Erzählung

Sebastian Tom Strobl, Zündstoff

h.schoenauer - 03.10.2010

Buch-CoverWie alle Gebrauchsgegenstände wird auch die Literatur mittlerweile in großer Stückzahl und nach DIN-Vorschriften hergestellt.

Und auch der so gennannte Leser am freien Markt ist zu Zeiten diverser Buchmessen schon längst ein wohl geformter Konsument geworden, der Krimis für Literatur hält und Bücher übers Essen als sinnstiftend.

C. Molero, Rabenkinder

h.schoenauer - 23.09.2010

Buch-CoverRabenkinder sind die aus dem Nest verstoßenen Kinder von Rabeneltern. Im Volksmund ist man mit diesen Begriffen recht vorschnell, etwas salopp formuliert sind letztlich alle Kinder, die aus dem häuslichen Nest fallen, Rabenkinder.

Christa Molero erzählt in Tagebuchnotizen von einer Mutter, der so ziemlich alles passiert, was ein Unglück sein kann und die am Schluss ein Buch voller verzweifelter Einträge hinterlässt.

Herbert Rosendorfer, Letzte Mahlzeiten

h.schoenauer - 21.09.2010

Buch-CoverEs gibt so gut wie keinen Anlass, zu dem man nicht essen könnte. Und der Körper kennt keine noch so wilde Verrenkung oder Stellung, in der sich nicht ein Menü einführen ließe.

So ist es kein Wunder, dass Herbert Rosendorfer, der Meister für extreme Situationen, einen lukullischen Hinrichtungsführer geschrieben hat.

Andreas Maier, Das Zimmer

h.schoenauer - 20.09.2010

Buch-CoverJeder von uns kennt so ein Zimmer aus der Kindheit, manchmal war es versperrt, manchmal roch es seltsam, manchmal sahen wir eine fremde Person darin.

Andreas Maier nennt seinen Roman über die Kindheit, die Vergangenheit und über Außenseiter in den sechziger Jahren streng im Sinne einer Erinnerungskammer: Das Zimmer. Ein ganzes Jahrzehnt ist an der Figur des Onkels J. aufgezäumt, dem dieses Erinnerungszimmer gehört hat, aber der Erzähler gibt unumwunden zu: "Ich habe J.s Zimmer nie betreten." (15)

Bernhard Kathan, Hungerkünstler

h.schoenauer - 20.09.2010

Buch-CoverDer Künstlerberuf wird im Volksmund gerne als Hungerleider-Beruf dargestellt, das heißt, kaum jemand kann von seiner Kunst leben. Dass es das Hungern auch als Kunstinhalt gibt und der Trance-Zustand beim Verhungern in künstlerische Höchst-Sphären führen kann, ist die andere Seite des Hungerns.

Bernhard Kathan, Experte für Ernährung in der Literatur und essbare und nichtessbare Tiere im Kulturbetrieb, geht in seinem Essay einigen Hungerkünstlern nach. So gibt es erstaunlich viele Texte, die einfach mit dem Hunger zu tun haben, ob bei Knut Hamsun, Daniil Charms, Gogol oder Kafka.

Jürg Amann, Die Reise zum Horizont

h.schoenauer - 24.08.2010

amann, horizontSchon seit ein er halben Ewigkeit gibt es im Literaturbetrieb die Gattung Novelle. Darin wird in der Portion eines leichten Leseabends ein besonderes Ereignis aus dem Leben herausgegriffen und kunstvoll beleuchtet.

Wenn heutzutage ein Autor auf die Gattung Novelle zurück greift, so will er vor allem eines; dem Stoff eine gewisse Harmonie der Lesbarkeit geben.

Markus Bauer, In Rumänien

h.schoenauer - 21.07.2010

Buch-CoverWunderschöne Biolandschaften, große Eier, saftige Tomaten, subtiler Lebensstil - Rumänien verkauft sich in der EU mit einer Vielfalt an Raritäten und Schönheiten.

Markus Bauer greift in seinen Rumänien-Essays diese Klischees auf, um gleich darauf die Hinterseite zu erzählen. Er selbst lebte fünf Jahre lang als Lektor in der Kulturstadt Iasi (rumänisch Heidelberg). Aus dieser Erfahrung legt er seine faszinierenden Beschreibungen und historischen Analysen an.

Barbara Aschenwald, Leichten Herzens

andreas.markt-huter - 29.06.2010

Buch-Cover

In romantisch aufgeladenen Geschichten nehmen die Helden mit sich oft eine brisante Wendung, indem sie sich schweren Herzens zu einer Entscheidung durchringen. Umgekehrt zeigt sich hingegen die Herzenslage des poetischen Ichs in den dreizehn Erzählungen von Barbara Aschenwald, die mit dem luftig-optimistischen Titel Leichten Herzens überschrieben sind.

Uwe Bolius, Juttas Tod

h.schoenauer - 28.06.2010

Buch-CoverSobald man über den Tod zu schreiben beginnt, zeigt er sich mit jedem Satz rätselhafter und logischer zugleich.

Uwe Bolius lässt einen ziemlich autobiographisch angelegten Ich-Erzähler den Tod seiner Schwester Jutta durchmachen, die Aufzeichnungen ergeben ein intensives Protokoll über ein sprödes Leben, das in einem scheinbar logischen Tod endet. Hinter dem Erzähler und seiner Schwester steht nämlich übermächtig eine Mutter, die zwar äußerst schön ist, mit ihren Kindern aber nichts anfangen kann.

Turi Werkner, Hauptbuch Nr 6

h.schoenauer - 23.06.2010

Buch-CoverÜblicherweise gilt die Faustregel: Die Welt ist alles, was sich in einem Buch darstellen lässt. Turi Werkner hingegen entwickelt eine Welt, die in keine Bücher passt, und dennoch mit Büchern realisiert wird.

Wie bei einem sorgfältigen Bibliothekar wird die Anti-Welt in Formate und Leseweisen eingeteilt. Den wuchtigsten Teil bilden dabei die Hauptbücher, daneben gibt es aber auch Notizbücher und Tagebücher, die in ihrer individuellen Funktionsauslegung durch den Künstler unbarmherzig an das Ende ihres Gattungsbegriffes getrieben werden.