Erwin Moser, Das verzauberte Bilderbuch
„Aus dem Clown mit Ballon … wird das Haus mit der Sonn‘. Aus der Tür in der Mauer … wird ein Tier auf der Lauer. Aus dem Hut aus Filz … wird ein guter Pilz.“
Es scheint eine Eigenart des Menschen zu sein, bestimmte Formen als sinnstiftende Bilder zu interpretieren. Vor allem in der Natur begegnen uns immer wieder Landschaften, Bäume, Sträucher oder Wolken, in denen wir Gesichter, Tiere oder fabelhafte Figuren zu erkennen glauben. Erwin Moser zeigt sich als ein meisterhafter Beobachter, der mit liebevoller Fantasie, seinen Bildern ein neues Leben einhaucht.
„An dem Morgen, als der große Weiße Hai nach Rockport gebracht wurde, steckten mein bester Freund und ich gerade unsere Finger in die Wechselgeldschlitze sämtlicher Münztelefone der Stadt. Während des Sommers kamen wir dabei durchschnittlich auf zwei Dollar pro Tag, die wir für gewöhnlich gegen Süßigkeiten austauschten.“ (S. 10)
„Es war einmal ein schönes großes Haus am Meer. Zwei Familien wohnten darin, eine links und eine rechts. Es war quer über den Fluss gebaut, damit man ohne große Mühe an das frische Wasser gelangen konnte. Früher hatte eine steinerne Brücke mit Löwenköpfen die beiden Teile des Hauses verbunden. Doch eines Nachts schlug der Blitz ein, mitten auf der Brücke und durch die Brücke hindurch. Die steinernen Löwenköpfe purzelten in den Fluss und niemand konnte mehr hinüber.“ (S. 5)
„»Hurra! Bald ist Schlüpftag! Mein Schlüpftag!«, jubelt Meta und freut sich wie noch nie. Bald wird sie ein wunderschöner Schmetterling sein: bunt wie ein Regenbogen und frei wie ein Vogel. Meta kann das Schlüpfen kaum erwarten. Gestern ist sogar schon ein Stückchen von ihrem Kokondeckel abgeplatzt.“ (S. 11)
„»Wenn aber gleich eine ganze Menge von Feuersteingeräten nebeneinander entdeckt werden, dann muss da irgendwo in der Nähe doch noch eine unbekannte eiszeitliche Wohnstätte oder sogar eine Höhle sein, die den Eiszeitmenschen als Unterschlupf und zum Bemalen ihrer Felswände gedient haben könnte und deren Eingang seit vielen Jahrtausenden verschüttet ist. Stell dir nur einmal vor, wenn wir die entdecken!«“ (S. 19)
„Wusstest du schon? Nicht alle Früchte, die wir Beeren nennen, sind auch wirklich welche. Die beliebte Erdbeere zum Beispiel ist eine sogenannte Sammelnussfrucht. Wenn du ganz genau hinschaust, erkennst du auf ihrer Oberfläche viele kleine Nüsschen. Auch die leckeren Him- und Brombeeren sind keine echten Beeren, sondern Sammelsteinfrüchte.“
“Wissenschaft ist eine Methode, etwas über die Welt herauszufinden. Naturwissenschaftler fragen danach, woraus die Welt besteht und wie sie funktioniert. Viele befassen sich dazu mit den drei Hauptgebieten Physik, Chemie und Biologie. Aber Wissenschaft ist nicht nur Theorie: Sie liegt all der Technik zugrunde, die wir in der modernen Welt nutzen […]. Dieses Buch zeigt, wie naturwissenschaftliche Erkenntnisse in der Praxis angewandt werden, um unser Leben einfacher zu machen und Lösungen für aktuelle Probleme zu finden.“ (S. 6)
„Es gibt viele Omas auf dieser Welt. Sehr viel. Große und kleine, riesige und winzige. Und natürlich eine Menge dazwischen. Solche, die auf dem Land leben. Solche, die in der Stadt leben, und solche, die ab und zu am Land und ab und zu in der Stadt leben.“ (S. 5)
„Luzie Zander lebte mit ihrer Mutter und ihrem Hund Baldur in der Nähe einer Fischerstadt. Sie wäre schrecklich gerne zur See gefahren, aber es war zu gefährlich. Und Schuld daran war … die Legende vom Schwarzen Felsen!“
„In der Nacht, in der Vollmuts Welpen geboren wurden, ging die Welt unter. Zumindest fühlte es sich für das Wolfsrudel im Flusstal so an. Der Sommer war noch heiß und reif, aber es hatte lange nicht geregnet. Nun toste ein Sturm durchs Tal, wie ihn keiner der Wölfe je erlebt hatte.“ (S. 13)