Linda Stift, Stierhunger
Der Gugelhupf gilt nicht nur als der König der österreichischen Kaffeejause, unter Gugelhupf versteht man auch eine psychiatrische Anstalt mit mehr oder weniger ringförmigem Auslauf.
Der Roman Stierhunger beginnt wie eine Vorabendserie. Eine unbekannte Frau bittet die Ich-Erzählerin, ihr doch den halben Gugelhupf abzunehmen, da ihr ein ganzer zu viel ist. Über den Gugelhupf kommen bekanntlich die skurrilsten Leute zusammen, die Erzählerin ist bald einmal bei der Gugelhupffrau zu Gast und erlebt einen Transfer in eine andere Zeit.
Sogenannte echte Künstler erleben nicht nur die Welt manchmal als unerträglich, auch die Erotik flippt öfter einmal in seltsame Seitengassen der Empfindung aus, wenn sie von Künstlern ins Spiel gebracht wird.
Im Zeitalter durchgehender Terrorangst darf man nirgendwo auf der Welt einen Koffer abstellen, ohne dass dieser nicht sofort gesprengt würde.
Nirgendwo lässt sich die Geschichte so genau beschreiben wie im Familienkreis. Selbst die großen weltbewegenden Vorgänge wirken manchmal wie ein Durchblättern eines Familienalbums.
Dein Bild ist gemalt / wir bewundern es jeden Tag! – Bereits diese Präambel, die wie ein Grabstein vor die Erzählung gemeißelt ist, lässt erahnen, mit welcher Inbrunst hier ein Vaterbild an die Wand der Erinnerung gehängt wird.
Ein aufregendes Leben beginnt üblicherweise mit einer Sturzgeburt, während die Mutter seufzt.
Einbruch ist so ungefähr das aufregendste Wort, das in der Literatur auftauchen kann. Da gibt es den Klassiker im Krimibereich, wo einfach ein Einbruch geschieht, im Sport erleiden Helden oft knapp vor dem Ziel ihren totalen Einbruch und auch der psychische Einbruch ist nicht ohne.
Was passiert, wenn unsere Illusionen Wirklichkeit werden? – Führen sanfte Illusionen nicht zwangsläufig zu einer harten Landung?
Wer glaubt, er ist, was er ist, täuscht sich gewaltig. Im Zeitalter der genetischen Nachverfolgung der Vorfahren entpuppt sich so mancher Stammbaumhalter als formidables Kuckuckskind.