C.H. Huber, die poesie der waschstraße

Auf manche Gedichtbände fährt die Leserschaft schnurgerade ab, weil der Titel Aufmerksamkeit und Leselust erweckt.
C.H. Hubers Poesie der Waschstraße ist so ein verlockender Titel, der irgendwie an die Unendlichkeit der Milchstraße, das Plantschen in der Freizeit und das betuliche Putzen von kleinen Autos im aufgeräumten Milieu erinnert.




Nichts ist so schlimm, wie das achtlose Vergessen-Sein. Die Aufgabe der Lyrik ist es unter anderem, Dinge und Wörter zu bewahren, mit ihnen zu reden und ihnen ein Gefühl des Willkommenseins zu vermitteln. Umgekehrt belohnen die Dinge und Wörter die Menschen mit Poesie.
Was trocken unter dem Titel Dokumentation läuft, ist vielleicht die aufregendste Lyrik-Sammlung des ganzen Jahres.
Immer wieder seufzt jemand, er habe die ganze Zeit gewartet oder sie habe die ganze Zeit daran gedacht. Aber was ist diese ganze Zeit, wie lange dauert sie, wie umfangreich ist sie?
In einem Glas sitzt der Dichter, leicht durchgeschüttelt wie der Wein vor einer Verkostung, man kann noch nichts über den Geschmack sagen, der flüssige Dichter jedenfalls schaut besinnlich hoffnungsvoll aus dem Glas.
Als die schönen Tage gelten oft die unauffälligen, als die schönen Wanderungen die gemäßigten, als die schönen Gedichte vielleicht die unspektakulären.