Hellmut von Cube, Mein Leben bei den Trollen
Toll, die Tiroler, ein kleiner Fetzen des Beobachters, und schon ist daraus ein Troll geworden. Feine Wochenend-Leute, wenn sie sich über den Samstags-Misthaufen lustig machen, geraten oft selbst in eine Situation, worin sich der Rezipient die Nase zuhält.
Das ist das Problem von Hellmut von Cube, er betritt Südtirol mit der Aura eines Besserwissers und erlebt nur Gagga. Darin gleicht er dem südtiroler Nachwortschreiber Herbert Rosendorfer, der ja seit seinem richterlichen Aufenthalt in der Wagnerstadt Bayreuth weiß, wie Provinz, Südtirol und Moral für die Nachwelt im Bozner Ambiente zu verankern sind.
Mit dem Mutterglück ist es so eine Sache, knapp am Kitsch angesiedelt zieht dieser Begriff seine Heldinnen oft gnadenlos in die Tiefe, sobald sich diese auf das Mutterglück berufen.
Manche Themen sind letztlich so unfassbar, dass sie ständig neu bearbeitet werden müssen. Kommunikation ist nicht umsonst einer der hundert wichtigsten Begriffe des vergangenen Jahrhunderts.
Wenn es eine Wirkung hätte, müsste es in der Apotheke verkauft werden. Der Unterschied zwischen Lebensmittel und Heilmittel ist leicht zu erkennen, was im Lebensmittelhandel verkauft wird, dient der bloßen Verdauung, was in der Apotheke verkauft wird, hat einen Beipackzettel, der schwer verdaulich ist.
Üblicherweise kommen Vögel in Gedichten vor und symbolisieren darin den leichten Vorüberflug der Zeit. Wolfgang Pollanz, der Meister des irritierenden Klischees, lässt naturgemäß seinen Vogel auf dem Grazer Hausberg landen, und wenn er schon einmal da ist, kommt er auch gleich in den Titel.
Wem kullern nicht verschmockte Pusteln der Gänsehaut über den Rücken, wenn jemand in einer verschwitzten Atmosphäre "Alles Walzer!" ruft. Reinhard P. Gruber geht noch einen Schritt weiter und ruft frech: "Alles Sport!"
Bücher sind in der Hauptsache zum Lesen da, manchmal aber dienen sie bloß dazu, etwas zu dokumentieren. Beim Buch von der roten Lilo muss man als Leser entweder vif sein, oder grenzenlose Rätsellust im Bauch haben.
Liebe, Tod und Sonnenschein, und das alles vielleicht mit einem doppelten Mausklick ausgelöst. - Unglaublich schlicht und hartnäckig geht der vierte "Käfer-Roman" mit jenen Dingen um, die den Stoff für Literatur abgeben.
Grandhotels sind markante Versammlungsorte von Schicksalen, Lebensläufen und Lebensentwürfen. Oft überdauern diese edlen Einrichtungen die Jahrhunderte und spreizen sich mächtig gegen den jeweiligen Zeitgeist.
Es gibt so Landstriche auf dem Kontinent, wo sich tatsächlich hinter jeder geographischen Krümmung eine neue Welt auftut.