Friedrich Hahn, Komme, was wolle
Wie liest ein Nichtraucher einen Raucher-Roman? – Schnell, damit er keine braunen Finger kriegt. Und wie soll ein Zuckerbergverweigerer einen facebook-Roman lesen?
Friedrich Hahn lässt seinen hilflosen Helden dieses Mal im Facebook untergehen. Das tut nicht weh, ist sinnlos, und vergeht, wie es gekommen ist. Der Held heißt Erich Fröschl, ist 58 und von der Bank gerade golden beshaked worden. Jetzt ist er in der Ich-Perspektive, frustriert, einsam, vielleicht sollte er die Gefühle noch einmal auspacken oder zumindest die erotisch brauchbaren Teile davon.
Eine halbwegs sensible Seele vermag durchaus aus der eigenen Familie eine Universalgeschichte herauszulesen. In großen Cinemascope-Träumen geht dann die Geschichte Europas in eine Familiengeschichte über.
Wenn etwas nicht mehr weitergeht, seufzt meist jemand „sinnlos!“, und die Sache ist vorläufig vertagt.
Wenn etwas an der Oberfläche glatt und verlogen ist, muss man das Botox eben unterirdisch spritzen in Gestalt von Groteske und Anarchie.
Überqualifiziert ist in der Arbeitswelt eine elegante Umschreibung für Kotzen. Wenn jemand keinen Zugang zur Arbeit findet, beschreibt man ihn beschönigend als überqualifiziert, damit er nicht gleich alles hinschmeißt, sondern sinnlos weitersucht.
In zivilisierten Gesellschaften hat der Staat das Gewaltmonopol, und damit möglichst viele Staatsbürger davon kosten können, gibt es in manchen Staaten eine Wehrpflicht.
Historische Romane benützen oft nur minimale Erzähl-Stäbchen, um den Leser sauber mit dem fetten Stoff in Verbindung zu bringen und eine generelle Verdauung auszulösen.
Die Liebe kann neben allerhand Störungen oder Zauberkräften auch eine satte Identitätskrise auslösen.
Ein Zug nach Prag, in dem ein Kafka sitzt, ist ungefähr so witzig wie ein Railjet, in dem die Schwarzen Mander auf dem Weg in die Innsbrucker Hofkirche sitzen.
Wir wissen mehr über Arnold Schwarzenegger als über unsere Eltern. (11)