Delemhach Emilie Nikota, The House Witch - Der Koch des Königs
„Die treu ergebenen Bürger des Königreichs Daxaria beschrieben ihre Heimat gern als ein liebenswertes Chaos. Die Bewohner des feindlichen Königreichs Troivack, hinter dem Alkidischen Meer gelegen, bezeichneten die Leute des benachbarten Kontinents hingegen lieber als »chaotische Vollidioten«. Das hing vor allem mit dem Durcheinander der Straßen und Dörfer zusammen, die ebenso logisch in der Landschaft verstreut worden waren wie etwa ein Schaf, das über die Weide springt.“ (S. 9)
Als mit Finlay Ashowan, kurz Fin, ein neuer Koch die Leitung der Küche im königlichen Palast des Königreichs Daxaria übernimmt, beginnt sich einiges im Palast zu verändern. Der eigenwillige, mürrische Koch gibt sich als mürrischer Einzelgänger, der sich von niemandem Vorschriften machen lässt und damit rasch das Misstrauen zahlreicher Hofleute auf sich zieht. Doch seine unglaubliche Kochkunst weckt wahre Begeisterungsstürme selbst in den Reihen der königlichen Familie.
Gegen Jahresende greift man die Bücher mit besonderer Ehrfurcht an, allzu oft überfällt einen dabei das letzte Aufzucken einer Epoche, von der man noch einen Zipfel Aktualität ergattert.
„»Schule ist toll!«, findet Anton. Immer ist was anderes los. Einmal ist Probe-Alarm, einmal ist Wandertag, einmal dürfen sie Bäume pflanzen. Echt spannend! Unterricht gibt es natürlich auch.“ (S. 6)
Der Bleistift hat es geschafft – er ist von einem Alltagsgegenstand zu einem Kultgerät geworden. Schriftsteller und Zeichner betreiben Podcasts und Foren, um sich über neueste Rituale rund um den Bleistift zu informieren.
„Arthur Conan Doyle hatte einen Mordfall aufzuklären. Und zwar möglichst noch vor dem Mittagessen. Sein Magen knurrte so laut, dass es durch das staubige Schlafzimmer hallte. Professor Sherlock Holmes zog die Augenbraue hoch. »Denken Sie nach, Arthur. Wir wollen hier schließlich fertig werden. Noch einmal von vorn: Was ist bekannt?«“ (S. 11)
Wie Lymphe ist in der Literatur neben den Texten ein zweiter Kreislauf angelegt, gleichsam ein Immun- und Heilsystem, worin all die Rezensionen und Lebenserfahrungen beim Lesen als echte Bücher vertrieben werden. Es macht nämlich einen profunden Unterschied, ob die Begleitliteratur knapp an der Grenze zum Alltagsgeschehen publiziert wird oder als Fließtext, der sich quasi über das Leben der Rezensierenden spannt.
„Der Tag, an dem sich alles änderte … Es ist ein Tag wie jeder andere. Äh, nein, eigentlich ist es ein Tag, wie es ihn noch nie gegeben hat … Denn drei ahnungslose Kinder werden gleich auf eine ALIEN treffen. Und in gefährlichste Gefahr geraten … Aber ich will nicht zu viel verraten. Seht lieber selbst!“ (S. 10)
„Unter all den Vorwürfen, die gegen das seltsame politische Gebilde namens Europa und seine Bewohner in jüngeren Tagen laut geworden sind, […] dürfte der mildeste jener sein, wonach es durch seine telefonische Unerreichbarkeit auffalle. Man hat dem altgedienten, im November 2023 verstorbenen Politologen Henry Kissinger, einem vormaligen Außenminister der USA, das Scherzwort zugeschrieben, er wisse nicht, welche Nummer er wählen könnte, falls er Europa an die Leitung bekommen wollte.“ (S. 9)
„Am Neujahrsmorgen liegt Beth nicht in ihrem Bett. Ich werfe im Vorübergehen vom Flur aus einen Blick ins Zimmer und mir bleibt kurz das Herz stehen. Sonnenlicht fällt auf ihr Kissen, Staub tanzt in der Luft. Normalerweise sollte Beth um diese Zeit in ihre Steppdecke gekuschelt friedlich schlummern, aber da ist nur eine Delle in der Matratze. Ich stelle mich auf die Zehenspitzen und atme auf, als ich sehe, dass Amy auch nicht da ist. Oben im Stockbett liegt bloß ihre zerwühlte Decke.“ (S. 7)
„Familie Power wohnte mit ihren drei Söhnen Louis, Johnny und Cian am Waldrand in der Nähe einer großen Stadt. Das Haus hatte Trevor mit seinen eigenen Händen gebaut, was er gelegentlich gern betonte. Seine Frau Eva wünschte sich eigene Hühner. Die Familie hatte einen großen, wunderschönen Garten. Also baute Trevor dort einen Hühnerstall. Natürlich mit seinen eigenen Händen.“