Wolfgang Pollanz (Hg.), Der Mann, der sich weigert, die Badewanne zu verlassen
Das Genre „Minidrama“ wird oft den Beatniks zugeschrieben, weil diese sich längst am Rand großer Dramen ansiedelt haben. Wenn die Mittel so beschränkt sind, dass es nicht einmal für Bühne, Kulisse, Vorhang – geschweige denn für einen Souffleurkasten – reicht, dann bleibt als letzter Ausweg nur das Minidrama. Darin ist die Autorenschaft des prekären literarischen Lebens bestens geschult. Jeder, der am Rand der Event-Kultur lebt, hat zumindest ein Minidrama in der Tasche, mit dem sich Zutritt in die Theaterwelt des Alltags verschaffen lässt.
Die Kulturinitiative „Kürbis“ hat unter diesem Gesichtspunkt einen kleinen Wettbewerb ausgelobt, mindestens 160 Mini-Dramatikerinnen haben sich ansprechen lassen, die Jury (Daniela Strigl, Karin Wozonig, Peter Faßhuber) hat zehn davon für ein „Wies-Festival“ in Wies in der Steiermark ausgesucht. Fünfzehn Stücke sind in einem Sammelband dokumentiert.
Extreme Landschaften bringen meist extreme Sagen hervor, das heißt, diese Sagen erzählen sich wie von selbst aus der Erde heraus. So sprudeln aufregende Heldentaten gerne aus den Alpen hervor, aus der Donau und manchmal als witzige Irrläufer aus der Stadt Wien.
„Zynische Theorien erklärt, wie die Theorie zur treibenden Kraft im kulturellen Krieg der späten Zehnerjahre unseres Jahrtausends avancierte – und schlägt zugleich eine liberale philosophische Alternative vor, um dieser Denkströmung in Wissenschaft, Aktivismus und Alltag zu begegnen. Das Buch zeichnet nach, wie sich die einzelnen Zweige einer zynischen postmodernen Theorie in den letzten fünfzig Jahren herausbildeten, und zeigt […] den Einfluss der Theorie auf unsere heutige Gesellschaft auf.“ (S. 14)
Wer rechtzeitig aus dem Studium aussteigt, kann immer noch hochglänzender Barkeeper oder Bundeskanzler werden.
„In der folgenden untersuchenden Darstellung rückt also die Menschenwelt der drei Kontinente in den Vordergrund; sie bildete schon in der mediterranen Antike eine gedachte Einheit und kann als <trikontinentale Ökumene> oder <Eufrasien> bezeichnet werden.“ (S. 31)
Die verschwiegenste Lyrik wächst für Augenblicke aus dem großen Fließen heraus, wenn das abgedriftete Auge zurückschnellt, um abermals dem Verlauf des Wassers zu folgen.
„Dieses Buch handelt vom Wandel. Die Epoche, die wir als »Mittelalter« bezeichnen, dauerte tausend Jahre, von 500 bis 1500; und Europa, das Thema dieses Buches, sah nach dieser Periode völlig anders aus als zu deren Beginn. […] Ich möchte mit diesem Buch zeigen, wie sich dieser Wandel und viele andere Wandlungsprozesse vollzogen und inwiefern sie von Bedeutung sind.“ (S. 7)
Ein Messias erscheint meist zweimal: Einmal als Guru mit Haut und Haar in der Zeitgeschichte und ein zweites Mal als literarische Figur eines Religionsstifter-Romans.
Wenn es sich von dieser Welt schon nicht horizontal-geographisch fliehen lässt, vielleicht sollte man es vertikal-chronologisch versuchen. Warum nicht in die Zeit selbst fliehen, statt aus ihr heraus?
Wenn die EU sich Brüssel als Hauptstadt unter den Nagel gerissen und ihre Nationen als austauschbares Ganzes eingebracht hat, ist dann noch etwas übrig für „typisch belgisch“?