Sachbuch

Paul Rösch / Patrick Rina, Wilde Jahre. Tourismus in Südtirol 1961–1983

h.schoenauer - 24.03.2026

Paul Rösch / Patrick Rina, Wilde Jahre. Tourismus in Südtirol 1961–1983„Eine Sennerin fährt auf einem Einersessellift über eine Liftstütze, auf der am Weg zur Alm auf französisch und englisch gewarnt wird: Please keep still!“ Diese Idylle aus dem Gadertal 1960 stimmt in „Wilde Jahre. Tourismus in Südtirol 1961–1983“ ein, eine Oral-history über Bruch und Aufbruch in Südtirol.

Paul Rösch, Jahrgang 1954, und Patrick Rina, Jahrgang 1987, beleuchten die frühen Jahre der Selbstfindung des Landes und die Entwicklung hin zu einer prosperierenden Wirtschaftsmacht. Beide Jahrgänge dokumentieren die Hauptbetroffenen des Tourismusbooms, der sich quasi von Kindheit an in die Psyche der Betreiber und Dulder hineingefressen hat.

Inga Rottinghaus-Höfer, Lernpotenziale prosodischer Leseförderung

Andreas Markt-Huter - 16.03.2026

Inga Rottinghaus-Höfer, Lernpotenziale prosodischer LeseförderungErfolgreich Lesende verfügen über die Fertigkeit, Wörter akkurat und automatisiert in angemessener Geschwindigkeit zu dekodieren. Diese Fertigkeiten werden unter dem Begriff „Leseflüssigkeit“ zusammengefasst. Auch wenn sie notwendig sind, um ein sicheres Leseverstehen zu entwickeln, so sind sie nicht ausreichend. Trotzdem konzentriert sich die schulische Förderung von Leseflüssigkeit bisher hauptsächlich auf diese Aspekte. Das Potenzial prosodischer Kompetenzen bleibt dagegen didaktisch ungenutzt …“ (S. 13)

Die wissenschaftliche Arbeit „Lernpotenziale prosodischer Leseförderung“ geht der Frage nach, inwiefern sich die Förderung der richtigen Betonung beim Lesen auf das Verständnis des Gelesenen auswirkt und damit eine sinnvolle Erweiterung der traditionellen Leserförderung im schulischen Unterricht darstellen kann.

Manfred Grieger, Voll auf Strom

Andreas Markt-Huter - 09.03.2026

Manfred Grieger, Voll auf Strom„Zur weiteren Vorbereitung der Unternehmensgründung und des Achenseeprojekts konstituierte sich am 23. April 1924 in Wien in den Räumen der Allgemeinen Österreichi-schen Boden-Credit-Anstalt ein Interimskomitee der Tiroler Wasserkraftwerke AG (TI-WAG).“ (S. 39)

Die Tiroler Elektrizitätswirtschaft stellt seit den 1920er Jahren neben dem Tourismus eine wich-tige Triebfeder für die ökonomische Entwicklung Tirols dar und nahm so eine nicht zu unter-schätzende Rolle im wirtschaftlichen Leben des Landes ein.

Alexander Kluy, Der Bleistift

h.schoenauer - 02.03.2026

Alexander Kluy, Der BleistiftDer Bleistift hat es geschafft – er ist von einem Alltagsgegenstand zu einem Kultgerät geworden. Schriftsteller und Zeichner betreiben Podcasts und Foren, um sich über neueste Rituale rund um den Bleistift zu informieren.

Alexander Kluy schöpft bei seiner „kleinen Kulturgeschichte“ über den Bleistift aus dem Vollen. Als Verfasser zahlreicher Schriftsteller-Biographien stößt er immer wieder auf Künstler, die das Schreiben geradezu kultisch betreiben, indem sie rund um den Bleistift eine magische Aura aufbauen.

Cornelius Hell, Lesezeichen & Lebenszeiten

h.schoenauer - 27.02.2026

Cornelius Hell, Lesezeichen & LebenszeitenWie Lymphe ist in der Literatur neben den Texten ein zweiter Kreislauf angelegt, gleichsam ein Immun- und Heilsystem, worin all die Rezensionen und Lebenserfahrungen beim Lesen als echte Bücher vertrieben werden. Es macht nämlich einen profunden Unterschied, ob die Begleitliteratur knapp an der Grenze zum Alltagsgeschehen publiziert wird oder als Fließtext, der sich quasi über das Leben der Rezensierenden spannt.

Cornelius Hell nennt sich selbst einen öffentlichen Leser, sein literarisches Leben lang nämlich ist er unterwegs, im öffentlichen Raum über Presse und Rundfunk den Diskurs über das Leben am Laufen zu halten. Was dabei in seinem Lektüre-Inneren vorgeht hat er in einem dichten Band mit den vier Begriffen zusammengefasst: Lese-Zeichen-Lebens-Zeiten.

Sabine Pitscheider, Arbeitseinsatz im Reich. Zwangsarbeit in Tirol 1939 – 1945

Andreas Markt-Huter - 25.02.2026

Sabine Pitscheider, Arbeitseinsatz im Reich. Zwangsarbeit in Tirol 1939 – 1945.„Den maßgeblichen Rahmen, wer wie zu behandeln war, bot die »Rassenhierarchie«, wonach das NS-Regime Menschen je nach Herkunft oder Religion in bessere und schlechtere, wertvolle und »minderwertige« einteilte.“ (S. 51)

Das nationalsozialistische Deutschland musste alle verfügbaren menschlichen Ressourcen und wirtschaftlichen Kapazitäten in die Fortsetzung des Krieges stecken. Reichte zu Beginn des Krieges noch die Anwerbung aus verbündeten und besetzten Staaten, so griff man im weiteren Verlauf immer stärker auf Zwangsarbeit und Kriegsgefangene zurück.

Peter Heather, Christentum - Aufstieg und Triumph einer Religion

Andreas Markt-Huter - 07.01.2026

Peter Heather, Christentum - Aufstieg und Triumph einer Religion„Die christliche Religion, der Konstantin die Treue schwor, hatte wenig Ähnlichkeit mit der ausdifferenzierten, monolithischen religiös-kulturellen Struktur, die sich bis zum 12. und 13. Jahrhundert herausgebildet hatte und die dann die überwiegende Mehrheit der unterschiedlichen Landschaften und Bevölkerungen Europas beherrschte, bis die Reformation in den 1500er Jahren ernsthaft Fuß fasste. Die Entstehung dieser außergewöhnlichen, voll ausgereiften Struktur soll im Mittelpunkt des vorliegenden Buches stehen.“ (S. 12)

Peter Heather erzählt die große und erstaunliche Entstehung und Ausbreitung des Christentums von den Anfängen bis ins Hochmittelalter, von der Zeit seiner Verfolgung bis in eine Zeit, in der es sich endgültig als bedeutender Machtfaktor der europäischen Politik und Kultur etabliert hat und selbst auch gezielt Macht und Gewalt einsetzt, um eigene Vorstellungen durchzusetzen.

Christopher Clark, Skandal in Königsberg

Andreas Markt-Huter - 03.01.2026

Christopher Clark, Skandal in Königsberg„Zwischen 1835 und 1842 braute sich in Königsberg ein Skandal um zwei Geistliche zusammen. Ihr Ruf wurde ruiniert, sie verloren ihre Stelle, kamen ins Gefängnis und wurden aus dem öffentlichen Leben verbannt. Die juristische Entlastung von den schwersten Anklagen, die man gegen sie vorgebracht hatte, kam zu spät, um den Schaden wiedergutzumachen.“ (S. 9)

In Königsberg, der Stadt des berühmten Philosophen Immanuel Kant, kam es vor knapp 200 Jahren zu einer Gerüchte- und Denunziationskampagne gegen die beiden lutherische Prediger Johannes Ebel und Georg Diestel. Der bekannte australische Historiker lässt den Skandal Revue passieren und bettet das Provinzereignis gekonnt und mit großer erzählerischer Kraft in sein damaliges historisches Umfeld ein, wobei auch Ähnlichkeiten mit Verhältnissen unserer Gegenwart nicht zu verkennen sind.

Manfred Hollegger / Markus Gneiß, Maximilian I. (1459-1519)

Andreas Markt-Huter - 10.12.2025

Manfred Hollegger / Markus Gneiß, Maximilian I. (1459-1519)„Um der ganzen Welt zu beweisen, dass die Habsburger das »das edelste Blut im Himmel und auf Erden seien«, ließ Maximilian durch seine Genealogen umfangreiche Stammbaumforschungen durchführen. Auftragsgemäß führten diese die habsburgische Dynastie auf die Staufer, Ottonen und Karolinger, bis auf die Trojaner und – vom Kaiser später allerdings wieder verworfen – bis auf Noah zurück.“ (S. 11)

Kaiser Maximilian I. gilt als Kaiser der Übergangszeit vom Mittelalter zur Neuzeit und spielt als Habsburger für Österreich und ganz speziell für Tirol eine herausragende Rolle. Neben dem berühmten Goldenen Dachl wird in Tirol mit Maximilian, der Innsbruck für kurze Zeit zu einer europäischen Metropole aufsteigen ließ, auch noch die Legende seines missglückten Aufstiegs in die Martinswand bei Zirl verbunden, wo ihm ein Engel in Gestalt eines Hirten zu Hilfe gekommen sein soll.

Christian Grataloup, Geogeschichte - Die Macht der Geografie in der Weltgeschichte

Andreas Markt-Huter - 03.12.2025

Christian Grataloup, Geogeschichte - Die Macht der Geografie in der Weltgeschichte„Dem vorliegenden Buch geht es um eine Synthese dieser beiden Perspektiven. Die erste, horizontale, ist die der Beziehungen zwischen Gesellschaften auf der Erdoberfläche, die der Grenzen und Konflikte, der Verbreitungen und Eroberungen. Die zweite, vertikale, ist die der Domestizierungen, des Bergbaus, der Reisfelder, der Verschmutzungen. Unsere Erzählung verknüpft beide, um mit den Füßen fest auf der Erde zu bleiben. Wir werden Meeresströmungen und Seefahrer kennenlernen, Berge, Wüsten und Eroberer, Bauern und zu kalte Winter …“ (S. 12)

Wie, in welchem Zeitraum und aus welchen Gründen ist die erstaunliche Verbreitung des Menschen über alle Regionen dieser Erde erfolgt und was waren die Ursachen für die unterschiedlichen Dynamiken und Entwicklungsgeschwindigkeiten von Gesellschaften? Diesen Fragen werden in Bezug auf ihre geographischen, klimatischen und gesellschaftlichen Voraussetzungen und Veränderungen gestellt, um Ursachen und Wirkungen auf den historischen Verlauf der Menschheitsgeschichte nachzugehen. Dabei sollen die Erklärungsmodelle Werkzeuge der Geographie für das Verständnis der Vergangenheit fruchtbar gemacht werden.