Henrike Wilson, Kringel will Meer
„Auf einem alten, schrammeligen Hof, nicht weit vom Meer, lebt Kringel, ein kleines Schwein. Eigentlich lebt es ganz zufrieden. Bis an einem herrlichen Sommertag – zack! – Besuch von oben kommt. Lachmöwe! Lachmöwe landet neben Kringel und erzählt vom weißen Sand, vom großen blauen Meer, von Wellen und herrlich wildem Wind um den Schnabel.“
Kringel, ein kleines Schweinchen, das in einem alten Bauernhof glücklich und zufrieden vor sich hinlebt, erfasst eines Tages die Neugier und Sehnsucht nach mehr. Schuld daran trägt eine Lachmöwe, die Kringel vom blauen Meer, den Wellen, dem weißen Strand und vom wilden Wind erzählt und den unwiderstehlichen Wunsch weckt, all das selbst zu erleben.
Im Daumenkino wird mit dem Daumen ein Packen Papier durchgeblättert, auf dem wie durch die Kader eines Filmes minimale Bewegungsabläufe sichtbar werden. Julian Sharp greift für seine Erzählung „Dahinter“ diese Idee auf, nur dass bei ihm die Bewegung existenziell sichtbar wird. Statt der gezeichneten Bilder verwendet er monomane Sätze, die die erzählte Geschichte wie die Spitzen einer Choreographie sichtbar werden lassen.
„Welche Länder grenzen an Österreich?
»Wisst ihr was?«, ruft Papa Maus, »heute geht’s zum Picknick raus! Durch die schöne Frühlingswelt wandern wir in Wald und Feld!« Dieses Picknick wird ein Hit. Alle helfen tüchtig mit. So viel Klöße wiegen schwer! »Papa, gib den Rucksack her!« Ringsherum im Frühlingswald froher Vogelruf erschallt.“ (S. 10-14)
„Übersichtliche Leseeinheiten, farbige Sprechsilben sowie kurze Zeilen ermöglichen schnelle Lese-Erfolge und motivieren zum Weiterlesen. Die vielen Illustrationen bieten Lesepausen und unterstützen gleichzeitig das Textverständnis. Rätsel im Buch regen Gespräche über das Gelesene an.“ (S. 4)
„Wir Menschen streben stets danach, das Leben einfacher zu gestalten, und wir entwickeln Mittel zur Erforschung der Welt, damit wir sie besser verstehen und erklären können. Daraus ergeben sich die Geschichte der Wissenschaft und die größten Entdeckungen der Menschheit. Homo sapiens, unsere Art, lebt seit etwa 100 000 Jahren auf der Erde. Unsere jüngsten Vorfahren hatten fast den gleichen Körperbau und sahen uns sehr ähnlich, aber ihre Gedankenwelt war eine ganz andere.“ (S. 6)
„Eine mittelmäßige Hexe. Sie wäre beleidigt gewesen, hätte es nicht gestimmt. Sie konnte mit einem Fingerschnipsen ihren Kaffee aufwärmen und ihren Schatten bitten, den Mantel zu holen. An einem guten Tag brachte sie auch ein Feuerwerk zustande oder zwei. Wohnzimmertricks. Würde sie gewinnen, würde sie eine richtige Hexe werden wie die aus den alten Märchen.“ (S. 10)
Wenn die Stimmung im Land wieder einmal bedrückend wird, hilft manchmal ein Roman nach der Vorlage von Kleists Michael Kohlhaas, damit man sich mit dem Helden identifizieren, mit ihm kämpfen und mit ihm in Würde untergehen kann.
„Oscar sitzt schon eine Weile im Hof und macht das, was er in letzter Zeit häufig macht – er langweilt sich. Er langweilt sich so sehr, dass es ihm vorkommt, als wäre die Zeit ein zäher Kaugummi, der sich immer mehr in die Länge zieht. Aber ihm fällt einfach nichts ein. Gar nichts. Kein Fitzelchen einer Idee.“
„Mina drückt den Turboantrieb fest, wischt die Klebereste an ihrer Jeans ab und nickt. »Fertig!« Die Flugmaschine ist perfekt: Raketenform, Goldglitzerstreifen und Spezialfunktionen. Vorne der Gegenwindschirm, hinten die Nachtbeleuchtung und innen die Knöpfe und Hebel für die Steuertechnik.“ (S. 7)