Stephen Biesty, Wunderwerke der Technik
„Der einzige Weg in die Burg führte durch das Torhaus. Dies war der schwächste Punkt der Burgmauer. Angreifer, die sich hier näherten, wurden mit Pfeilen beschossen oder man goss kochendes Wasser auf sie herab. Man konnte auch ein Fallgitter herablassen, dann saßen die Feinde in der Falle. (S. 4)
Stephen Biesty erklärt anhand beeindruckender Querschnittszeichnungen den Aufbau und die Funktionsweise ausgewählter technischer Errungenschaften, von der mittelalterlichen Ritterburg bis hin zur zeitgenössischen Raumfähre.
Lyrik ist nur im Hardcore ein poetisches Gebilde, das aus seltsamen Wortkonstellationen besteht. In der dynamischen Gedichte-Welt der Gegenwart sitzt die Poesie als Humor, Wissenschaft, Dramaturgie oder Drehbuch zwischen den Zeilen. Manche Gedichte dieser Bauart sind nur durch Zufall ein Gedicht geworden, genauso gut könnten sie ein Spielfilm oder ein Theaterstück sein.
„Ihr wurdet nicht einfach ausgesetzt. Es war jemand dort, hat dem Ohm und mir euch zwei kleine Schreihälse übergeben. Dazu gab es einen Batzen Geld und einen Brief. Der Ohm und ich mussten schwören, niemals über diese Nacht zu reden.“ (S. 69)
Je heftiger ein Rohr ums Eck gebogen wird, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es leckt und eine gigantische Gaswolke austritt. Wenn die Geschichte ums Eck biegt und einen Systemwechsel vorschlägt, entstehen in der Begleitliteratur die wildesten Helden und Geschichten.
„Es gab in den vergangenen 2500 Jahren so viele bedeutende Menschen, dass ihre Lebensgeschichten nicht alle in ein Buch passen würden.“ (S. 16)
Manche Geschichten lassen sich nicht unterkriegen und tauchen gerade dann auf, wenn man sie am wenigsten gebrauchen kann. Diese „alten Geschichten“ werden oft mit einer lässigen Handbewegung zuerst abgewehrt und dann doch erzählt.
„Das ist Kater Felix. Er wohnt, wo es ihm gefällt. Er frisst, was er findet. Er macht nur, was er will.“ (S. 4 – 7)
„Die Geschichte der Beziehung von Nationalstaaten zu ihren Handelspartnern ist geprägt von dem Versuch, zwar größtmöglichen Nutzen aus dem Güter- und Kapitalaustausch zu ziehen, die mit der Tatsache der Wirtschaftsbeziehungen notwendigerweise verbundenen Einschränkungen der eigenen Handlungsfreiheit jedoch weitgehend auszuschalten. (S. 17)
„Es gab zahlreiche Spekulationen darüber, wer für die Katastrophe verantwortlich war, denn es war offensichtlich kein Unfall oder Naturereignis, sondern eine vorsätzliche, sorgfältig geplante, abgrundtief böse Tat. All diesen Gerüchten und Spekulationen kann ich nun ein Ende setzten. Ich übernehme die volle Verantwortung. Denn es war mein Lehrling, die die Insel versenkt hat.“ (S. 8)
Im Sprachgebrauch sind anschwellende Wortwellen vorgesehen, die auf etwas Unheimliches, Gigantisches oder Katastrophales hinweisen. „Zur Lage“ wird durchaus als pathetische Einstimmung verwendet, wenn es um die Lage der Nation, die Lage der Finanzen oder die Lage an einer Grenze geht.