Ursula K. Le Guin, Erdsee - Die erste Trilogie
„Von diesen [Magiern, Anm.], heißt es, sei der wohl größte, ganz gewiss aber der am weitesten Gereiste ein Mann namens Sperber gewesen, der seinerzeit sowohl Drachenmeister als auch Erzmagier war. Von seinem Leben und seinen Heldentaten berichten das Gedlied und andere Gesänge, doch was hier erzählt werden soll, ist eine Geschichte aus der Zeit, als er noch nicht berühmt war und über die es keine Lieder gibt.“ (S. 15)
Der erste Band der Fantasy-Trilogie von Erdsee umfasst die drei Geschichten „Ein Magier von Erdsee“, „Die Gräber von Atuan“ und „Das fernste Ufer“ in denen das Leben und die Abenteuer des Erzmagiers Sperber erzählt werden.
„Ich hasse diese Insel. Sie ist zu klein. Und dieses Haus, das zu groß ist und zu zugig. Es gibt so viele Türen. So viele Menschen. Überall Personal und Gäste. Wir leben in einem Hotel am Rande des Meeres, ganz weit oben im Norden, dort, wo der dunkelste aller Himmel auf das Ende der Welt trifft.“ (S. 11)
„Wasserlösliche Farben gibt es seit Jahrtausenden und noch heute experimentieren Künstler mit ihnen und loten neue Maltechniken aus. Die Arbeit mit dem Pinsel und den fließenden Farben macht viel Freude. Schauen sie sich Werke anderer Künstler an, um daraus zu lernen und ihren eigenen Stil zu entwickeln.“ (S. 10)
„Das Erste, woran ich mich erinnern kann, ist der Sand auf der Insel. Ich machte die Augen auf und sah Sand, nichts als Sand, total aus der Nähe, als würde er unter einem Mikroskop liegen.“ (S. 7)
„Mattie hinterlässt eine neunzehnjährige Schwester, Sadie, eine Ersatzgroßmutter, die sie aufgezogen hat, May Beth, und ihre Mutter Claire; aber Claire ist schon eine Weile von der Bildfläche verschwunden. Ich war an einer Tankstelle am Ortsrand von Abernathy, ungefähr eine halbe Stunde von Cold Creek entfernt, als ich von dem Mord an der kleinen Southern erfuhr.“ (S. 11)
„Mein Bruder hält seine Gabel und sein Messer in der Hand. Er hat Hunger, sagt er. »Ich nicht so.« Ich finde es viel zu warm für warmes Essen. Auf Alans nackter Brust ist ein Ausrufezeichen. Man hat ihm schon dreimal den Brustkorb aufgeschnitten, aber es sieht nur aus wie ein Mal, und er lebt noch.“ (S. 7)
„Zweige peitschten Amy ins Gesicht, sie rutschte aus und fiel mit einem Aufschrei hin, stand nass wieder auf und kämpfte sich weiter zwischen den rauschenden Bäumen hindurch. Regenblind, mit eingezogenem Kopf, lief sie rutschend den Weg entlang, während das Unwetter ringsum donnerte und toste wie ein aufgewühltes Meer.“ (S. 12)
„Für den städtischen Videokanal sucht die Stadt Rautestein ein Team von jungen Leuten zwischen 12 und 18 Jahren. Mit Beiträgen zu einem selbst gewählten Themenbereich sollen sie die Bevölkerung überzeugen. Nach einer Vorauswahl treten die besten Teams gegeneinander an.“ (S. 14)
„Was der Spiegel ihm gezeigt hatte, gehörte ihm. Ihm allein. Zwölf Jahre lang würde das die Wahrheit sein. Bis zu dem Tag, an dem Jacob sich wünschte, dass er seinen Bruder in jener Nacht vor dem Spiegel gewarnt hätte und vor all dem, was das dunkle Glas ihm bescheren würde. Aber die Nacht verging und er bewahrte sein Geheimnis. Es war einmal … so beginnt es immer.“ (S. 13)
Das kleine Schaf hat den ganzen Tag vergnüglich mit Spielen verbracht. Nun geht der Tag zu Ende, die Sonne senkt sich hinter dem Hügel und taucht die Landschaft in ein warmes Abendrot. Zeit für das kleine Schaf den Tag zu beenden und die täglichen Abendrituale zu beginnen.