Louie Stowell, Feen der Dämmerung
„Zwei Kinder werden im selben Krankenhaus geboren. Zwei Stimmchen schreien laut, dann schweigen sie. Ihre Herzen stocken. Ihre Lungen bleiben leer. Menschen rennen, Maschinen piepen. Eltern schreien. Nach einer Ewigkeit strömt neue Luft in ihre Lungen. Zwei Herzchen schlagen. Vor Freude schluchzen die Eltern. Alles ist gut gegangen. Wäre da nicht … Wäre da nicht ein Riss im Universum, der nun von einer Welt zur anderen führt.“ (S. 7)
Jedes Jahr feiern Myra Duffy und ihr „Nicht-gerade-bester-Freund“ Rohan Patel gemeinsam Geburtstag. In diesem Jahr werden nur ein paar Verwandte erwartet, nachdem im letzten Jahr wieder einiges schiefgelaufen war. Myra hatte in ihrer Begeisterung dem Zauberer beim Türöffnen die Hand gebrochen und Rohans Cousine mit Sekundenkleber die Haare verklebt. Seither gelten für Geburtstagsfeiern strenge Regeln: keine Streichhölzer, kein Sekundenkleber, kein Öffnen der Haustür und kein Spaß.
„Hallo, liebe Leseratten! Ich heiße Petra Fuchs und bin Kinderbuchautorin. Ich erfinde und schreibe Geschichten, aus denen Bücher gemacht werden. Oft fragen mich die Kinder, wie solch ein Bilderbuch eigentlich entsteht. Das wollt ihr auch gern wissen? Dann blättert doch einfach mal um.“
„Es war früher Nachmittag, als Herr Fuchs mit einem ganzen Mülleimer voller verstaubter Ideen aus dem Keller kletterte, die Haustür öffnete und alles in die Tonne kippte. Bevor er mit dem Schreiben eines neuen Buches begann, konnte es nicht schaden, ein bisschen aufzuräumen.“ (S. 8)
„Kennst du das riesige goldene Feld neben dem kleinen Wald, ganz in der Nähe deiner Straße? In genau diesem Feld wohnt, versteckt zwischen Halmen und Ähren, eine ganze Kolonie winziger, plüschiger Mäuse. Allen von ihnen sehen sich zum Verwechseln ähnlich. Ihr goldbraunes Fell glänzt, ihrer Mäusebacken sind prall gefüllt, und sie trippeln elegant wie kleine Tänzerinnen durchs Feld. Ja, so sind sie wirklich alle – alle außer Atti und Georgia.“
„Schon mal was von Wellen mit Sturmfrisur gehört? Oder von Kröten, die auf Flöten tröten? Nein? Dann wird’s Zeit für diesen fröhlichen Gedichtband! Inspiriert vom fantasiereichen Reimkünstler James Krüss tummeln sich in jeder Menge Wortspielen, Quatschgedichten und Sprachspielereien allerlei tuschelnde Muscheln, Seesternschnuppen und bellende Rollmöpse.“
„Der Morgennebel hatte sich noch nicht gelichtet, als er das rote Segel sah. Anfangs war es nur ein vager Umriss im blassgrauen Dunst, ein dunkler Fleck, der nach ein paarmal Blinzeln eine blutrote Färbung annahm. Während Ruhlin das Segel noch neugierig betrachtete, bemerkte er, dass sich darauf ein Symbol befand. Das Segeltuch flatterte in der steifen Brise, die über den selten ruhigen Wassern des Styrnspeldter Meeres wehte, und nach einem weiteren Blinzeln erkannte er das Zeichen von Ulthnir, dem Ersten der Götter, mit gekreuztem Hammer und Schwert.“ (S. 11)
„Mit einem erstickten Schrei ließ die Bäuerin den eisernen Schlüssel fallen, griff nach ihrer Laterne und rannte davon. Immerzu die unheimliche, dunkle Schlucht entlang, zurück in die Richtung, aus der sie gekommen war. Hinter ihr rückte der unwettergebeutelte Berg allmählich in die Ferne, während sich das wilde Geheul der schwarzen Bestie, das selbst die krachenden Donnerschläge übertönte, tief in ihr Mark grub.“ (S. 8)
„Bo Delafort war gerade zwölf geworden, als sie den Mond aus dem Schlamm der Themse zog. Sie hatte nicht nach ihm gesucht, und das war der entscheidende Punkt. Schätze findet man nicht, man wird von ihnen gefunden, wie die Flussleute gern sagten. Man braucht dafür nur ein offenes Herz.“ (S. 9)
„Komm mit auf eine Reise rund um die Welt! In diesem Buch kannst du die ganze Welt bereisen – und dafür musst du nicht einmal ins Flugzeug steigen. Finde heraus, wie es auf fernen Kontinenten aussieht und wie die Menschen leben. Entdecke faszinierende Tierwelten und viele andere Sehenswürdigkeiten rund um den Globus. Bist du bereit? Dann kann die Reise beginnen!“ (S. 4)
„Otto saß auf der Treppe vor dem Eingang seines Schlosses, knabberte an einem Hundekeks und grübelte, wie es mit ihm weitergehen würde. Er war nicht irgendein Otto, er war eine Otto von Irgendwas, weil seine Familie mal irgendwas gewesen war, weil er in einem Schloss wohnte und weil in seinem Ballsaal Bilder all der Ottos hingen, die vor ihm gelebt hatten, Urotto, Ururotto, Urururotto und so weiter bis zu Adam und Eva, die anders geheißen hatten.“ (S. 5)