johannes fried_jesus oder paulus„Wie verlief der Weg von den uneinigen Anfängen zu den verpflichtenden Glaubensbotschaften der kanonischen Evangelien? Wie setzte sich die Erzählung von dem auferstandenen Gottessohn gegen das Wissen der Jünger in Jerusalem vom Überleben Jesu durch? Musste sie nicht die Glaubwürdigkeit der Auferstehungsrede gefährden? Bescherte die Kanonisierung keine Verluste? Eine sachliche Auseinandersetzung auf historischer Grundlage ist zur Klärung derartiger Fragen unerlässlich und dringend erforderlich.“ (S. 7 f)

Johannes Fried verfolgt die in seinem Buch „Kein Tod auf Golgatha“ vertretene provokante These weiter, die besagt, dass Jesus die Kreuzigung überlebt hat. Dabei geht er der Frage nach, wie sich die Auseinandersetzung zwischen den widersprüchlichen Botschaften von der Grabflucht einerseits und der verkündeten Auferstehung von den Toten andererseits in den Anfängen des Christentums verlaufen ist.

j.d. rinehart, das lied der schlange„»Willst du die Worte der Prophezeiung leugnen? Unter diesen neuen Himmelslichtern werden drei Thronerben kommen. Sie werden ungeahnte Macht erlangen. Sie werden den verfluchten König töten. Und genau in dieser Nacht sind drei Sterne am Himmel erschienen, Kalia. Wer weiß, welch andere dunkle Magie dabei noch am Werk war. Hältst du mich für töricht?« Wohl nicht. Aber wenn je ein König verflucht war, dann du, Brutan!“ (S. 12)

Der grausame König Brutan hat herausgefunden, dass ihm die Hexe Kalia drei Kinder geboren hat. Es handelt sich dabei um die königlichen Drillinge, die laut einer Prophezeiung seine Macht stürzen sollen. Während Kalia auf dem Scheiterhaufen verbrannt wird, spricht der Magier Melchior einen Zauber über sie, mit dem er ihr Leben zu retten versucht.

regina dürig, federn lassenWährend die einzelne Feder als etwas Edles gilt, immerhin verdanken wir dem Federkiel einen Großteil unserer Schriften, gilt der Vorgang für ihre Gewinnung als etwas Brutales. Das Federvieh entgeht dabei oft knapp einem Räuber, indem es Federn lässt. Ähnliches trägt sich in der Erziehung eines Individuums zu. In regelmäßigen Abständen muss es etwas von seiner Identität abwerfen, damit es von den Zugriffen der Gesellschaft halbwegs ungeschoren davonkommt.

Regina Dürig überrascht noch vor Beginn der Lektüre mit zwei Besonderheiten: Einmal ist es die Verwendung des Genres Novelle, und zum anderen das spitze Hochformat des Buches, das als langer Schaft einer Feder ausgeführt ist. Durch dieses Layout ist der Text zu einem gedanklichen Longdrink verformt, in einer Zeile stehen kaum mehr als drei Wörter. Man beginnt daher automatisch mit dem Scrollen, obwohl es am Papier aussichtslos ist, dass dadurch der Text weiterginge. Die einzelnen Zeilen sind offensichtlich als Federäste gedacht, die ineinander verkeilt dann erst die Federfahne ergeben. Und der Ausdruck Novelle weist darauf hin, dass alle Zeilen zusammen gebündelt eine „unerhörte Begebenheit“ ausmachen, die ja das Wesen einer Novelle ist.

johan egerkrans, herrscher der urzeit„Von allen Prähistorischen Tieren sind die Dinosaurier zweifellos die bekanntesten. Das geht so weit, dass die Bezeichnung »Dinosaurier« ungenauerweise gleich für alle ausgestorbenen Tiere verwendet wird. An der Spitze der Beliebtheitsskala dieser prähistorischen Superstars steht der Tyrannosaurus rex …“ (S. 5)

Wenn es um die Frühzeit des Lebens auf unserer Erde geht, stehen bei den jungen Leserinnen und Lesern immer noch die Dinosaurier, mit Tyrannosaurus rex und Triceratops an der Spitze, ganz oben auf der Liste des Interesses. „Herrscher der Urzeit“ stellt die Lebensweise und Lebenswelt sowie eine umfangreiche Auswahl der mächtigen Urzeitriesen anschaulich vor.

volker demuth, fossiles futurWas für ein universell gekreuzter Begriff! Die Fossilien liegen in ferner Vergangenheit und vom Futur wissen wir nicht, wie lange es hält.

Volker Demuth verwendet für seine Lyrik die unerschöpflichen Begriffsfelder Landschaft und Zeit. In dieser Konstellation verschmelzen Fossilienforscher, Landschaftsarchitekten und Zukunftsdeuter zu einem, nämlich zum Lyriker. Der Autor definiert diese Felder als Kapitel-Unterschriften, die wie Insignien im Buch ausgelegt sind. „Die Gegenwart ist die reale Zukunft einer inexistenten Vergangenheit.“ (35) „Landschaften sind Speichermedien.“ (63)

björn berenz, explorer team„Hall Explorer, die Suche nach meinem Vater geht weiter. Er ist auf einer Expedition zum geheimnisvollen Volk der Jain verschollen. Sein Tagebuch hat mich und meine Freunde Cookie und Mojo in den Himalaja geführt. Aber Verfolger sind uns auf der Spur.“

Auf der Flucht vor ihren Verfolgern, einem rothaarigen Hünen und dem Jain-Jungen Tashi, gelangen Lias und seine Freunde Cookie und Mojo in eine Höhle, wo sie drei Röhren entdecken, in denen sich jeweils ein Buch befindet. Lias schnappt sich sein Buch voller Rätsel, bevor er in die Röhre gesogen wird.

bernhard hüttenegger, auf dem grund des bodensIn alten Märchenbildern ist die Welt wie eine Sanduhr aus Sternen aufgebaut. Wer in die Tiefe eines Brunnens blickt, sieht darin die Sterne des Firmaments gespiegelt, wer in den Himmel schaut, wird in die Tiefe hinabgezogen wie in einen Brunnen.

Bernhard Hüttenegger verwendet dieses Bild für den Titel des vierten Bandes seiner ausklingenden Autobiographie. Längst hat er sich zum Schreiben heikler Angelegenheiten, und das eigene Leben ist eine solche, die Figur des Albin Kienberger zugelegt, der in diesem Roman in die Provinz Rovigo in Venetien reist.

daniel fehr, kuckuck ich bin wieder da„»Kuckuck«, ruft Kuckuck, als er im Frühling von Afrika nach Hause kommt. »Ich bin wieder da!« Niemand antwortet. Ganz still ist es im Wald. „»Vielleicht schlafen alle noch?«, denkt Kuckuck.“

Nach seinem langen Aufenthalt in Afrika kehrt Kuckuck wieder in seinen geliebten Wald in der Schweiz zurück. Voller Freude ruft er nach seinen Freunden, doch scheint ihn niemand gehört zu haben.

gundi feyrer, der tempel des nichtsWenn Materie nicht aus Materie besteht, wie in Physikerkreisen formuliert wird, dann könnte vielleicht Dichtung Materie sein?

Gundi Feyrer geht mit ihrem Roman „Der Tempel des Nichts“ an die Anfänge der Existenz, des Weltalls und des Bewusstseins zurück. In der einen Lesart ist die Welt aus dem Urknall entstanden, in einer anderen Sichtweise hat sich das Nichts so lange selbst angestarrt, bis daraus ein Spiegelbild geworden ist, in einer religiösen Fassung ist die Welt gar aus Worten gemacht. Hinter all diesen Thesen steckt nicht nur eine elegante Verführung zur Entfaltung von Sinn, sondern vermutlich beinharte Zauberei. Deshalb trägt der Roman in Klammern den Untertitel das Zaubern.

jan paul schutten, das weltall„Wenn du dieses Buch gelesen hast und jemanden triffst, der sagt, er weiß ganz genau, woher alles in unserem Weltraum oder Universum kommt, dann weißt du, dass du diesen Jemand nicht ernst zu nehmen brauchst. Es sei denn, er oder sie schaukelt auf einer tropischen Insel in einer Hängematte …“ (S. 13)

Das Sachbuch für Kinder und Jugendliche bietet „532 bemerkenswerte Informationen“, die in fünf umfangreichen Kapiteln vorgestellt werden. Die Themen reichen von Reisen in der Zeit über das Weltall, Albert Einsteins Ideen, absurde Experimente und absonderliche Entdeckungen bis hin zu Fragen nach der Entstehung des Weltalls.