Belletristik und Sachbücher

Nicholas Potter, Die neue autoritäre Linke

Andreas Markt-Huter - 12.06.2026

Nicholas Potter, Die neue autoritäre Linke„Große Teile dieser Linken haben sich spätestens seit dem 7. Oktober inhaltlich und ideologisch verrannt. Sie haben sich selbst verraten. Wo sind sie bloß falsch abgebogen? Oder tickten sie schon immer so und haben jetzt endlich den Mut, das sagen zu dürfen, woran sie immer glaubten?

Ausgehend vom Massaker am 7. Oktober 2023 bei dem knapp 1.200 Juden der Terrororganisation Hamas zum Opfer gefallen sind, geht Potter der Frage nach, wie sich große Teile der Linke auf die Seite der Täter stellen konnten und seither in gewaltsamen Demonstrationen gemeinsam mit Islamisten gegen Israel auftreten und einen offenen Antisemitismus zur Schau stellen.

Thea Mengeler, Nach den Fähren

h.schoenauer - 10.06.2026

Thea Mengeler, Nach den FährenDas ideale Buch ist eine Insel. Alle Träume sind darin aufgeschrieben. Die Welt ist draußen und abgeklemmt. Alles Wichtige ist da und kann zu Fuß erreicht werden. Was man richtig aufschreibt, wird zur Wirklichkeit.

Thea Mengeler, geschult an Creative Writing und Kommunikationsdesign, stellt mit dem Roman „Nach den Fähren“ ein Bilderbuch für Große vor, in dem man nachlesen kann, was seit dem letzten gelesenen Bilderbuch so auf der Trauminsel geschehen ist.

Martin Kolozs, Andreas Khol - Ein politisches Leben

h.schoenauer - 08.06.2026

Martin Kolozs, Andreas Khol - Ein politisches LebenTiroler gelten als Tiefwurzler, weil sie mitten in Europa verankert sind! Und obwohl in Nord- und Südtirol zweimal im Jahr massenhaft Orden über bemerkenswerte Personen ausgeschüttet werden, sind es dann immer nur wenige Solitäre, die für eine Biographie zu Lebzeiten in Frage kommen.

Andreas Khol hat als Tiroler, Verfassungsjurist, Erwachsenenbildner, politischer Kommentator, Funktionär in den höchsten Staatsämtern und schließlich als Senioren-milder Gast bei Talkshows verlässlich seine Spuren hinterlassen. Sein Geheimrezept für alle diese Betätigungsfelder liegt in der Gelassenheit und Emsigkeit, mit der er sich den Aufgaben stellt.

Franz Kabelka, Absolute Bettruhe

h.schoenauer - 03.06.2026

Franz Kabelka, Absolute BettruheEs erscheint mittlerweile kaum mehr ein Krimi, bei dem man als Leser nicht dem Autor zurufen möchte: Schreib doch einmal etwas Wahrhaftiges!

Franz Kabelka muss sich vor fünf Jahren diesen imaginären Zuruf zu Herzen nehmen, als bei ihm Blasenkrebs festgestellt wird. Irgendwo in der Mitte der Leidensgeschichte formuliert er schließlich das Programm für die nächste Zeit: „Dies ist meine Geschichte, wie noch nie eine es war.“ (55)

Friedrich Hahn, Titel gesucht

h.schoenauer - 01.06.2026

Friedrich Hahn, Titel gesuchtEin Kind schüttet die Puzzleteile zweier Bilder in eine gemeinsame Schachtel und staunt, was für neue Möglichkeiten für ein Un-Bild sich daraus ergeben.

Friedrich Hahn baut auf dieser Parabel von Kafkaesker Klarheit die Story für seinen aktuellen Roman auf. „Titel gesucht. Fragmente. Halb Puzzle / halb Roman“ fußt auf der Überlegung, dass es im Alter nicht darum geht, Neues zu entdecken, sondern das Bekannte in der Zeitlosigkeit zu verstecken. So drängt die Frage in den Vordergrund, was denn der Sinn des Schreibens ist, wenn alles schon erzählt ist. Und schreiben könnte dann ja bedeuten, sich selbst aus der Geschichte herauszulöschen.

Matthias Daxer, Sturmtänzer I

h.schoenauer - 29.05.2026

Matthias Daxer, Sturmtänzer IAuch fürs Lesen gilt: Das Auge isst mit! – In den letzten Jahren ist um diese Erkenntnis herum geradezu ein Hype entstanden. In der wertschätzenden Atmosphäre für das Kulturgut Buch hat sich eine klandestine Form der Literatur entwickelt, nämlich die „haptische Fantasy“.

Matthias Daxer versucht mit seiner mehrteiligen Komposition „Sturmtänzer“ die Kernelemente von Fantasy mit den Mythen der Alpen zu vermischen. Es geht bei ihm nicht um herumschwirrende Fantasie-Ritter, sondern um jene seltsam realistischen Sagen und Mythen, die im Land vorhanden sind und mit etwas Glück auch an die jeweils jüngste Generation weitererzählt werden.

Georg Bydlinski, Triestiner Mosaik

h.schoenauer - 27.05.2026

Georg Bydlinski, Triestiner MosaikLyrik ist ein still gehaltener Atem, der anlässlich eines markanten biographischen Ereignisses zu einem Gedichtband führen kann.

Im Falle des Siebzigers von Georg Bydlinski hat die Niederösterreichische Literaturedition den Autor eingeladen, seinen lyrischen Kosmos zu durchforsten und in Gestalt eines auch haptisch ansprechenden Gedichtbandes für seine Fans und Freunde vorzutragen.

Isabella Breier, Kosmo

h.schoenauer - 22.05.2026

Isabella Breier, KosmoEine Selbstkündigung lässt niemanden kalt. Zumindest die kündigende Person empfindet sich für ein paar Augenblicke als Individuum, das eine Entscheidung vorgenommen hat.

Isabella Breier stellt in Ihrem Roman „Kosmo“ schon im Titel einen vagen Kosmos vor, der thematisch, psychologisch und philosophisch so gut wie alles aufbricht, was wir im klassischen Wissenschaftsbetrieb mühsam in Schubladen und Fächer gepackt haben. Für die erste Beschreibung des Romans wird am Klappentext der Begriff „enzyklopädisches Erinnerungsuniversum“ verwendet.

Tony Allan u.a., Das alte Griechenland. Die visuelle Geschichte

Andreas Markt-Huter - 20.05.2026

Tony Allan u.a., Das alte Griechenland. Die visuelle Geschichte„In diesem Buch wird die Geschichte Griechenlands erzählt – von der Frühzeit vor rund 400000 Jahren bis zum Ende des Byzantinischen Reiches im 15. Jh. Mit »Griechenland« meinen wir nicht nur das heutige Territorium, sondern die Gebiete, in denen die griechische Kultur damals erblühte.“ (S. 9)

Griechenland gilt bis heute als die Wiege der abendländischen Kultur. Denken, Wissenschaft, Philosophie, Theater, Literatur, Kunst und Demokratie, wie sie im antiken Griechenland das Licht der Welt erblickt haben, prägen noch heute die westliche Welt, was sich auch in zahlreichen Begriffen und in den Grundlagen logischen Denkens widerspiegelt. Das Sachbuch „Das alte Griechenland“ geht diesen Ursprüngen unserer westlichen Kultur von ihren Anfängen in der griechischen Vorzeit bis zum Ende des byzantinischen Reichs untermalt mit einem umfangreichen Bildmaterial, nach.

Vera Zwerger Bonell, Das Blau ferner Räume

h.schoenauer - 18.05.2026

Vera Zwerger Bonell, Das Blau ferner RäumeDas Wesen mitreißender Kunst besteht darin, dass ihre Schöpferinnen bis zum Schluss nicht wissen, wie die Sache mit ihrer Kreativität ausgehen wird.

Vera Zwerger Bonell eröffnet mit dem wundersamen Titel „Das Blau ferner Räume“ einen Ausblick auf eine Künstlerin, welche die Beziehungspaare „Stadt und Land“, „Krieg und Frieden“, „privat und öffentlich“ halbwegs harmonisch über die Bühne zu bringen versucht. Dabei ist so ein Leben nie planbar wie eine Beamtenkarriere, weil die Kunst an manchen Tagen ins Leben pfuscht und macht, was sie will.