Iris Hanika, Musik für Flughäfen

Der Flughafen Tegel ist wie ein Ring um ein Ereignis gebaut, das vielleicht Abschied heißt oder Sehnsucht, jedenfalls trifft jemand die Erzählerin mit übergroßen Boxhandschuhen mitten ins Herz.
Iris Hanika zwickt in ihren kurzen Texten jeweils emotionale Wollfusel aus dem Gewebe, es sind Unebenheiten, Störungen, verstopfte Rillen in einer alten Langspielplatte.
Was wir im Tirolerischen Dialekt als sachte Anmache empfinden, etwa "Ruck zouba!", ist in diesem Buch chinesisch und heißt "Gehen wir!"
Vierzig Gedichte sind bei Gerhard Kofler natürlich mindestens hundertzwanzig. Man muss die Gedichte einmal in den beiden Sprachen Italienisch und Deutsch zählen und dann noch als Atmosphäre, die zwischen diesen Sprachen herrscht.
In Hannes Vyorals Gedichtband kommt die Wildnis von zwei Seiten, einmal vom Waldviertel und ein weiteres Mal von der Winterpuszta des Burgenlandes. Beide Gegenden gelten als die Wildnis Österreichs und sind irgendwie ideale Schauplätze für Lyrik der Reduktion und des konzentrierten Lebens. Tatsächlich geht es oft um Sonnenstände, Witterungen, Windlagen, die rund um das zurückgefahrene Leben kreisen, oft ist eine leichte Drehung des Tages im Kalender die einzige Veränderung.




