Kuiper / Mudde, Warum Männer nur mit Perücke Fahrrad fahren sollten
Eine Aufgabe der Wissenschaft besteht darin, alles, und sei es noch so verrückt, zu erforschen. Und umgekehrt erhalten die trivialsten Angelegenheiten einen fundamentalen Sinn, wenn sich die Wissenschaft damit beschäftigt hat.
Die beiden Journalisten und Unterhaltungsschriftsteller Rik Kuiper und Tonie Mudde haben 101 verrückte Erkenntnisse aus der Wissenschaft zusammengetragen und in Form von kleinen Infotainement-Stories aufbereitet. Letztlich sind alle wichtigen Lebensbereiche wie Arbeitswelt, Gesundheit, Sex, Ernährung, Sport oder Esoterik mit witzigen Untersuchungen vertreten.
Sprichwörter begleiten uns unauffällig durch den Alltag, manche sind so was von allgemeingültig geworden, dass wir gar nicht mehr auf die Idee kommen, dass sie vielleicht gar nicht stimmen und verlogen sind.
Im Tourismus werden unter dem Label ?Weiße Nächte Dämmerungen in Sankt Petersburg ausgelobt, wobei man sich ordentlich betrinkt, dem Hochklappen der Brücken über die Newa zusieht und sich freut, dass die Sonne zwar verschwindet, aber das Licht über Nacht erhalten bleibt.
Wer im Sumpf sitzt, kriegt nicht viel mit und hält das Quaken der Frösche für Ansprachen. Österreicher sind begnadete Sumpf-Sitzer, weshalb es gut tut, wenn ab und zu eine Korrespondentin von außen den Saftladen begutachtet, den viele für den Mittelpunkt der Welt halten.
Das ganze Land marschiert durch das Andreas-Hofer-Jubiläums-Jahr, man feiert allerorten die berühmt berüchtigten Geschehnisse vor zweihundert Jahren und vergisst dabei eines:
Wenn man sich erwartet, dass Literatur als Gebrauchsanweisung gelesen werden kann, dann muss man damit rechnen, dass echte Gebrauchsanweisung auch zu Literatur ausarten kann.
Ein Roman kann an manchen Tagen wie eine Zauberformel wirken. Der mieseste Alltag, die gewöhnlichste Trivialität, die flachsten Gedankengänge - alles kann plötzlich zu einem Abenteuer werden, wenn sich ein Roman dieser Dinge annimmt.
Wirf den Schaffner aus dem Zug! - Mit diesem fulminanten Buch-Titel hat Dietmar Füssel vor gut zwanzig Jahren seine Schriftstellerkarriere begonnen. Seither ist er seinem Konzept einer grotesken Darstellung der Welt treu geblieben.
Auf einem Weinfass im Himmel nuckelt Andreas Hofer durch die Ewigkeit, ab und zu schaut er auf den irdischen Boden, wo zu seinen Ehren ständig Paraden abgehalten werden.
Vermutlich verbreiten Schilder in ihrer Aussage gleich viel Sinn wie Unsinn. Und wie in der Literatur gilt auch im Schilderwald die Faustregel: Wie du es siehst, so ist es!