Leseförderung an Schulen durch Lesepatenschaft
Das Bundesministerium für Bildung setzt mit der Initiative „Lesepatenschaften“ ein bundesweites Zeichen der Leseförderung an Schulen. Mit der Aktion sollen systematisch ehrenamtliche Lesepatenschaften ins Leben gerufen und gefördert werden. Dabei soll durch eine zweckmäßige Fortbildung, die pädagogische Qualität der Lesepatenschaft gesichert sein.
Bereits jetzt besuchen ehrenamtliche Lesepatinnen und Lesepaten regelmäßig Schulen, um mit den Kindern zu lesen, die Lesekompetenz und Freude am Lesen zu stärken und ihnen einen neuen Zugang zu Büchern zu eröffnen.
Wer sich auf die Suche nach Materialien zur Sprach- und Leseförderung begibt, wird auf der Seite des
In der Grundschule umfassen Förderprogramme zum Leseverstehen meist Übungen zur Leseflüssigkeit, zum Dekodieren, zur Lesegeschwindigkeit, Automatisieren, zu Lesestrategien und zur Verbesserung der Lesemotivation. Mit diesen Übungen gelingt es jedoch nicht, die Lesekompetenz aller Schüler auf ein erforderliches Niveau zu heben.
In der überaus lesenswerten Dissertation „Lernpotenziale prosodischer Leseförderung“ stellt die Autorin Inga Rottinghaus-Höfer den überaus interessanten Aspekt der Bedeutung prosodischer Kompetenzen, die alle Kinder für die Rezeption und Produktion aus der mündlichen Sprache bereits mitbringen, für die Leseförderung in den Mittelpunkt. Diese Fähigkeiten gezielt zu nutzen und zu fördern, um das Leseverstehen bei Schülern zu verbessern, war Ziel der Arbeit. Mithilfe passender Übungen zum Lesen in „Sprechgruppen“ wurde dazu anhand einer Interventionsstudie mit zwei Testgruppen untersucht, inwieweit die Übungen das Leseverstehen beeinflussen bzw. verbessern können.
Bereits zum dritten Mal findet das Projekt „Tipps und Methoden zur Leseförderung“ an Volksschulen und in der Sekundarstufe 1 statt. Ziel ist es, einen gezielten Austausch an Erfahrungen und Fachwissen zur praktischen Leseförderung im Unterricht an den Volksschulen sowie in der Sekundartstufe 1 zu eröffnen, von dem am Ende alle Lehrerinnen und Lehrer profitieren sollen.
Die Leseförderung an Berufsschulen hat sich in den letzten Jahren von einer rein sprachlichen Aufgabe zu einem integralen Bestandteil der beruflichen Handlungsfähigkeit entwickelt. Auch im Lehrplan für Berufsschulen findet sich die Entwicklung berücksichtigt, dass moderne Berufsbilder z.B. durch Digitalisierung oder komplexe Normen eine immer ausgeprägtere Lesekompetenz erfordern.
Für den Österreichischen Vorlesetag am 26. März 2026 wird ein Vorlesebuch herausgegeben, bei dem neben Texten bekannter Autorinnen und Autoren auch jeweils ein Text von Schülerinnen und Schülern der Primarstufe, Sekundarstufe I und Sekundarstufe II veröffentlicht werden.
Auch beim Tiroler Vorlesetag 2026 stehen Lesen und Vorlesen wieder im Mittelpunkt. Dazu werden alle Schülerinnen und Schüler der vierten Volksschulklassen eingeladen, ihre eigenen Geschichten zu erzählen. Ganz gleich ob fesselndes Abenteuer, herzliche Familiengeschichte oder Geschichten von mutigen Heldinnen und Helden, bei dieser landesweiten Aktion werden die besten Erzählungen der Schülerinnen und Schüler in Tirol gesucht.
„Mit dem bundesweiten Lesegütesiegel „Lesen. Deine Superkraft“ werden Volksschulen ausgezeichnet, die evidenzbasiert und mit einer Vielfalt von Maßnahmen die Lesekompetenz und Lesemotivation ihrer Schülerinnen und Schüler fördern. Das Lesegütesiegel unterstützt Schulen dabei, ihre Stärken im Bereich Lesen anhand von fünf Schwerpunkten zu erkennen und sichtbar zu machen.“
Der Sommer steht vor der Tür und auch für diese Sommerferien bieten die Öffentlichen Büchereien Tirols die Möglichkeit, die Freizeit abenteuerlich, spannend und sinnvoll mit Lesen zu nutzen. Dazu findet bereits zum sechsten Mal der traditionelle „Tiroler Geschichtensommer“ statt, mit dem die Öffentlichen Büchereien allen Kindern und Familien ihr umfangreiches Bücher- und Medienangebot kostenlos anbieten und zu spannenden Veranstaltungen einladen.