Aktuelle Buchtipps

 

Angelika Reitzer, Blauzeug

h.schoenauer - 06.07.2026

Angelika Reitzer, BlauzeugWie Sand im Stundenglas pendelt jedes Gedicht zwischen Theorie und Anwendung hin und her und häuft dabei Zeit als Gutschrift für die Ewigkeit an.

Angelika Reitzer spielt in ihren Gedichten stets mit offenen Karten, indem sie die Kompositionstheorie permanent durchschimmern lässt. Man nehme eine durchschlagende Farbstimmung und bearbeite sie mit dem passenden Werkzeug. „Blauzeug“ entwickelt sich dabei als durchschlagendes Motiv, das sich durch Tage, Jahreszeiten oder Lebensabschnitte ziehen kann.

Oskar Källner, Erben des Imperiums - Der Anfang

Andreas Markt-Huter - 04.07.2026

Oskar Källner, Erben des Imperiums - Der Anfang„»Hyperraumkoordinaten sind eingegeben«, informiert Arisa. »Das wird ein langer Flug.« »Dann machen wir uns besser gleich auf den Weg«, sagt Brock. »Parishvi braucht uns.« »Aye aye, Captain!« Mit einer Lichtexplosion tritt die Phönix aus dem gewohnten Universum in den Hyperraum ein. Mit Kurs auf den Planeten namens Erde.“ (S. 10)

Brock, der echsenartige Kapitän des Raumschiffes Phönix, erhält einen Hilferuf seiner ehemaligen Vorgesetzten Parishvi, die vor Jahren auf dem Planeten Erde einen Partner gefunden und eine Familie gegründet hat. Die Krao, die gefürchteten Feinde des Imperiums, die es gewohnt sind, ihrer Konflikte durch Gewalt zu lösen, haben sie entdeckt und drohen nun ihre Familie in Gefahr zu bringen.

Josef Oberhollenzer, Sellemond oder Von der Schwierigkeit, Touristen zu töten

h.schoenauer - 03.07.2026

Josef Oberhollenzer, Sellemond oder Von der Schwierigkeit, Touristen zu tötenWiderstand, Eigenart und Selbstbewusstsein der Südtiroler resultieren aus dem täglichen Überlebenskampf des Individuums inmitten der Massen. Josef Oberhollenzer zeigt in seinen Romanen immer wieder, dass es sich lohnt, ein Individuum zu sein. Denn es sind immer die Massen, die einsam sind, ‒ die Einzelgänger sind nämlich umkost von Kunst und Literatur.

Im Roman Sellemond stoßen zwei große gesellschaftliche Trends aufeinander, man könnte fast von unkontrollierbaren Trieben sprechen. Einmal ist es der Übertourismus, der ganze Landstriche heimsucht, und zum anderen der Kult um Krimis (Krimitis), der die Regale in Buchhandlungen und Büchereien ausfüllt. Lässt man beide Kräfte aufeinander los, so entstehen im Windschatten dieser Trends kleine Überlebenszonen, worin sich ein verdichtetes Leben ausgestalten lässt.

Paddy Donnelly, Herr Dachs und seine erstaunliche Buchhandlung

Andreas Markt-Huter - 02.07.2026

Paddy Donnelly, Herr Dachs und seine erstaunliche Buchhandlung„In einer kleinen, geschäftigen Straße in einer kleinen, geschäftigen Stadt lag Der Bücher-Dachs. Natürlich war das keine Buchhandlung nur für Dachse. Nein, weit gefehlt! Die Buchhandlung gehörte Herrn Dachs. Und bei ihm gab es die tollsten Bücher.“

Im kleinen idyllischen Städtchen Buschheim befindet sich in der Auerhuhnallee Nr. 15 die außergewöhnliche Buchhandlung des liebenswerten Herrn Dachs. Seit fast 53 Jahren versorgt er seine treuen Kunden mit den tollsten Büchern und besorgt jedes Buch, nach dem gefragt wird.

Hannes Hofinger, Die Leiche hinter dem Kriegerdenkmal

h.schoenauer - 01.07.2026

Hannes Hofinger, Die Leiche hinter dem KriegerdenkmalIn der naiven Malerei sind die Grenzen zwischen Handwerk, Kunst, Autodidaktik und Akademie aufgehoben. Was als schlichte künstlerische Äußerung erscheint, ist in Wirklichkeit eine Handhabung der Realität unter dem Filter der Lebenserfahrung.

Hannes Hofinger inszeniert seine „naiv-heiteren“ Dorfkrimis professionell als Textkunstwerke, worin die Handwerke des Publizierens, der Dorfchronik, der Fotografie und Dramaturgie im öffentlichen Raum jeweils zu einem unterhaltsamen Buch zusammengeführt werden. Innerhalb weniger Lesestunden gewährt diese Krimi-Sorte einen Einblick in die wahren Zusammenhänge eines Dorflebens.

Sandra Grimm, Die wilde Alpaka-Bande - Zicke, zacke, Spuck-Attacke!

Andreas Markt-Huter - 30.06.2026

Sandra Grimm, Die wilde Alpaka-Bande - Zicke, zacke, Spuck-Attacke!„Das Auto mit dem großen Anhänger steht schon vor dem Stall, und Mama und Herr Borger vom Alpaka-Hof steigen aus. Mama strahlt Papa, Paul und Emmi an. »Die sind wunderschön, tolles Fell, ganz flauschig«, sagt sie. »Und die Gesichter – so putzig!« Rasch öffnet sie mit Papa das Tor zu der Weide, die ab heute den Auslauf für die tierischen Neuankömmlinge bildet. Dann senkt Herr Borger langsam die Klappe des Anhängers.“ (S. 8f)

Emmi und ihr kleiner Bruder Paul sind ganz begeistert von den drei Alpakas, die nun auf dem Hof leben sollen. Das größte Alpaka mit dem dunklen Fell heißt Poldi und ist immer entspannt und hungrig. Coco hingegen, mit dem weißen Fell, ist neugierig, in Bewegung und manchmal laut. Olga, das zweifarbige Alpaka zeigt sich mitunter bockig und nicht gerade als Freundin von Wasser.

Natascha Gangl, Frische Appelle & andere Sprechtexte

h.schoenauer - 29.06.2026

Natascha Gangl, Frische Appelle & andere SprechtexteManche Bücher verhexen das Fachpublikum mit ihren schlauen neuen Erzählstrategien, andere wirken auf das alltägliche Sprechgeschehen ein wie der sprichwörtliche Gassenhauer für einfache Handgriffe.

Natascha Gangl verzaubert mit ihrem Konzeptbuch „Frische Appelle & andere Sprechtexte“ sämtliche Sorten von Publikum. Ihren großen Auftritt hat die Autorin beim Bachmann-Preis 2025, als man an ihrem Werk hervorhebt, dass es an der Schnittstelle mündlich/schriftlich und Umgangssprache/Dialekt angesiedelt ist. Gegen ihre Art des Arbeitens hat die KI noch kein Kraut gefunden, die Texte Natascha Gangls sind also garantiert original und originell.

Caroline O'Donoghue, Skipshock

Andreas Markt-Huter - 27.06.2026

Caroline O'Donoghue, Skipshock„Doch hier war sie nun: Sie steckte fest, drohendes Unheil ballte sich über ihr zusammen, und sie war ganz allein. Kein neuer Anfang und auch keine schlecht gefärbten Haare würden daran etwas ändern. Wie dumm sie gewesen war, das zu glauben. Der Zug nahm wieder Fahrt auf. Ein schrilles, kreischendes Geräusch, war zu hören, wie Metall auf Metall, und sie wusste, dass der Zug schwer gegen die Dunkelheit ankämpfte.“ (S. 19)

Nach dem Tod ihres Vaters befindet sich die sechzehnjährige Margo in einer psychisch schwierigen Lage und wird von der Schule in eine Therapie gedrängt. Ihre Mutter Donna-Anne sieht sich von der Situation überfordert und beschließt ihre Tochter auf ein Internat in Dublin zu schicken. Und so macht sich Margo kurz vor ihrem Geburtstag auf den Weg, um mit dem Zug von Cork nach Dublin zu fahren. Sie ahnt nicht, dass sie sich auf eine Reise in eine unbekannte fantastische Welt begibt.

Martin Mader, Am Anfang wieder die Nacht

h.schoenauer - 26.06.2026

Martin Mader, Am Anfang wieder die NachtWer das erste Mal durch Zufall oder als Geheimtipp in das Darknet geraten ist, wird hinterher nur schwer beschreiben können, was er darin gesehen hat. Martin Mader entführt mit dem Roman „Am Anfang wieder die Nacht“ die Leser in ein Darknet, worin alles vorkommt, was man sich in einer Gegenwelt erwarten möchte: Dunkelheit, Exzesse, Geld, Drogen, Waffen, Verschwörungen, Geschäfte.

Etwas poetischer formuliert könnte man meinen, im Roman wird die Geschichte zu einem einzigartigen Loch aus dunkler Materie, die alles aufsaugt und zerfrisst, was an Erinnerungspartikeln noch übrig ist.

Nils Mohl, Im Namen des Spektakels

Andreas Markt-Huter - 25.06.2026

Nils Mohl, Im Namen des Spektakels„Hey Du! Erstens kommt es anders / und zweitens: nichts ist sicher / drittens: lass besser das gekicher / dies ist ein abenteuerbuch / und dich ereilt ein fluch / wenn du es nicht zu ende liest / gruß / das Dichterbiest“

Nils Mohl hat sich in seiner Gedichtsammlung für Kinder das Spektakel als Motto auserkoren. Egal ob außergewöhnliche Schauplätze, erstaunliche Handlungen, beeindruckende Helden und Schurken, alles hat Platz in der wunderbaren Lyriksammlung, in der Vampire ebenso eine Rolle spielen wie Batman.