Carolina Schutti, Wer getragen wird braucht keine Schuhe
Die wahren Geschichte spielen sich meist jenseits der Google-Welt ab, nur in kurzen Schimmern tauchen dabei die Helden auf und verlöschen in sich selbst.
Eine stille Geschichte, die nicht nur unter die Haut geht sondern quasi unter der Haut spielt, hat Carolina Schutti in einem konzentrierten Roman aufbereitet.
Wenn in einer Gesellschaft absolut nichts los ist, außer dass ihre Mitglieder abgekapselt in ihren Bodies hocken und vom generellen Nichts träumen, dann muss folglich auch die Literatur dementsprechend abgekapselt in ihrem Literatur-Body sitzen und vom Nichts träumen.
Rabenkinder sind die aus dem Nest verstoßenen Kinder von Rabeneltern. Im Volksmund ist man mit diesen Begriffen recht vorschnell, etwas salopp formuliert sind letztlich alle Kinder, die aus dem häuslichen Nest fallen, Rabenkinder.
Nichts lässt sich so schwer finden wie die eigene Persönlichkeit. Bis sich so ein Individuum zu einem singulären Ereignis zusammengerappelt hat, bedarf es oft eines lebenslangen Kampfes.
Ein heftiges Leben gleicht immer auch einer heftigen Schauspieler-Karriere, worin einem die Super-Rollen nur so in die Hand purzeln. Aber wer gut schau spielt, bei dem wendet sich oft auch das Leben ab.
Das Leben unterliegt oft seltsamen Maßeinheiten, die biographischen Epochen dümpeln so dahin, und dann gibt es aus heiterem Himmel heraus eine Begegnung, die das Zeitgefüge durcheinander bringt.
Sobald man über den Tod zu schreiben beginnt, zeigt er sich mit jedem Satz rätselhafter und logischer zugleich.
Die große Geschichte eines Landes und die kleine Geschichte einer Persönlichkeit haben eines gemeinsam: Beide dauern letztlich gleich lang und die jeweiligen Höhe- und Tiefpunkte haben scheinbar nichts miteinander zu tun.
Guten Sex hat man dann, wenn man gut davon spricht, auch wenn man keinen hat. Noch immer ist nämlich nicht geklärt, ob man zuerst über den Sex gut sprechen muss, um einen zu haben, oder zuerst einen haben muss, um gut darüber zu reden.