Manfred Schwarz, Schloss Ambras Innsbruck
„»Im Buch werden zwei Kinder mit ihrem Onkel ein Museum besuchen und jede Menge Schätze entdecken. Und ratet mal, wer die drei sein werden?« Die Kinder grübeln und grübeln. Dann fällt David fast sein Kinn auf den Boden: »Was? Etwa wir?« »Genau «, grinst Manfred breit. »Ich werde berühmt!«, springt Anna in die Luft. Auch David ist sehr aufgeregt. »Und was müssen wir machen?« »Wir könnten uns zunächst vorstellen«, schlägt Manfred vor.
Die beiden Geschwister Anna und David freuen sich immer auf den Besuch von Onkel Manfred, der es liebt, Museumsführungen für Kinder zu machen. Diesmal schlägt er ihnen vor ein Kinderbuch mit ihnen als Helden zu verfassen. Es soll ein Buch über einen Museumsbesuch mit vielen Fotos, Zeichnungen, Fragen, Ideen und Rätseln sein. Begeistert machen sich die drei nun auf den Weg ins Museum Schloss Ambras.
„Doch das Menschenmädchen schüttelte nur stumm den Kopf. Ihre langen schwarzen Haare flogen im Nachtwind und ein merkwürdiger Geruch stieg der alten Wölfin in die Nase. Ihre Nackenhaare sträubten sich. Irgendetwas stimmte nicht mit diesem weiblichen Jungmenschen. Sie roch falsch. Und dieses Falsche breitete sich aus wie Blut im Schnee nach einem Riss. Knurrend erhob sich die alte Wölfin und wich zurück in die Dunkelheit des Geheges.“ (S. 9)
„Viele Jahre lang verlief das Leben im Haus vollkommen ereignislos. Dann kamen die Barbaren. Ausgerechnet Pietro erfuhr es als Erster, was eigentlich seltsam war, weil er zwar für das Haus arbeitete, jedoch nicht dort wohnte. Denn das Haus stand in der Stadt und gehörte dem Senator, der es mit seiner Familie und seinen engsten Vertrauten bewohnte. Pietro dagegen war nur der Schweinehirte.“ (S. 6)
„In diesem Moment begann die morgendliche Durchsage. »Schon von der neuen E-Sport-AG hier an der Ironville Middle School gehört?«, fragte der Schülersprecher. »Was? Hast du E-Sport gesagt? Richtig gehört. Wir haben gerade acht brandneue, voll ausgestattete Providia X-Master Gaming-PCs bekommen. Nur dank Ms Peterson und Caleb Arnett. Wenn du also gern zockst und mehr wissen willst, komm zur Infoveranstaltung heute nach der Schule im Computerraum.«“ (S. 16)
„Bestimmt hast du schon einiges über Geschichte gehört, und vielleicht hast du sogar schon Bücher über wichtige Staatslenker, über alte Städte, berühmte Entdeckungen und außergewöhnliche Ereignisse aus der Vergangenheit gelesen. Aber die Geschichte ist so viel mehr als das. Geschichte ist auch und vor allem die Geschichte von uns allen: alles, was ganz gewöhnlichen Frauen und Männern, Mädchen und Jungen, eben solche wie du, erleben.“ (S. 6)
„Die in diesem Buch vorgestellten Gegenstände gelten nicht wegen ihres Sachwertes als kostbar – einige bestehen aus Edelmetallen und sind unbezahlbar, andere wiederum wurden aus einfachen Materialien wie Ton, Stein oder Holz gefertigt –, sondern aufgrund der Bedeutung, die ihnen die Gesellschaft beimisst, in der sie entstanden. Nicht das Objekt selbst bestimmt seinen Wert, sondern der kulturelle Kontext, weltanschauliche Überzeugungen und Traditionen.“ (S. 11)
„Die ersten Kulturen entstanden entlang großer Flüsse in Mesopotamien (dem heutigen Irak) und China. Im Lauf der Zeit kamen überall auf der Welt viele weitere dazu. Dieses Buch zeigt Szenen aus 12 antiken Kulturen in Afrika, Amerika, Asien, Europa und Ozeanien. Auf dieser Karte siehst du, wo sie sich befanden.“ (S. 2)
„Anders als viele Menschen, die denken besonders begabt zu sein, besaß Wittgenstein tatsächlich Genialität. Damit ist gemeint, dass er nicht Denkweisen von anderen einfach übernehmen konnte, sondern sein Eigenes in alle Dinge hineinlegen musste, die er tat. Er bildete selbst Muster – sei es in der Philosophie oder Architektur u.a. – anstatt nur die von anderen bereits gegebenen Muster weiterzuführen.“ (S. 12)
„In diesem Buch geht es um unmögliche und wundersame Ereignisse, die sich nie zugetragen haben, inmitten von unmöglichen und undenkbaren Ereignissen, die allesamt wahr sind.
„Den meisten Menschen fällt es schwer, sich ihrer frühesten Erinnerungen zu entsinnen. Es kostet sie Mühe, so als streckten sie sich nach ihren Zehen. Joe aber ging es nicht so – was daran lag, dass diese Erinnerung eine Woche nach seinem dreiundvierzigsten Geburtstag entstand. Er stieg aus dem Zug. Das war es: das Allererste, woran er sich erinnerte.“ (S. 11)