Martin Kofler (Hg.), Volldampf
Wenn eine frisch gegründete Institution mit der ersten markanten Arbeit an die Öffentlichkeit geht, so ist vor allem das erste Thema in seiner Programmatik von schlagendem Interesse. Im Falle des Archivs für Photographische Dokumentation ist es die Pustertalbahn, die als das Rückgrat des Fragmentes Osttirol in ihrer politischen, strategischen und kulturellen Auswirkung gezeigt wird.
Wie emotionsgeladen diese Pustertalbahn für Osttirol ist, zeigt die jüngst erfolgte Einstellung des direkten Zuges von Lienz nach Innsbruck. In diesen Diskussionen kommen neben verkehrstechnischen Fragen nämlich auch emotionale Bindungen, historische Reminiszenzen und die Liebe zu jenem Schienenstrang zum Ausdruck, der den Osttirolern einst den Kontakt mit der Außenwelt ermöglicht hat.
Die große Geschichte schaut meist völlig andres drein, wenn sie von gewöhnlichen Menschen nachgelebt und erlebt werden muss. So setzen die Biographien durchaus Parallelschwünge zur allgemeinen Geschichte, kurven dann aber wieder jäh ab in ein individuelles Ressort, um darin der Rolle eines Unikats gerecht zu werden.
Was heutzutage Drohnen erledigen, musste früher mit mühsamen Reisen erkundet und aufgezeichnet werden. Eine dieser frühen Beobachtungsdrohne ist der Südtiroler Jakob Philip Fallmerayer aus Pairdorf bei Brixen, der in München ansässig jene berühmten Reisen unternommen hat, deren Aufzeichnungen als „Fragmente des Orients“ ihm über beide Ohren Anerkennung und Ruhm verabreicht haben.
„Dieses Buch zeigt den Krieg in all seinen Facetten: von den kurzen Scharmützeln in den fernöstlichen Kolonialgebieten, wo Japan deutsche Kolonien im Pazifik besetzte, bis zu den Schlachthöfen der Westfront, die in vier Jahren unverminderter Kämpfe Millionen junger Männer verschlangen.“ (8)
„Es gibt Griechen, die kritisch über sich nachdenken, und Griechen, die das nicht tun. Die folgenden Gedanken richten sich vor allem an die Zweiten. Sie sind jedoch den Ersteren gewidmet.“ (7)
Oft braucht es hundert Jahre und tausend Romane, bis man einen ausgewachsenen Wahnsinn halbwegs begreifen kann. Der Erste Weltkrieg, von dem Zyniker sagen, er sei Österreichs bislang größter Beitrag zur Weltgeschichte, wenn man von Hitler absieht, wird erst allmählich nach hundert Jahren überschaubar.
Manchmal erzählen Bücher nicht nur die Geschichte von einzelnen Personen sondern gleichzeitig dazu den Sound eines Volkes.
Autobiographien weisen immer Alltagsmythologien und auf das Ende ist immer unklar.
Das Wichtigste an einem Roman ist oft das vorangesetzte Motto, oft schreiben Autoren nur einen Roman, um das Motto ins rechte Licht zu rücken.
Manche Titel verströmen Magie und wirken wie eine Zauberformel. „Samarkand Samarkand“ reißt den Leser quasi durch den Umschlag in den Text hinein.