Erzählung

Harald Gsaller, Zwang

andreas.markt-huter - 05.01.2011

Buch-CoverManche Wörter lösen vortrefflich genau das aus, was sie bezeichnen. Zwang ist so ein Musterwort, fällt es, denkt sofort jeder nach, welcher Zwang gerade akut ist.

In Harald Gsallers Text-Bild-Sammlung tritt die Figur Zwang auf, die selbstverständlich alles in Beschlag nimmt. Alle Beobachtungen und Ereignisse münden im Zwang:

Martin Kolozs, Die Geschichte geht weiter

andreas.markt-huter - 03.01.2011

Buch-CoverVielleicht die wichtigste Frage auf dieser Welt lautet: ?Wie geht es weiter? -  Liebespaare stellen sich diese Harte-Nuss-Frage genauso wie besorgte Eltern, die Raumfahrt oder regionale Agrarpolitiker. Aber niemand weiß eine rechte Antwort darauf. Die einzigen, die wirklich etwas Passables dazu zu sagen haben, sind die Dichter.

Martin Kolozs erzählt von der Selbstverständlichkeit, mit der sowohl die erzählte wie auch die historische Geschichte weitergehen.

Norbert Loacker, Leben Lesen Träumen

andreas.markt-huter - 03.01.2011

Buch-CoverVielleicht liegt es am Thema, das ja völlig nach innen gerichtet ist, dass Norbert Loackers Buch sich so gegen Leser wehrt. Alle diese drei Zustands-Tätigkeiten ?leben, lesen, träumen haben wahrscheinlich als gemeinsames Geheimnis, dass sich davon nichts erzählen lässt.

Der Autor fädelt nun einige Gedankengänge auf, wie man sie manchmal bei einem philosophischen Plausch aus sich heraus lässt oder als Redner, wenn es mit philosophischem Gestus zu erzählen gilt, dass das Lesen etwas Besonderes ist.

Egyd Gstättner, Klagenfurt

h.schoenauer - 15.12.2010

Buch-CoverAuch wenn in einer Stadt absolut nichts los ist, eignet sie sich immer noch als ideales Übungsgelände für einen literarischen Stadtführer.

Egyd Gstättner und Klagenfurt - das ist von vorne herein eine höchst literarische Geschichte. Während alle, die des Lesens und Schreibens mächtig sind, aus der Stadt fortgezogen sind, ist Egyd Gstättner in Klagenfurt geblieben und wird mittlerweile für jeden Satz, auch wenn er noch so schmerzt, von den Klagenfurtern und Literaturkennern geschätzt.

Katharina Riese, Vilma heiratet ihre Enkelin

h.schoenauer - 09.12.2010

Buch-CoverDie Vergangenheit schüttet oft in milder Weise halbe Sätze zu, so dass in der Erinnerung bloß noch die skurrilen Teile vom Gesagten oder Erlebten in die Zone der Wahrnehmung ragen.

Katharina Riese erzählt in ihrem Skizzenbuch von einem Mädchen, das in der Nachkriegszeit mit den österreichischen Besonderheiten des Einlebens bekannt gemacht wird.

Peter Paul Wiplinger, Schriftstellerbegegnungen 1960-2010

andreas.markt-huter - 01.12.2010

Buch-CoverWie jede Geschichte ist auch die Literaturgeschichte etwas äußerst Unruhiges, das ständig neu geschrieben werden muss. Eine recht aufregende Form, sich dem literarischen Geschehen einer Epoche zu nähern, ist die Präsentation von Insider-Wissen mit persönlicher Note.

Zum Unterschied vom Börsenhandel, wo Insider-Geschäfte streng verboten sind, ist der Austausch von geheimnisvollen Botschaften untereinander das Lebenselixier der Schriftstellerinnen und Schriftsteller.

Peter Landerl, Stromabwärts

h.schoenauer - 29.11.2010

Buch-CoverGute Geschichten sind meist durch eine gemeinsame Fließrichtung untereinander verknüpft, wie ein Strom rinnen die einzelnen Episoden abendfüllend dahin, und tauchen schließlich unter im Meer des Geschichtenschatzes.

Peter Landerl lässt in seinen zehn Erzählungen seine Figuren entlang der Flüsse ihrem Ziel entgegensteuern, Haupt-Arm der Geschehnisse ist dabei die Donau, die gleichsam den gesamten Kontinent durchflutet.

Lukas Meschik, Anleitung zum Fest

andreas.markt-huter - 24.11.2010

Buch-CoverKann man von einem knapp zwanzig jährigen Autor als Leser etwas Aufregendes fürs Leben lernen? - Und wie, wenn der Autor frech und ungezwungen das Leben ausleuchtet!

Lukas Meschik erzählt von Standard-Situationen in einer Szenerie jugendlicher Außenseiter. Die Gesellschaft hat diese Helden entweder noch nicht entdeckt oder bereits vorsorglich ausgespuckt. So spielen vor allem die magischen Orte der Subkultur eine große Rolle, während die offizielle Stadt oft nur als Abtritt für unendlich langes Herum-Streifen fungiert.

Josef Kleindienst, An dem Tag, als ich meine Friseuse küsste, sind viele Vögel gestorben

h.schoenauer - 22.11.2010

Buch-CoverIn einer Welt, in der die wichtigsten Nachrichten in der Spam-Box abgelegt werden, haben echte Nachrichten oft keinen Abnehmer mehr. Was nützt es, wenn die besten Offenbarungen allgemein zugänglich sind, wenn der Wert der Nachrichten nicht mehr erkannt wird?

Josef Kleindienst aktiviert jäh eine Nachrichtenbox, in der es zwischen Input und Output keinen Unterschied gibt. Wie in alten Spionage-Thrillern werfen imaginäre Nachrichtendienste ihre Sensoren aus und das aufgezeichnete Material läuft auf einem Endlosband seinem unbekannten Ende entgegen.

Wolfgang Kauer, Funken regen

h.schoenauer - 08.11.2010

Buch-CoverProsa-Journale sind Zusammenstellungen von Texten unterschiedlicher Fiktions-Stufen. Suggestionen höchster Realität, imaginative Essays und protokollierte Analysen verlaufen dabei wie diverse Farben auf der Skala eines Teststreifens ineinander und geben eine aufschlussreiche Ersteinschätzung des untersuchten Weltausschnitts wieder.

Wolfgang Kauer nennt seine Bücher oft nach Farb- und Lichtzuständen, so heißt ein Band etwa "Azur-Fenster", ein anderer "Magenta Verde" und das aktuelle Journal ist mit "Funken regen" überschrieben. In einem programmatischen Aufsatz hat der Autor seine Kompositionsart vorgestellt mit der Produktinformation: ?Wie bei Benützung des Internet-Explorers fächern sich innerhalb eines übergeordneten Themas unterschiedliche Informationsfenster auf, mit deren Zusammenführung gespielt wird, in Schnitten, Überblendungen, Fade-Ins und Fade-Outs.