachschrift verfasst.
Wahrscheinlich ist momentan keine Literatur am Kontinent so wild wie die Ukrainische.
Manchmal lernt man aus einem Roman mehr über ein Thema als durch ein Studium. Im Roman nämlich dürfen gedankliche Alternativen ungeniert ausgesprochen werden, die in einer streng normierten wissenschaftlichen Öffentlichkeit tabu sind.