Gabriele Bösch, Schattenfuge
In der Literatur gibt es das pathetische Motto: Wenn du eine Nacht extrem hingekriegt hast, hast du vielleicht das ganze Leben hingekriegt.
An dieses Motto halten sich im Roman Schattenfuge von Gabriele Bösch die beiden Helden, sie, eine kreative Malerin, er ein kaputter Architekt. Für eine Nacht haben die beiden offensichtlich eine Vereinbarung getroffen: Er erzählt sein verpfuschtes Leben, sie malt ihn dabei, was das Zeug hält.
In der Literatur gibt es vom Klang der Namen her gesehen Orte der Konfrontation und Orte der Versöhnung.
In der idealen Erzählung wird der Leser zu einem Kokon versponnen und somit ein Teil der Erzählung.
Selten eine Ermunterung löst Schrecken und Erlösung gleichzeitig aus wie jenes berüchtigte „Die nächste bitte!“
Die Literaturzeitschrift Podium stellt in verlässlicher Folge Poeten und Poetinnen vor, die nicht in den Bestsellerlisten des literarischen Alltagsgeschehens aufscheinen.
Die schlimmste Kindheit ist wahrscheinlich jene, die entfällt. Menschen, die quasi als Erwachsene ins Leben gestoßen werden, leiden ein Leben lang darunter.
Wie kann man das Tabu um eine historische Person aufbrechen, ohne diese Person nicht gleich wieder andersrum zu zerbrechen?
So wie es keine eindeutigen Sachverhalte gibt, gibt es natürlich auch keine eindeutigen Wörter. Am ehesten können Wortketten im Hirn eine Art Richtung des Denkens auslösen, mehr ist im Hirn nicht drin.
Ein Krimi kann offensichtlich in jedem Milieu spielen, weil es in jedem Milieu Abweichungen von der Moral gibt. Die provinzielle Universität Innsbruck, eingekreist von akademischen Ritualen, ist natürlich ein ideales Terrain zum Abwickeln eines Krimis mit Kleingeistern als Helden.
„Ein Friedhof ist ein Friedhof. Man sollte von einem Friedhof nicht mehr erwarten, als er für die Toten bedeutet. Die Lebenden sind Gäste auf Friedhöfen.“ (50)