Gustav Ernst, Helden der Kunst, Helden der Liebe
Was machen österreichische Schriftsteller, wenn sie nicht gerade dichten? - Sie fahren tagelang von einem Lesungsort zum andern und ziehen jeden Abend über ihre Kolleginnen und Kollegen her.
Ein Ich-Erzähler und sein Schriftstellerkollege Luc sind auf dem Weg nach Frankfurt. Die Welt ist nirgends so realistisch wie auf der Autobahn, zwischen Rasern, Dränglern und Rechtsüberholern liegen oft hunderte Kilometer purer Ereignislosigkeit.
Moderne Liebesgeschichten laufen längst nach virtuellen Gesetzen ab. Pech für die Liebenden ist nur, dass sich Hormone und Körper noch nicht ganz auf diese neue Lebensform eingestellt haben.
Hilf dir selbst, sonst hilft dir Gott. So in etwa könnte die Grundbotschaft jener beiden Erzählungen lauten, die den Ich-Erzähler an jene Grenze gebracht haben, hinter welcher entweder das Jenseits oder die irdische Verstümmelung warten.
Wahrscheinlich wird niemand wegen eines Librettos in die Oper gehen. Aber wenn das dramaturgische Rückgrat einer solchen Aufführung spannend ist, ist es sicher kein Schaden für das Gesamtkunstwerk.
In heftigen Erzählungen tobt manchmal das Ich gegen seine eigenen Erzähl-Wände.
Mit dem Mutterglück ist es so eine Sache, knapp am Kitsch angesiedelt zieht dieser Begriff seine Heldinnen oft gnadenlos in die Tiefe, sobald sich diese auf das Mutterglück berufen.
Üblicherweise kommen Vögel in Gedichten vor und symbolisieren darin den leichten Vorüberflug der Zeit. Wolfgang Pollanz, der Meister des irritierenden Klischees, lässt naturgemäß seinen Vogel auf dem Grazer Hausberg landen, und wenn er schon einmal da ist, kommt er auch gleich in den Titel.
Kann man in der Einöde eine Ehe über die Bühne bringen und führt nicht jede Ehe in die Einöde?
Oft liegen die Geheimnisse unter einer Wolldecke versteckt, das Kind schlüpft darunter und die Abenteuer legen los.
Ein ziemlich ungemütlicher Titel, Der Befall, erinnert an Maul- und Klauenseuche, wenn ganze Tierherden befallen werden. Und dabei ist es ein schöner, harmonischer, umfangreicher Roman.