Arno Heinz, Orient Blues
Ein Sprichwort sagt: In echten orientalischen Büchern lässt sich das Firmament am Umschlag berühren.
Arno Heinz hat seinen „Orient Blues“ in einen Blues-farbenen Leinenumschlag gesteckt, worauf nach einer Architekturskizze des Autors das Firmament als Stadtplan eingeprägt ist. Arno Heinz ist bekannt für seine Architekturarbeiten rund um das Mittelmeer, als Philosoph ist er so etwas wie ein Raum-Aufweiter, und als Lebensprogramm hat er etwas geschafft, wovon die meisten Tiroler nicht einmal zu träumen wagen, er ist aus dem Gebirge hinausgekommen!
Gute Essays haben eine Kraft, mit der sie die Leserschaft in den Ringkampf der Gedanken zwingen mit ungewissem Ausgang. Im Essay hat letztlich der Leser recht, wenn er sich mit den Argumenten des Textes auseinandergesetzt hat.
Das kennt man ja von den diversen Überraschungsbesuchen aus der Vorweihnachtszeit: der Korb mit der Schokolade ist schon voll und auch die Keksschüsseln stehen bereits im Badezimmer. Selbst auf dem Handy ist kein Platz mehr für eine Geschenks-App, sodass man sich spontan für das „Weihnachtskänguru“ als Mitbringsel entscheidet, das passt immer.
Jede Stadt hat eine sogenannte Ur-Zelle, die als besonders authentisch und ungebrochen gilt. In Innsbruck nimmt Hötting dieses Privileg in Anspruch, und tischt dabei eine besonders deftige Sprache auf, womit die Grundbedürfnisse des Menschen mit beinahe tierisch-einfachen Lauten abgedeckt werden können. Wer sich am Bahnhof Hötting ein Ticket ausdruckt, wird über das international anspruchsvolle „Hotting“ erstaunt sein, es geht zumindest am Bahnhof heute noch heiß her in diesem Stadtteil.
Der Selbstversuch gilt in Literatur und Forschung als das Tapferste, was jemand auf seinem Gebiet leisten kann. Es zeugt von viel Selbstvertrauen, Coolness und Optimismus, wenn jemand sein Ich in einem Selbstversuch zum Markt trägt.
Wie alle Wirtschaften der Globalisierung und des Postkapitalismus leidet auch die Literaturwirtschaft unter zunehmender Brutalität.
Wenn etwas nicht mehr weitergeht, seufzt meist jemand „sinnlos!“, und die Sache ist vorläufig vertagt.
Immer wieder wird der Vergleich herangezogen, dass lesen eigentlich gehen bedeutet, wenn es um einen Zustand geht, der eigentlich ein Zoom ist.