Nina Schröder, weißt du was schnee ist
Südtiroler Anthologien erkennt man leicht daran, dass sie meist auf ein Gedicht von N.C. Kaser antworten. Auch bei den frechen Weihnachtsgeschichten ist es so, die Zeile vom frisch gefallenen Schnee stammt naturgemäß aus einem Kaser-Gedicht.
Als Vorüberlegung zum Weihnachtsfest stellt Nina Schröder die These auf, dass wir alle an Mangel leiden und zu Weihnachten schließlich das Hochamt des Mangels stattfindet. Alles, was wir an Gefühlen, Konsum und Ideen das Jahr über vermissen, soll an diesem Fest rasch und flutschig nachgeholt werden. Kein Wunder also, wenn Weihnachten manchmal etwas unrund abläuft.

Was wir im Tirolerischen Dialekt als sachte Anmache empfinden, etwa "Ruck zouba!", ist in diesem Buch chinesisch und heißt "Gehen wir!"
Vierzig Gedichte sind bei Gerhard Kofler natürlich mindestens hundertzwanzig. Man muss die Gedichte einmal in den beiden Sprachen Italienisch und Deutsch zählen und dann noch als Atmosphäre, die zwischen diesen Sprachen herrscht.
In Hannes Vyorals Gedichtband kommt die Wildnis von zwei Seiten, einmal vom Waldviertel und ein weiteres Mal von der Winterpuszta des Burgenlandes. Beide Gegenden gelten als die Wildnis Österreichs und sind irgendwie ideale Schauplätze für Lyrik der Reduktion und des konzentrierten Lebens. Tatsächlich geht es oft um Sonnenstände, Witterungen, Windlagen, die rund um das zurückgefahrene Leben kreisen, oft ist eine leichte Drehung des Tages im Kalender die einzige Veränderung.



