Aktuelle Buchtipps

 

Lorenz Pauli, Glück auf vier Pfoten

Andreas Markt-Huter - 14.01.2026

Lorenz Pauli, Glück auf vier Pfoten„Das Leben ist schön. Der Bauernhof in Liebewil ist ruhig, Frau Bill ist nett, aber das Wichtigste ist: Ich bin eine Katze, ein Kater. Der Kater Kopernikus. Das Katzenleben ist großartig. Ich bin sicher: Jede Maus, jede Laus, jedes Schwein möchte eine Katze sein. Menschen sind auch ganz gut. Sie sind wichtig. Denn sie können die Dose mit dem Katzenfutter öffnen.“ (S. 7)

Der fröhliche Kater Kopernikus erzählt unterhaltsame Geschichten aus seinem aufregenden Katzenleben. Als Frau Bill vom Bauernhof in Liebewil nach Bern übersiedelt, lässt sie den schlauen Kater schweren Herzens zurück. Doch dieser beschließt, sich in einem der zahlreichen Umzugskartons zu verstecken und seinem Frauchen in die Schweizer Hauptstadt zu folgen. Ein abenteuerliches Leben in der Stadt beginnt.

Martin Mader, Am Anfang wieder die Nacht

h.schoenauer - 14.01.2026

Martin Mader, Am Anfang wieder die NachtWer das erste Mal durch Zufall oder als Geheimtipp in das Darknet geraten ist, wird hinterher nur schwer beschreiben können, was er darin gesehen hat. Martin Mader entführt mit dem Roman „Am Anfang wieder die Nacht“ die Leser in ein Darknet, worin alles vorkommt, was man sich in einer Gegenwelt erwarten möchte: Dunkelheit, Exzesse, Geld, Drogen, Waffen, Verschwörungen, Geschäfte.

Etwas poetischer formuliert könnte man meinen, im Roman wird die Geschichte zu einem einzigartigen Loch aus dunkler Materie, die alles aufsaugt und zerfrisst, was an Erinnerungspartikeln noch übrig ist.

Otfried Preußler / Judith Ruyters, Hörbe mit dem großen Hut

Andreas Markt-Huter - 13.01.2026

Otfried Preußler / Judith Ruyters, Hörbe mit dem großen Hut„Im Siebengiebel-Wald lebt eine Gruppe Hutzelmänner. Einer von ihnen ist Hörbe, mit dem großen Hut. Sein Haus liegt versteckt unter Ästen und Reisig. Kein Mensch kann es entdecken. Der Sommer ist zu Ende und die Ernte schon eingebracht. Seit Tagen sorgen alle Hutzelmänner für den Winter vor. Auch Hörbe füllt eifrig seine Vorratskammer.“ (S. 6)

Der kleine Hutzelmann Hörbe will sich gerade seinen Vorbereitungen für den Winter widmen und Preiselbeer-Marmelade einkochen, als er am frühen Morgen von der Schönheit des Tages überwältigt wird und beschließt, die Arbeit auf Morgen zu verschieben. Er holt sich seine Wanderstiefel, verschließt das Haus und macht sich auf die Wanderschaft durch die herrliche Herbstlandschaft.

Erich Hörtnagl, Unforgettable – Unforgotten

h.schoenauer - 12.01.2026

Erich Hörtnagl, Unforgettable – UnforgottenWas immer das Leben unvergessen machen kann, es gleicht einer Sanduhr, die ein paar Mal gedreht wird, ehe der Sand in der Zeit verschwunden ist.

Erich Hörtnagl legt mit „Unforgattable – Unforgotten“ sein Lebenswerk als Fotograf und Dramaturg vor. Die Bilder sind als wohl überlegte Ausschnitte einer weltumspannenden Choreografie aufbereitet, der Buchtitel ist als unsichtbares Relief in den Buchumschlag gestanzt, sodass man ihn in der Hauptsache abtasten muss. Beim ersten Anfassen des Buches werden Zeitgenossen blitzartig an einen Laptop erinnert, was Gewicht und Haptik betrifft, ehe dann die kulturell gestanzte Erinnerung an das Handwerk der Buchdruckkunst einsetzt.

Manfred Theisen, Escape – Der Schlüssel sind wir

Andreas Markt-Huter - 10.01.2026

Manfred Theisen, Escape – Der Schlüssel sind wir„Von einer Sekunde auf die andere war es dunkel. Die sechs Probanden hörten, wie sich der Schlüssel im Schloss hinter ihnen drehte. Dann war es totenstill. Marc versuchte die Tür wieder aufzudrücken. »Die hat uns echt eingesperrt. Kackdreist.« Wieder Stille. Sarah hörte Emma neben sich schwer atmen. Josh sagte: »Stunde Null. Das bezeichnet die Stunde nach dem Zweiten Weltkrieg. Sechzig Millionen Menschen waren gestorben, danach mussten sich die Deutschen die Zivilisation erst wieder aus der Dunkelheit zurückholen.«“ (S. 13)

Sechs Schüler wurden ausgewählt, um an einem politisch-soziologischen Experiment teilzunehmen. Das portable Escape-Game zum Thema Demokratie, das schon seit einem Jahr von Schule zu Schule tingelt, findet in einer riesigen weißen Kiste statt, die beinahe den gesamten Turnsaal ausfüllt. Nachdem die Kandidaten den Raum betreten haben, wird es dunkel und die Tür versperrt.

Ewald Baringer, Stunde der Wintervögel

h.schoenauer - 09.01.2026

Ewald Baringer, Stunde der WintervögelDas Unerfüllbare / fülle ich / mit Unerfüllbarem. (16) ‒ Selten ist die Absicht der Lyrik so klar formuliert wie in der „Stunde der Wintervögel“. Dieser magische Titel kreist scheinbar um das gängige Hauptmotiv der Gegenwartslyrik, den Vögeln, in Wirklichkeit aber ist ein poetischer Teppich über das Land gelegt, aus dem wie in alten Zeiten des Teppich-Klopfens Gebrauchspartikel der unmittelbaren Gegenwart geschüttelt werden.

Ewald Baringer spannt zu Beginn mit seinem Text über die kunstsinnige Stadt Soltau seinen lyrischen Kosmos aus, worin die einzelnen Bilder als individuelle Puzzleteile ineinander gesteckt sind und am Ende ein beiläufig episch breites Bild ergeben.

Erwin Moser, Die drei kleinen Eulen und andere Tiergeschichten

Andreas Markt-Huter - 08.01.2026

Erwin Moser, Die drei kleinen Eulen und andere Tiergeschichten„In einer Turmruine, mitten in einem großen Wad, lebte einmal eine Eulenfamilie. Sie bestand aus Vater und Mutter Eule und drei kleinen Eulenkindern. Die Euleneltern waren sehr stolz auf die drei Jungen, und sie wünschten sich, dass alle drei einmal sehr kluge und weise Eulen werden würden. Sie brachten ihren Kindern das beste Futter, das sie finden konnten, und zogen sie mit viel Liebe und Sorgfalt auf.“ (S. 9)

Der Sammelband vereint sechs liebenswerte Tiergeschichten von Erwin Moser, die mit dem unvergleichlichen Erzählstil und den ebenso unverkennbaren Illustrationen des Künstlers ein beeindruckendes gemeinsames Leseerlebnis für Jung und Alt versprechen.

Peter Heather, Christentum - Aufstieg und Triumph einer Religion

Andreas Markt-Huter - 07.01.2026

Peter Heather, Christentum - Aufstieg und Triumph einer Religion„Die christliche Religion, der Konstantin die Treue schwor, hatte wenig Ähnlichkeit mit der ausdifferenzierten, monolithischen religiös-kulturellen Struktur, die sich bis zum 12. und 13. Jahrhundert herausgebildet hatte und die dann die überwiegende Mehrheit der unterschiedlichen Landschaften und Bevölkerungen Europas beherrschte, bis die Reformation in den 1500er Jahren ernsthaft Fuß fasste. Die Entstehung dieser außergewöhnlichen, voll ausgereiften Struktur soll im Mittelpunkt des vorliegenden Buches stehen.“ (S. 12)

Peter Heather erzählt die große und erstaunliche Entstehung und Ausbreitung des Christentums von den Anfängen bis ins Hochmittelalter, von der Zeit seiner Verfolgung bis in eine Zeit, in der es sich endgültig als bedeutender Machtfaktor der europäischen Politik und Kultur etabliert hat und selbst auch gezielt Macht und Gewalt einsetzt, um eigene Vorstellungen durchzusetzen.

Louisa May Alcott, Little Women - Vier Schwestern halten zusammen

Andreas Markt-Huter - 05.01.2026

Louisa May Alcott, Little Women - Vier Schwestern halten zusammen„»Weihnachten ohne Geschenke ist einfach kein Weihnachten«, maulte Jo, die auf dem Teppich lag. »Arm zu sein, ist schrecklich!«, jammerte Meg, die seufzend ihr altes Kleid betrachtete. »Ich finde es ungerecht, dass manche Mädchen jede Menge hübsche Sachen haben und andere gar keine«, fügte die kleine Amy mit einem gekränkten Schniefen hinzu. »Immerhin haben wir Mutter und Vater und uns«, sagte Beth zufrieden in ihrer Ecke.“ (S. 7)

Mitten im Amerikanischen Bürgerkrieg feiert die Familie March in Neuengland ein bescheidenes Weihnachtsfest, während ihr Vater, der Gelehrte und Pastor Robert March als Oberst in der Unionsarmee dient. Ihre Mutter Margret, von allen Marmee genannt, kümmert sich als Haushaltsvorstand in dieser Zeit um ihre Erziehung und engagiert sich für wohltätige Zwecke.

Christopher Clark, Skandal in Königsberg

Andreas Markt-Huter - 03.01.2026

Christopher Clark, Skandal in Königsberg„Zwischen 1835 und 1842 braute sich in Königsberg ein Skandal um zwei Geistliche zusammen. Ihr Ruf wurde ruiniert, sie verloren ihre Stelle, kamen ins Gefängnis und wurden aus dem öffentlichen Leben verbannt. Die juristische Entlastung von den schwersten Anklagen, die man gegen sie vorgebracht hatte, kam zu spät, um den Schaden wiedergutzumachen.“ (S. 9)

In Königsberg, der Stadt des berühmten Philosophen Immanuel Kant, kam es vor knapp 200 Jahren zu einer Gerüchte- und Denunziationskampagne gegen die beiden lutherische Prediger Johannes Ebel und Georg Diestel. Der bekannte australische Historiker lässt den Skandal Revue passieren und bettet das Provinzereignis gekonnt und mit großer erzählerischer Kraft in sein damaliges historisches Umfeld ein, wobei auch Ähnlichkeiten mit Verhältnissen unserer Gegenwart nicht zu verkennen sind.