Gregor Wolf, Etzel Zauderkern und die Macht der Wünsche
„Etzel erzählte den drei Männern, was er erlebt hatte. Vom Wald und dem Überfall, von den Räubern, dem Flammenzauber, der Flucht und ihrem knappen Entkommen. Als er geendet hatte, sagte Herzog Helm: »Ruh dich aus. Und bringe Gram die Heilkräuter.« Etzel sah zu den Damen, die wieder stickten. Dann reichte er dem Herzog die Botentasche und verließ den Rittersaal und den Saalbau.“ (S. 16)
Der junge Zauberlehrling Etzel sucht gerade den Wald nach heilenden Kräutern für seinen erkrankten Meister Gram Graufels ab, als er plötzlich einen Überfall wahrnimmt. Zwei bewaffnete Räuber halten einen Reiter fest und fordern von diesem eine Tasche mit dem königlichen Wappen. Mit Hilfe eines kleinen Zaubertricks gelingt es Etzel die Räuber in die Flucht zu schlagen und den schwer verwundeten Boten der Königin auf die Burg zu Herzog Helm zu bringen.
„Wir sehen sie kaum in der Dunkelheit, sie sind Schatten zwischen dem Flackern der Fackeln. Aber wir hören sie. Ein kühler Wind trägt ihre Stimmen und ihr Lachen bis zu unserem Versteck. Sie denken nicht daran, sich schlafen zu legen. Die dritte Nacht, der dritte Versuch. Wahrscheinlich der dritte Fehlschlag.“ (S. 7)
„Die See wusste nichts von Zeit. Stunden, Tage, Wochen, Jahre, Jahrhunderte – alles Worte ohne jede Bedeutung für die See. Wie lange sie auf ihre verlorene Tochter gewartet hatte, zwei lange Ewigkeiten oder einen halben Wimpernschlag, ließ sich also nicht sagen, doch als Edda Valt zu ihre zurückkehrte, da schloss die See sie in eine stille Umarmung, zog sie hinab bis ins Herz der Stille, bis in die reglose Ruhe tiefer Gewässer.“ (S. 8)
„Ich unternehme es jetzt, die Geschichte meines Herrn Hakatri zu erzählen oder jedenfalls die Teile, die ich selbst miterlebt habe, doch noch ehe ich beginne, bin ich schon voller Zweifel. Ich kann die Geschichte meines Herrn nicht erzählen, ohne auch von mir zu berichten, aber ich bin nicht mehr der Pamon Kes, der so lange an seiner Seite gereist ist. Das, was uns widerfuhr, hat mich fast so verändert wie ihn, und ich erinnere mich kaum noch an den, der ich damals war.“ (S. 13)
„Geschichten handeln oft von guten Menschen, die etwas Schlechtes tun, und diese Geschichte ist keine Ausnahme. Der Held unserer Geschichte heißt Harrison, und das mit dem »Helden« meine ich tatsächlich ernst. Denn bevor es losgeht, will ich unbedingt eines klarstellen: Harrison hatte ein großes Herz.“ (S. 7)
„Ein Windstoß fegt über die brüchige Mauer hinweg, die mein notdürftiges Versteck bildet. Quirin, der mehr Verständnis für Neugierde hat als jeder andere Mensch, den ich kenne, hat mir den Platz zugewiesen und verlässt sich darauf, dass ich stillhalte. Er weiß, dass ich weiß, wie wichtig es ist, unbemerkt zu bleiben. Offiziell bin ich, ist meine ganze Gruppe längst nicht mehr hier, sondern nach Westen weitergezogen.“ (S. 8)
„Ich habe einen kleinen Bruder. Mortimer heißt er und er ist acht Jahre alt. Er hat weißblonde Haare und blaue Augen und in einer Wange ein Grübchen. Er ist das Beste, was es gibt, finde ich. Ich habe ihn einfach unglaublich lieb. Manchmal nervt er mich natürlich, aber ich liebe ihn trotzdem. Ich selbst heiße Samuel. Ich bin elf und habe dunkle Haare und sehe wohl ziemlich gewöhnlich aus, würde ich sagen.“
„Eine mächtige Gestalt, in einen Kapuzenumhang gehüllt, unter dem weder Füße noch Gesicht zu erkennen waren, glitt sanft über den Boden schwebend auf ihn zu und sog die Nacht in sich ein. Harry stolperte zurück und hob den Zauberstab. »Expecto patronum!« Ein silbriger Dunstfaden aus der Spitze des Zauberstabs und der Dementor wurde langsamer, doch der Zauber hatte nicht richtig gewirkt.“
„Seit Flo denken kann, ist er der Zauberschüler vom Großen Hexenmeister Basil Humbuck. Jetzt hat der Meister aus einem Regenwurm einen fürchterlichen Giftwurm erschaffen. Mit dem Großen Grol will er die Magische Quelle zerstören, um die Herrscher über den Zauberwald zu werden.“
„»Ragnara hat meine Schwester«, flüsterte ich. Ben brüllte etwas heraus, das ich zum Glück nicht verstand, und Rebecca schnappte nach Luft. »Ragnara ist unterwegs hierher, um mich zu holen, weil sie uns beide haben will.« Rebecca umklammerte die Tischkante. »Wir lassen Thora und Varnar eine Nachricht zukommen. Die gesamte Widerstandsbewegung ist in Haraldsborg in Hrafnheim versammelt. Vielleicht können sie herkommen und dich beschützen.« Ich schob den Unterkiefer vor. »Das reicht nicht. Monster hat gesagt, dass ich Seren finden muss. Ich muss selbst nach Hrafnheim.« (S. 31)