Käthe Recheis, Das kleine Monster Schnibulum
„»Wir haben das Monster auch gesehen! Wir haben es auch gesehen!«, tschirpten die anderen Vögel und schwirrten kreuz und quer durcheinander. Dem Otter wurde ganz schwindlig. Sein Fell sträubte sich, es sah aus, als hätte es sich in eine Bürste verwandelt. Gab es noch Monster?“ (37 f)
In einem kleinen Tal lebten die guten Freunde, der Hamster, das Katzenkind, der Hase, der Maulwurf und der Otter friedlich zusammen. Der kleine Hamster liebt es Schätze zu sammeln, die er in seinem Bau sicher versteckt hielt. Auch wenn seine Freunde von den Schätzen des Hamsters nicht so begeistert sind wie er selbst, lassen sie ihm doch immer die Freude und den Stolz. Als sie eines Tages ein Fest feiern, ahnen sie noch nicht, dass im dunklen Wald jenseits der Hügel das Schnibulum gelandet ist.
„Als die Unfruchtbarkeit der Omegas bekannt wurde, nahm man eine Weile an, dass sie aussterben würden, dass sie lediglich ein vorübergehender Schandfleck seien, eine Neuausrichtung nach der Explosion. Doch seitdem verhielt es sich in jeder Generation gleich: Es kamen nur Zwillinge zur Welt, einer als Alpha, der andere als Omega! (21)
„Nun will ich dir meine Geschichte erzählen, wie ich zu diesem Reichtum gelangte. Denn erst nach schweren Verlusten, großen Mühen und unendlichen Qualen habe ich solchen Wohlstand erreicht.“ (9)
„Ich kann noch andere Geräusche hören außer dem grün duftenden Wind und dem Sirren unserer Fahrradreifen: Stimmen, die aus einer fremden Welt in meine vordringen, Füße, die über einen glänzenden Boden eilen und das Keuchen und Pumpen eines Beatmungsgeräts. Ich will nicht zurück. Ich weigere mich, diesen Moment zu verlassen.“ (31)
„Ich könnte dir helfen. Vielleicht finden wir heraus, wann genau der Vesuv explodieren wird“, sagte er. „Vulkane explodieren nicht, sie brechen aus, Carlo“, antwortete Rosa. „Habe ich dir denn gar nichts beibringen können?“ „Aber das ist doch so etwas wie eine Explosion“, beharrte Carlo. „Also, nimmst du mich mit? Bitte, Mama!“ (11)
„»Du musst lernen, sie zu ignorieren«, hatte sein Vater gesagt. »Wie kann ich sie ignorieren, wenn sie mich gegen Wände schubsen?«, hatte Sam geantwortet. »Ich meine die Geister, Sohn. Du musst lernen, durch sie hindurchzuschauen. Versuch niemanden wissen zu lassen, dass du sie sehen kannst.«“ (28)
„Kaum war sie außer Sichtweite, da riss Kalle sein Notizbuch so heftig aus der Tasche, dass ich zusammenzuckte. „Eh, Mann eh! Was ist denn jetzt schon wieder?“ „Hast du nicht gesehen?“, rief er und fuchtelte aufgeregt mit der Hand herum. „Die Aktentasche ist weg!“ (19)
„Mein Leben begann mit einem Wagen und einer Reise durch ein Land voller Wasser, Westwind und Regenböen. Das Land war so flach wie ein Pfannenkuchen und unsere Kutsche, gezogen von vier Pferden, holperte und polterte über den morastigen Sandweg.“ (26)
„Und das war der Augenblick, in dem Hamish merkt, dass irgendetwas nicht stimmte. Denn als er schließlich aufblickte, sah Hamish, dass Mr. Longblather sich nicht rührte. Er war versteinert. Eine Statue. Rührte sich nicht.“ (14)
„Wir sind Zwillinge, am selben Tag von derselben Mutter geboren. Wer von uns beiden älter ist, wissen wir nicht, und Vater will es nicht verraten. Wulf ist der Größere, aber nur ein paar Fingerbreit, Sunia ist die Stärkere, aber sie gewinnt nicht immer, wenn wir miteinander kämpfen.“ (9)