Katharina Riese, Vilma heiratet ihre Enkelin
Die Vergangenheit schüttet oft in milder Weise halbe Sätze zu, so dass in der Erinnerung bloß noch die skurrilen Teile vom Gesagten oder Erlebten in die Zone der Wahrnehmung ragen.
Katharina Riese erzählt in ihrem Skizzenbuch von einem Mädchen, das in der Nachkriegszeit mit den österreichischen Besonderheiten des Einlebens bekannt gemacht wird.
Wie jede Geschichte ist auch die Literaturgeschichte etwas äußerst Unruhiges, das ständig neu geschrieben werden muss. Eine recht aufregende Form, sich dem literarischen Geschehen einer Epoche zu nähern, ist die Präsentation von Insider-Wissen mit persönlicher Note.
Gute Geschichten sind meist durch eine gemeinsame Fließrichtung untereinander verknüpft, wie ein Strom rinnen die einzelnen Episoden abendfüllend dahin, und tauchen schließlich unter im Meer des Geschichtenschatzes.
Kann man von einem knapp zwanzig jährigen Autor als Leser etwas Aufregendes fürs Leben lernen? - Und wie, wenn der Autor frech und ungezwungen das Leben ausleuchtet!
In einer Welt, in der die wichtigsten Nachrichten in der Spam-Box abgelegt werden, haben echte Nachrichten oft keinen Abnehmer mehr. Was nützt es, wenn die besten Offenbarungen allgemein zugänglich sind, wenn der Wert der Nachrichten nicht mehr erkannt wird?
Prosa-Journale sind Zusammenstellungen von Texten unterschiedlicher Fiktions-Stufen. Suggestionen höchster Realität, imaginative Essays und protokollierte Analysen verlaufen dabei wie diverse Farben auf der Skala eines Teststreifens ineinander und geben eine aufschlussreiche Ersteinschätzung des untersuchten Weltausschnitts wieder.
Wie alle Gebrauchsgegenstände wird auch die Literatur mittlerweile in großer Stückzahl und nach DIN-Vorschriften hergestellt.
Rabenkinder sind die aus dem Nest verstoßenen Kinder von Rabeneltern. Im Volksmund ist man mit diesen Begriffen recht vorschnell, etwas salopp formuliert sind letztlich alle Kinder, die aus dem häuslichen Nest fallen, Rabenkinder.
Es gibt so gut wie keinen Anlass, zu dem man nicht essen könnte. Und der Körper kennt keine noch so wilde Verrenkung oder Stellung, in der sich nicht ein Menü einführen ließe.
Jeder von uns kennt so ein Zimmer aus der Kindheit, manchmal war es versperrt, manchmal roch es seltsam, manchmal sahen wir eine fremde Person darin.