tom burgis, kleptopia„Dies ist eine wahre Geschichte. Sämtliche Tatsachen, aus denen sie sich zusammensetzt, entstammen Interviews oder Dokumenten und werden, wo immer möglich, durch weitere Quellen belegt. Wenn gesagt wird, ein Protagonist habe dies oder jenes gedacht, geschieht dies, weil er diese Gedanken dem Autor mitgeteilt oder sonstwie dokumentiert hat.“ (S. 9)

„Kleptopia“ zeigt auf, wie nach dem Ende des Kalten Krieges staatliches Vermögen der ehemals kommunistischen Länder in einem System der Selbstbedienung, Korruption und Kriminalität in privaten Reichtum umgewandelt worden ist. Wie eine internationale Kleptokratie mit Hilfe des westlichen Finanzsektors sein kriminelles Netzwerk aufgebaut und schmutziges Geld gewaschen hat, ist Thema dieses investigativen Sachbuches.

slavo zizek, pandemie 2Die Größe eines Themas misst der Bibliothekar mit dem Meterband, wenn er die Regale abgeht. Zeigt das Verzeichnis lieferbare Bücher für das erste Corona-Jahr nur 217 Treffer, so sind es im zweiten Jahr vom ersten Quartal hochgerechnet bereits 600. Und natürlich ist kein Ende der Publikationen abzusehen, bei einem so großen Thema.

Der Philosoph Slavoj Žižek nennt seine Schriften Epochen-bildend „Pandemie!“ und nummeriert sie durch. Noch vor dem zweiten Pandemiejahr liefert er bereits den zweiten Band, worin fünfzehn Aufsätze und ein Anhang versammelt sind.

stephanie jentgens, lehrbuch literaturpädagogik„Das „Lehrbuch Literaturpädagogik“ ist ein Lernbegleiter, der die ganze Vielfalt dieses Tätigkeitsbereichs abdeckt. Es umreißt und erläutert die Handlungsfelder der Literaturpädagogik, formuliert Grundlagen für das pädagogische Handeln und gibt eine Einführung in die Kinder- und Jugendliteratur.“ (S. 9f)

Neben einer Einführung in die Grundlagen der Literaturpädagogik bietet das Lehrbuch einen kompakten Überblick zur Geschichte der Kinder- und Jugendliteratur, eine Einführung in die Praxis der Literaturpädagogik vom Kleinkind bis zum jungen Erwachsenen und zeigt organisatorische Hilfestellungen für literaturpädagogische Maßnahmen und Projekte, deren Evaluation und Sicherung von Nachhaltigkeit.

lukas thommen, die römische republik„In diesem Werk geht es darum, die Grundzüge der römischen Politik und Gesellschaft sowie deren Wandel über die lange Epoche von 500 Jahren verständlich zu machen. Zudem eröffnet die Beschäftigung mit der römischen Republik Einblicke in die Formierung politischer Gemeinschaft, Staatenbildung und Herrschaftssicherung.“ (S. 22)

Das Sachbuch zur Geschichte der römischen Republik zieht einen weiten Bogen von den Anfängen der Stadt im Zusammenschluss vereinzelter Siedlungen bis zum Ende der Republik nach den Bürgerkriegen in denen zunächst Caesar und dann Octavian als Sieger hervorgingen, der als Augustus schließlich erster Kaiser des römischen Reiches wurde.

robert fleck, art. kunst im 21. Jahrhundert„Eine der großen Herausforderungen im künstlerischen Schaffen besteht heute darin, wie man persönlich mit der nahezu unvermeidbaren Verbindung von digitalen und analogen Momenten in der eigenen Arbeit umgeht. Diese Fragestellung war noch vor zwei oder drei Jahrzehnten kaum abzusehen. Dementsprechend unvorbereitet, bisweilen auch frisch und neu sind die Antworten, vergleichbar mit dem Aufkommen der Abstraktion und des Films vor hundert Jahren.“ (S. 19)

Die Kunst der Gegenwart wird von zahlreichen Erscheinungen inspiriert aber auch beeinflusst und hat sich gerade unter den Einwirkungen digitaler Techniken sowie neuer Informations- und Kommunikationsmöglichkeiten radikal verändert. „Art. Kunst im 21. Jahrhundert“ spürt zentralen Fragen im Verhältnis zwischen Kunst und Gegenwart nach.

jens beljan, resonanzpädagogik auf dem prüfstand„Wir reden über Zweifel und Hoffnungen an der Resonanzpädagogik. Dabei erkunden wir das Wesen von Resonanz- und Entfremdungserfahrungen, thematisieren das Verhältnis zwischen Leistung und Resonanz im Bildungssystem, diskutieren über die Autonomie der Pädagogik und ihre Verortung gegenüber anderen Disziplinen, aber auch, was das spezifisch Neue an der Resonanzpädagogik ist.“ (S. 7)

Ausgangspunkt der Auseinandersetzung mit der Resonanzpädagogik ist die Frage, ob sich die Schule zu einem besseren Ort des Lernens und Lehrens machen lässt. Aber auch der Umstand, dass sich an den Schulen ein deutlich spürbares Unbehagen beobachten lässt, der sich aus einer zu starken Betonung äußerer Anreize als Leistungsmotivation ergibt, der die soziale Komponente pädagogischer Arbeit zu kurz kommen lässt. Wo dabei Probleme auftreten und wie sich mit dem Ansatz der Resonanzpädagogik Veränderungen bewirken lassen, ist Thema dieses Buch.

peter sloterdijk, den himmel zum Sprechen bringenIn einem von Pädagogen und Psychologen getränkten Literaturbetrieb bleibt letztlich nur mehr der Infantilismus, um sich auszudrücken. Alles, was sich nicht kindgemäß sagen lässt, scheint überflüssig und wertlos zu sein. Selbst die größten Dinge zwischen Himmel und Erde müssen zu Zwitschern zurechtgestutzt werden, ohne dass daraus wenigstes Vogelklang entstünde.

Peter Sloterdijk gilt mit seiner apokalyptischen Genesis „Kritik der zynischen Vernunft“ (1983) als Jahrhundertphilosoph, legendär ist etwa das Bild von der Atombombe, die man nicht verwenden, schauen oder berühren darf, weil sonst die Erde in die Luft fliegt. Diese Bombe lässt sich nur mehr aus der Ferne anbeten mit der Hoffnung, dass sie nichts hört und ohne Reaktion bleibt.

max schneider, perchten und bräucheAls hätten es die Vorfahren geahnt, dass es einmal das Fernsehen gibt, haben sie schon in der Steinzeit damit begonnen, eigenwillige Gestalten und Tänze zu entwickeln. Nach fünfzig Jahren Fernsehen gibt es keinen Flecken Welt mehr, der nicht unter dem Argus-Auge von Ethnologen und Volkskundlern abgefilmt und zu einem prächtigen Bildschirmereignis gemacht worden wäre.

In Tirol kommt verschärfend dazu, dass die abgefilmten Bräuche längst Inventar des Tourismus geworden sind, sodass man auf Anhieb nicht sagen kann, ist es jetzt ein Marketing-Ereignis oder eine althergebrachte Sitte, welche die Menschen als „Passen“ auf die Straße treibt.

slavo zizek, pandemieIm Schrecken dient das Rufzeichen als kurzes Atemholen, um die Dimension des Desasters für einen Augenblick in den Griff zu bekommen. Pandemie! (mit Rufzeichen) entspricht dem Pest! im Mittelalter, oder auch dem Alarm Feuer!, der in allen Sprachen wirkt.

Slavoj Žižek schlägt als zeitgenössischer Philosoph sofort einmal Alarm. Pandemie! Dieser Begriff umspannt nicht nur die ganze Welt, sondern auch den gesamten Wortschatz mit all seinen Begriffen.

Es ist noch nicht klar, was dieser Schock für die Welt bedeuten wird, aber in spontanen Hochrechnungen der Begriffe zeigt sich, dass so gut wie alles sich verändert. Nichts wird mehr so sein, wie wir es einmal verschriftlicht haben.

joachim detjen, politikkompetenz urteilsfähigkeit„In der Politikdidaktik herrscht mittlerweile weitgehend Einverständnis darüber, dass sich die mit Hilfe des Politikunterrichts anzustrebende Politikkompetenz aus vier Komponenten, Kompetenzdimensionen genannt, zusammensetzt. Es handelt sich um das politische Wissen, um die politische Urteilsfähigkeit, um die politische Handlungsfähigkeit sowie um politische Einstellungen und Motivation.“ (S. 6)

Das Sachbuch zur Politikdidaktik verfolgt das Ziel, die jeweiligen Kompetenzbereiche für die Entwicklung politischer Urteilsfähigkeit im Rahmen des Unterrichts herauszuarbeiten und aufzuzeigen.