Johannes Fischler, New Cage. Esoterik 2.0.
Die Esoterik boomt wie kaum ein Wissens- und Wirtschaftszweig, dennoch aber gibt es kaum Mitglieder dieses Treibens, denn jeder betritt inkognito das Reich der Halbwahrheiten.
Johannes Fischler beschäftigt sich mit diesem finanziellen Giga-Reich, das kontinental über die Seelen der Sinnsucher ausgelegt ist. Da sich das Meiste mittlerweile im Netz abspielt und die Teilnehmer mit Mausklick oder Touchscreen hyper-aktiv an diesem Spiel teilnehmen dürfen, bietet sich der Ausdruck für scheinbar interaktives Handeln an: Esoterik 2.0.
Was für eine verheißungsvolle Erzählkonstellation! In einer Bar unter dem Wasser sind die Figuren offensichtlich ausgesetzt dem relaxenden Gefühl bei Getränken und dem Druck schwerer Geschichten, die auf ihnen lasten wie auf einem U-Boot.
In der dichtesten Form des Romans fallen Inhalt und Anwendung zusammen und es entsteht oft eine eigene Roman-Gattung.
„Gemälde haben oft eine versteckte Bedeutung. Entschlüsselt man die richtigen Hinweise, fügt sich alles zusammen. Ein Gemälde zu erkunden, ist wie eine Entdeckungsreise – unendlich faszinierend und äußerst lohnend.“ (7)
Alles Neue beginnt mit einer Krankheit, weil Neues nur entstehen kann, wenn das Alte abgeworfen wird, und das Loswerden des Alten bezeichnet Egon Friedell als Krankheit.
Wenn man eine sogenannte Heimat halb zu sich heranzoomt, breitet sich triefende Ergriffenheit aus, wenn man sie ganz zu sich heranlässt, führt sie in ihrer Skurrilität zu befreiendem Gelächter.
Bei den wirklich aufregenden Themen geht es meist um richtiges Argumentieren zu einer falschen Zeit.
Manchmal ist das Vorleben eines Schriftstellers entscheidend für dessen Schreib-Wucht in Theorie und Praxis.
Vermutlich ist erlesen die schönste Form von erarbeiten. Wenn man sich dabei einen ganzen Landstrich und ein halbes Jahrhundert erarbeitet, fällt die Bilanz wie von selbst „erlesen“ aus.
Es gibt eine Lebensphilosophie, nach welcher die Dinge ein Eigenleben führen und bocken, wenn etwas in eine falsche Richtung geht. Bei Charlie Chaplin springen die Sachen oft den Helden an, bei Franz Kafka machen sich Akten selbständig, bei Woody Allen ist die Couch das Problem, nicht der darauf liegende Patient.