Geschichte | Politik

Johannes E. Trojer, Werkausgabe

h.schoenauer - 08.07.2012

„So sind sie, die Germanisten. Zu Lebzeiten ignorieren sie dich, und dann kriechen sie zu dir und deinem Nachlass ins Grab.“

Angesichts des wunderbaren Schubers, in den Johannes E. Trojers Werkausgabe gesteckt ist, denkt man natürlich an diesen süffisanten Kommentar des Autors, Heimatkundlers, Zeitgeschichtlers und Literaturpädagogen. Vom schlechten Gewissen getrieben, wie die Zeitgenossen Johannes E. Trojer zu Lebzeiten behandelt haben, wenn er etwa mit der Kulturzeitschrift „Thurntaler“ mit einigen Exemplaren nach Innsbruck oder Wien gekommen ist, haben jetzt Fans eine berührend zeitlose Werkausgabe herausgebracht.

Michael Gehler (Hg.) Akten zur Südtirol-Politik 1945-1947

andreas.markt-huter - 07.07.2012

„Am Nachmittag dieses Tages rief mich der Pressereferent Würthle an und teilte mir mit, daß laut Radio London die Südtiroler Frage von den 4 Außenministern in Paris abgelehnt worden sei.“ (230)

Anhand von ca. 320 Quellen dokumentiert Band 1 – Akten zur Südtirol-Politik die politische Entwicklung der Südtirolfrage vom Ende des 2. Weltkrieges in Europa bis zum Pariser Abkommen im September 1946 und der Aufnahmen des Abkommens in den Friedensvertrag mit Italien.

Christoph W. Bauer, Im Alphabet der Häuser

andreas.markt-huter - 03.04.2012

Was haben uns die Häuser zu erzählen, an denen wir täglich vorüber gehen? Können sie vielleicht helfen, den Blick zu öffnen für unsere Geschichte? Wie war das damals, als die großen Pestepidemien in Europa wüteten, oder zur Zeit des Nationalsozialismus - was berichten die Häuser Innsbrucks darüber?

In seinem neuesten Buch Im Alphabet der Häuser erzählt Christoph W. Bauer Stadtgeschichte und nimmt zugleich Stellung gegen die Blindheit, gegen die Gleichgültigkeit, die uns nichts mehr sehen lässt. Das Buch soll auch aufzeigen, wie man mit Geschichte umgeht und wie man Geschichte erzählen kann, ausgehend vom konkreten Ort, von der konkreten Person, eben vom konkreten Haus.

Bernd Schönemann / Holger Thünemann, Schulbucharbeit

andreas.markt-huter - 03.04.2012

Ist das Schulbuch im Geschichteunterricht Leitmedium oder ungeliebtes Auslaufmodell und wer weiß eigentlich genau, wie mit dem Schulbuch in der Unterrichtspraxis umgegangen werden soll?

Bernd Schönemann und Holger Thünemann gehen der spannenden Frage nach dem Medium Geschichtslehrbuch nach, wie sich wahrscheinlich die wenigsten Lehrer bewusst gestellt haben. Dabei werden die Entwicklung und Konstruktion des Geschichtslehrbuchs näher erforscht und analysiert. Danach werden Ideen und Anregungen vorgestellt, mit denen die Arbeit im Schulbuch zu einer „motivierenden und abwechslungsreichen Lehr-Lernmethode im Geschichtsunterricht'' (7) werden kann.

Vladimir Pistalo, Millennium in Belgrad

h.schoenauer - 16.01.2012

Buch-Cover

Ein Millenniums-Sprung garantiert immer eine gewisse Veränderung, auch wenn sich letztlich nichts verändert. Allein schon die Erwartung einer neuen Epoche lässt alles Geschehene als neu erscheinen, wenn sich nur die passende Jahreszahl dazu einstellt.

Vladimir Pistalo erzählt in seinem Roman von der unverwüstlichen Stadt Belgrad, die auch das neue Jahrtausend in irgendeiner Form über die Runden der Geschichte bringen wird. Was immer auch in Zukunft geschehen wird, es wird eine Kleinigkeit gegen diesen Schock sein, den der Tod Titos ausgelöst hat.

Rolf Steininger (Hrsg.), 1965/66: Mehr Paket, weniger Verankerung?

andreas.markt-huter - 09.11.2011

Buch-Cover

?Bei Gesprächen mit verschiedenen Personen habe ich den Eindruck gewonnen, dass ein großer Teil von Südtirolern und Nordtirolern nicht zum Abschluss kommen will. [...] Unser heutiges Gespräch hat mich jedoch von dieser Meinung weggebracht. (129)

Diese Worte des legendären Tiroler Landeshauptmanns Eduard Wallnöfer lesen sich im Protokoll der Südtirol-Sitzung in Gries am Brenner am 29.5.1965.

Meinhard Rauchensteiner, Das kleine ABC des Staatsbesuches

h.schoenauer - 05.11.2011

Buch-Cover

Wenn man sich durch die Weltereignisse der Fernsehprogramme zappt, stößt man garantiert auf einen Staatsbesuch. Denn irgendwo auf der Welt spielt sich immer so ein theatralischer Event ab, irgendwo liegt immer ein roter Teppich, irgendwo zappeln immer irgendwelche Männchen vor einer Limousine auf und ab.

Meinhard Rauchensteiner vermutet zu Recht, dass es Interessanteres auf der Welt gibt, als einen Staatsbesuch, andererseits ersetzen diese Auftritte oft Kriegsvorbereitungen, kurbeln die Wirtschaft an, beschäftigen einen Tross von dramaturgischen Designern. So soll der aufgeklärte Staatsbürger durchaus wissen, was hinter einem Staatsbesuch steckt. Denn was uns an kurzen Bildfolgen geboten wird, ist ja nur ein kleiner Ausschnitt aus der Welt der Diplomatie, Orden, Bücklinge und Zeremonienmeister.

Will Buckingham u.a., Das Philosophie-Buch

andreas.markt-huter - 23.10.2011

Buch-Cover

"Denn gerade das ist ja das eigentliche Erlebnis des Philosophen, das Staunen. Es gibt nämlich keinen anderen Ursprung der Philosophie als diesen, schrieb Platon, einer der wirkungsmächtigsten Philosophen in der Geschichte der Philosophie, vor fast 2.500 Jahren.

In einer kurzen aber gefälligen Einleitung werden die Grundlagen, die Grundprinzipien der Philosophie erläutert, wie von ihren Anfängen bis in unsere heutige Gegenwart grundlegend sind.

Klaus Moegling, Politik unterrichten in der Sekundarstufe II

andreas.markt-huter - 29.09.2011

Buch-Cover

Sind handlungsorientierter und wissenschaftsvorbereitender Politikunterricht miteinander vereinbar oder stehen diese Unterrichtsansätze einander gegensätzlich gegenüber?

Dieser spannenden Frage geht der Erziehungswissenschaftler Klaus Moegling in seinem Sachbuch "Politik unterrichten in der Sekundarstufe II. Handlungsorientierung versus Wissenschaftspropädeutik" detailliert nach.

Peter Plaikner, Luis Durnwalder

h.schoenauer - 28.09.2011

Buch-Cover

Straßen nach Lebenden zu benennen und aktive Politiker in Büchern zu besingen, das sollten Tabus in einer funktionierenden Demokratie sein.

Nun sprengt gerade der Südtiroler Landeshauptmann Luis Durnwalder alle Vorstellungen einer politischen Person, so dass man eine Ausnahme machen kann, wird sich der Herausgeber Peter Plaikner gedacht haben, und hat sich auf dieses diffuse Wagnis eingelassen. Profis hätten wahrscheinlich nein gesagt.