allen say, großvaters reise„Mein Großvater war ein junger Mann, als er sein Zuhause in Japan verließ und auszog, um sich die Welt anzusehen. Er trug zum ersten Mal europäische Kleidung und begann seine Reise auf einem Überseedampfer. Der pazifische Raum versetzte ihn in Staunen.“

Der Autor und Illustrator Allen Say erzählt die abenteuerliche Geschichte seines Großvaters, der sich als junger Mann auf einem Schiff von Japan aus auf den Weg machte, um die Welt zu entdecken.

norbert kaser, mein haßgeliebtes bruneckUm wirklich unsterblich zu werden, musst du zu einem Mythos mutieren. - Die Zeitgenossen eines Mythos sitzen Jahr für Jahr fassungsloser vor diesem Satz und rechnen ihr armseliges Leben mit siebzig gegen den aufregenden Mythos eines Helden auf, der schon beinahe ein halbes Jahrhundert tot ist.

norbert c. kaser hat sich genial in jenen Mythos hineingeschrieben, den seine Zeitgenossen von ihm verlangt haben. Er hat offensichtlich so genau die Südtiroler Seele getroffen, dass diese ihm zwar zu Lebzeiten nichts, anschließend aber alles an Anerkennung verpasst hat. Preise, Schulen, Vorlässe, alles, was die Romantik heroischen Helden zu bieten hat, ist für norbert c. kaser aufgeboten worden. Gerüchtehalber soll sogar der Haymon-Verlag als Vater aller Nachlässe nach dem toten Hund Kasers (Haymo) benannt sein.

peter goes, flüsse dieser erde„Überall auf der Erde befinden sich große und kleine Flüsse, viele mit Nebenarmen, die bis in die entlegensten Winkel der Welt reichen. Diese ruhig durch die Landschaft dahinfließenden oder stark strömenden Wasserläufe bestimmen die Welt um uns herum.“

Peter Goes stellt in seinem prachtvollen Kindersachbuch achtundzwanzig Flüsse auf allen Kontinenten der Erde ebenso anschaulich wie unterhaltsam vor. Von der Themse über die Donau in Europa, dem Mississippi und Amazonas in Amerika, dem Nil und Kongo in Afrika, dem Euphrat und Tigris und Mekong in Asien bis hin zum Murray River in Australien werden die wichtigsten Flüsse der Welt auf je einer Doppelseite in Szene gesetzt.

margit helga hosp, auf flachen sohlen auf und davonHelden können es sich in der Literatur nicht aussuchen, an welchem Abenteuer sie groß werden möchten. Und heldenhafte Kinder können erst später im Leben ausmachen, welche Erlebnisse sie entscheidend geprägt haben.

Margit Helga Hosp führt in zehn Erzählungen markante Erschütterungen vor, die fürs erste nur der Ich-Erzählerin auffallen. Es sind dies kleine Verwundungen, Abfallspäne von Mobbing, romantische Ausreißer der Logik oder Dramaturgie-Vorgaben, die jede Heldin aus der Bahn werfen.

Karl May - Engelbert Gressl, winnetou„Zum ersten Mal seit Wochen sah ich die Sonne wieder und spürte den warmen Hauch des Herbstwindes im Gesicht. Ganz langsam verließ ich den Raum, in dem ich mich von meiner schweren Verletzung erholt hatte. Heute also sollte es geschehen. Heute sollte ich sterben.“ (S. 7)

Vom Marterpfahl aus, wo Old Shatterhand mit seinen Freunden Sam Hawkins, Will Parker und Dick Stone auf seine Hinrichtung wartet, blickt er zurück auf die vergangenen Tage, seit seiner Ankunft in St. Louis, wo er zunächst als Hauslehrer die Kinder von Mr. Henry unterrichtet, um dann als Feldvermesser beim Bau der Eisenbahnstrecke von St. Louis bis zur Pazifikküste anzuheuern.

arno heinz, orient bluesEin Sprichwort sagt: In echten orientalischen Büchern lässt sich das Firmament am Umschlag berühren.

Arno Heinz hat seinen „Orient Blues“ in einen Blues-farbenen Leinenumschlag gesteckt, worauf nach einer Architekturskizze des Autors das Firmament als Stadtplan eingeprägt ist. Arno Heinz ist bekannt für seine Architekturarbeiten rund um das Mittelmeer, als Philosoph ist er so etwas wie ein Raum-Aufweiter, und als Lebensprogramm hat er etwas geschafft, wovon die meisten Tiroler nicht einmal zu träumen wagen, er ist aus dem Gebirge hinausgekommen!

susanne göhlich, das burgfest„Marti, das coole Mützengespenst: trägt seine geliebte Mütze immer auf dem Kopf. Selbst unter der Dusche … Lilli, das freundliche Gespenst mit dem Hündchen: mag Schleifen und Tiere, besonders ihren Vierbeiner Chilli … Bibi das ängstliche Zittergespenst …“

Bei zehn Gespenstern in einem Schloss ist immer was los, ganz besonders, wenn ein großes Burgfest bevorsteht. Da müssen schon alle ganz fest zupacken, damit alles ordentlich und sauber wird. Und außerdem wollen die Gäste auch versorgt und unterhalten werden.

Tecia Werbowski, oblomowaSpätestens seit Otto Grünmandls Wunder-Programm „Ich bin nicht Oblomow“ wissen Fachleute des beschaulichen Lebens, wer Oblomow ist. Ein Held, wie für das Bett gemacht, mit starken beamteten Zügen.

Natürlich spielt das Bett auch in Tecia Werbowskis Roman „Oblomowa“ die Hauptrolle. Die Ich-Erzählerin Maya Ney ist stolz auf ihren Namen, weil er so kurz und vernünftig klingt und dennoch überflüssig ist, weil die Erzählerin vollkommen allein auf der Welt ist. Sie wohnt mittlerweile abgelegen in den kanadischen Wäldern und hat nur mehr eines im Sinn, ihre beiden Katzen durch die wunderschönen Jahreszeiten zu führen.

deborah lock, bei uns in der steinzeit„In dieser Landschaft voller Eis und Schnee lebe ich mit meiner Familie. Ich bin acht Jahre alt und heiße Tikki. Das bedeutet »kleine Schnee-Eule«. Wir leben nicht immer am selben Ort, denn wir folgen den Tieren, die wir jagen.“ (S. 6f)

Die jungen Leserinnen und Leser begleiten die achtjährige Tikki und ihre Familie auf ihrer Wanderung von Lager zu Lager. Tikki lebt in der Steinzeit, in der das Leben für die Menschen vollkommen anders war als heute.

Hans K. Stöckl, Es ist alles ganz einfachEndlich hat ein Autor in einem klaren Satz zum Ausdruck gebracht, was einen ehemaligen Bundeskanzler wegen der Komplexität der Dinge in den schieren Wahnsinn getrieben hat.

Der Karikaturist und Satiriker Hans K. Stöckl bringt sein Erklärungsmodell der Welt auf die Kurzformel: Es ist alles ganz vielfach.