Tad Williams, Brüder des Windes
„Ich unternehme es jetzt, die Geschichte meines Herrn Hakatri zu erzählen oder jedenfalls die Teile, die ich selbst miterlebt habe, doch noch ehe ich beginne, bin ich schon voller Zweifel. Ich kann die Geschichte meines Herrn nicht erzählen, ohne auch von mir zu berichten, aber ich bin nicht mehr der Pamon Kes, der so lange an seiner Seite gereist ist. Das, was uns widerfuhr, hat mich fast so verändert wie ihn, und ich erinnere mich kaum noch an den, der ich damals war.“ (S. 13)
Pamon Kes, aus dem Volk der Tinukeda’ya, ist der Waffenträger und treue Diener des Zida’ya-Prinzen, Hakatri. Als Kind von seinem Herrn auserwählt konnte er eine Stellung bekleiden, die noch keiner seines Volkes erreichen konnte. Ein unglücklicher und unüberlegter Schwur von Hakatris jüngerem Bruder Ineluki löst eine Katastrophe aus, die das Leben aller Beteiligten dramatisch verändern wird.
„Europas Kathedralen sind seine schönsten Kunstwerke – nicht allein Zeugen des christlichen Glaubens, auch der Architektur, der Ingenieur- und Handwerkskunst. Nach nahezu acht Jahrhunderten erheben sich noch allerorten ihre Türme über den Städten – von Köln bis Palermo, von Moskau bis Barcelona.“ (S. IX)
„»Du bist Simon Randell«, sagte Corien und berührte seine Schläfe mit zitternden Fingern. »Natürlich bist du das. Und jetzt bist du hier« Er küsste Simons Stirn, und mit der Berührung seiner kalten Lippen breitete sich eine Wärme in Simons Körper aus, die ihn beruhigte. »Und jetzt«, flüsterte Corien, »gehörst du mir.« (S. 16)
„Keine alte Hochkultur ist faszinierender als das Ägypten der Pharaonen. Seine Kunst, seine Bauwerke und Götter sind noch heute weithin bekannt – als Teil einer langen und faszinierenden Geschichte. Zahlreiche erhaltene Überreste und Belege machen deutlich, dass die Alten Ägypter, vom König bis zum Tischler, einer dynamischen Kultur angehörten, die uns heute, Tausende Jahre später, immer noch fesselt.“ (S. 9)
„»Derzeit sind sechs Menschen auf Athos registriert. Vor dem Unfall, der sich vor 336 Stunden ereignet hat, waren es sieben. Es ist in der Halalfleischzucht passiert, die in einem Teil der stillgelegten Tunnel eingerichtet wurde und mit der die Besatzung einiger wohlhabender neptunischer Gasminen versorgt wird. Die MARFA hat den Zwischenfall umgehend gemeldet.« »Obwohl sie schuldig sein soll?« »Ja, das ist seltsam«, bestätige ich.“ (S. 36)
„Meer – Wald. Das war’s, was auf New Tahiti zur Auswahl stand. Wasser und Sonne oder Dunkelheit und Laub. Aber jetzt waren Männer gekommen, um der Dunkelheit ein Ende zu bereiten und das Durcheinander an Bäumen in saubere, gesägte Bohlen zu verwandeln, die auf der Erde kostbarer waren als Gold.“ (S. 22 f)
„Architektur ist weitgehend unumgänglich. Sie dient als Rahmen und Kulisse für die meiste Zeit unseres Lebens – da liegt sie wie ein riesiges Geschichtsbuch oder eine Enzyklopädie vor unseren Augen und wartet darauf, gelesen und erforscht zu werden. Das Verständnis für die Architektur der Welt bereichert unser Bewusstsein ungemein …“ (S. 4)
„Im Jahr 1634 war die Vereinigte Niederländische Ostindien-Kompanie die wohlhabendste Handelsgesellschaft auf dem gesamten Globus, mit Außenposten, die sich über ganz Asien und das afrikanische Kap verteilten. Der profitabelste dieser Außenposten war Batavia.“ (S. 7)
„In den Jahren nach der Dagor Bragollach und dem Fall Fingolfins wurden die Schatten der Frucht länger, die Morgoth über das Land warf. Aber im vierhundertneunundsechzigsten Jahr nach der Rückkehr der Noldor nach Mittelerde rührte sich Hoffnung unter den Elben und Menschen, denn es gab Gerüchte über die Taten Berens und Lúthiens und wie man Morgoth sogar auf seinem Thron in Angband Schande zugefügt habe.“ (S. 101 f)
„»Ihr beiden, steht mir bei. Auf dass unser Stück den Beifall der Menge findet.« »Sprich mir nicht von der Menge, Direktor!« »Ihr gefällt allein die Oberfläche; nur wer in die Tiefe geht, bleibt der Nachwelt erhalten.« »Nachwelt! Nachwelt! Verschont mich damit! Wer macht denn der Mitwelt Spaß?« »Vor allem muss genug geschehen! Die Masse könnt ihr nur durch Masse bezwingen« »Fühlt ihr denn nicht, wie schlecht ein solches Ansinnen ist? Wie wenig das dem echten Künstler gemäß ist?«“ (S. 7)