Erzählung

Peter Paul Wiplinger, Sprachzeichen

h.schoenauer - 20.04.2011

Buch-Cover

Schreiben ist an manchen Tagen wie Fliesen legen, du musst die Fiktionsteile mit der Realität in Verbindung bringen und gleichzeitig die Fugen zwischen den Segmenten der Vorstellung ausfüllen.

Peter Paul Wiplinger hat sein Schreiben ein Leben lang essayistisch kommentiert. Zum einen deshalb, weil er sich über sein Schaffen in einer Metasprache Klarheit verschaffen wollte, zum anderen, weil er als politischer Schriftsteller immer mit den gesellschaftlichen Facts in Verbindung treten musste.

Robert Prosser, Feuerwerk

h.schoenauer - 17.04.2011

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Ein Feuerwerk zu beschreiben, ist beinahe unmöglich, denn es ist größer als das Blickfeld des Auges und verzischt schneller, als der Betrachter mit seiner Beobachtung nachkommen kann.

Bei Robert Prossers Feuerwerk geht es ähnlich zu. In einer unbeschreiblichen Dichte und Gleichzeitigkeit passieren Dinge, die sich nicht an die Beschreibbarkeit halten. In einem scheinbar halb verwitterten Komposthaufen der Erinnerung toben sich allerhand semantische Lebewesen aus, die den Text ordentlich in Wallung bringen.

Erwin Uhrmann, Glauber Rocha

h.schoenauer - 12.04.2011

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Eine gelungene Erzählung gleicht pathetisch gesprochen tatsächlich einer Blume - auf einem klaren Stil sitzt eine umfangreiche Blüte!

Erwin Uhrmann ist mit seiner Erzählung "Glauber Rocha" eine literarische Blume geglückt. Auf dem Stil der Handlung (eine Kunstfahrt durch Portugal) wuselt alles Mögliche über Kunst, Mythos, Filmtheorie und die Entrücktheit des Sehens heraus.

Leopold Maurer, Mann am Mars

h.schoenauer - 10.04.2011

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Der Comic-Strip wird überall dort eingesetzt, wo die Schwerkraft ausgehebelt, der Gottesbeweis gefunden oder der Kreisverkehr als Sinn des Lebens gewürdigt werden soll.

Leopold Maurer, der Meister des philosophischen Strips, hat gleich mehrere Einzelgeschichten zu einem abendfüllenden Seh- und Denkerlebnis zusammen geknotet und für diese handfeste Story einen Korrespondenten auf den Mars geschickt.

Libuse Cerna, Das Leben mit (m)einem eigenen Entomologen

h.schoenauer - 05.04.2011

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Der Entomologe erweckt allein schon durch seine Bezeichnung ein gewisses Staunen. Da dieser Begriff nicht gerade stündlich in der Umgangssprache angewendet wird, fragt sich bei einer Lebensgeschichte mit einem Entomologen jeder, wer denn hinter so einer Bezeichnung untergetaucht ist.

Libuse Cerna beginnt daher ihre Lebensgeschichte mit einer kriminell scharfen Verfolgungsjagd durch eine Toilettenanlage am Rande eines Parkplatzes.

Hartmut Lange, Im Museum

andreas.markt-huter - 27.01.2011

Buch-CoverEin Museum ist üblicherweise dazu da, Geschichte wohl dosiert in Schaukästen einzusperren. Manchmal aber entwickeln solche Schauräume in die Vergangenheit ein Eigenleben und verursachen selbst eine Geschichte.

Hartmut Lange veranlasst mit seinen unheimlichen Begebenheiten einen stillen Aufruhr im Historischen Museum in Berlin. Die Geschichten laufen still und bewegungslos ab, kein schriller Alarm stört das Knistern der Atemlosigkeit.

Bora Cosic, Im Ministerium für Mamas Angelegenheiten

andreas.markt-huter - 25.01.2011

Buch-CoverWenn ein Beruf nicht ausreicht, um dem Wahnsinn auf die Sprünge zu helfen, hilft vielleicht ein Gewerbe. Während in einem Beruf die jeweiligen Professionisten unterkommen, hat ein Gewerbe Platz für so gut wie alles, was der Ausgestaltung der Welt mit Sinn dient, man denke nur an das älteste Gewerbe der Welt.

In Bora Cosics Skurrilitäten-Sammlung seltener Gewerbe versuchen kreative Menschen in ungünstigen Zeiten über die Runden zu kommen.

Walter Wippersberg, Vierzehn Monate Vierzehn Jahre

andreas.markt-huter - 17.01.2011

Buch-CoverManche Autofahrer schwärmen vom Fahrtenbuch, das eine Fahrt hintennach erst zu einem Erlebnis macht, manche Autoren schwören auf das Tagebuch, das den Tag erst hintennach zu einem bemerkenswerten macht.

Walter Wippersberg hält sich lieber an das Leben, Filme machen und Romane schreiben, aber manchmal muss auch er pure Aufzeichnungen bewältigen, um den Kontakt zur Gegenwart nicht zu verlieren. Ein interessanter Kompromiss ist das Buch vierzehn Monate, vierzehn Jahre, darin sind wahllos konzentrierte Monate vorgestellt, die in ihrer Erstfassung in der geheimnisvollen Zeitschrift "99" abgedruckt worden sind.

Birgit Schwaner, Held Lady Mops

andreas.markt-huter - 17.01.2011

Buch-CoverUnter jeder Geschichte, und seien ihre Untiefen noch so mikroskopisch klein, steckt eine Subgeschichte. Darin ist wie bei einem elektronischen Dokument verborgen, wie der Text zusammengesetzt ist und welchen Einstellungen er unterliegt.

Birgit Schwaner lässt auf den ersten Blick den Oberflächentext weg und erzählt darunter, was es mit einem solchen Über-Text alles auf sich haben könnte. Zu diesem Zweck führt sie Helden ein, Handlungen, Zeitgefüge und dramaturgische Verknotungen.

Edward Abbey, Die Monkey Wrench Gang

andreas.markt-huter - 11.01.2011

Buch-CoverIn guten Romanen ist die Political Correctness aufgehoben und die Leser dürfen für einige Seiten das denken, was man sonst öffentlich nicht aussprechen kann.

Die Geschichte von der Monkey Wrench Gang aus dem Jahre 1975 gilt als einer der witzigsten und wichtigsten Öko-Romane, entstanden im Südwesten der USA, mitten in einem Klima von Vietnam-Trauma und kastriertem Selbstbewusstsein.