Aktuelle Buchtipps

 

Robin Lane Fox, Die klassische Welt

andreas.markt-huter - 29.01.2025

robin lane fox, die klassische welt„Über die Geschichte von etwa neun Jahrhunderten zu berichten ist eine anspruchsvolle Aufgabe, zumal angesichts des verstreuten und verschiedenartigen Quellenmaterials. Doch der Anspruch hatte seinen Reiz. Fachkenntnisse setze ich nicht voraus, hoffe aber, dass meine Darstellung die Aufmerksamkeit der Leser wecken und fesseln kann.“ (S. 13)

Den Mittelpunkt des umfangreichen Geschichtswerks bildet die klassische griechisch-römische Welt, vom ersten großen Klassiker der europäischen Literatur, der Epik Homers, bis in die Zeit Kaiser Hadrians, mit dem die Zeit der klassischen Literatur ihr Ende nahm und der sich von der bereits als Klassik empfundenen Vergangenheit der Griechen und Römer inspirieren ließ.

Katja Frixe, Kakadu und Kolibri fahren eine Runde ... Ski!

andreas.markt-huter - 28.01.2025

katja frixe, kakadu und kolibri„Eule, Bär und Reh toben durch den … Schnee. Kakadu und Kolibri fahren eine Runde … Ski.“

Dass es im Winter fröhlich und turbulent zugehen kann, zeigt das liebenswerte Bilderbuch von Katja Frixe und Juliane Zickelbein. Da kommt dann rasch eine gute Winterstimmung auf, wenn es von der warmen und kuscheligen Zimmerstube mit seinen Freunden hinaus in die weiße Winterlandschaft geht und die erste Schneeballschlacht bereits wartet.

Elsbeth Wallnöfer, How to wear a Dirndl

h.schoenauer - 27.01.2025

elsbeth wallnöfer, how to wear a dirndlWenn etwas als Luftikus-Ereignis für gute Laune sorgen soll, steht es der Wissenschaft nicht gut an, durch tiefernste Forschung die Stimmung zu vermasseln. Das Dirndl ist ein Dresscode für gute Laune, Freizeit und ausgelassene Stimmung, das bevorzugte Einsatzgebiet ist das Münchner Oktoberfest, auf dem vermutlich niemand wegen seiner großer Gedanken unterwegs ist.

Elsbeth Wallnöfer kommentiert in ihrem kulturpolitischen Essay augenzwinkernd Geschichte und Kult rund um das Dirndl. Ohne moralische Belehrung ist ihr Ton wohltuend milde, der dem Themenfeld Tracht, Dirndl und Rustikalität zuteil wird.

Im besten Fall kommt der Jux als Originalzitat an die Oberfläche des Alltags, wenn etwa zwei Sexfilme genannt werden, die eine ganze Generation in den 1970ern aus dem Gewand geworfen haben. „Unterm Dirndl wird gejodelt“ (1973), „Liebesgrüße aus der Lederhose“ (1973).

Jennifer Swanson, Big Fat Notebook - Alles, was du für Chemie brauchst

andreas.markt-huter - 25.01.2025

jennifer swanson, big fat notebook chemie„Was ist Chemie? Chemie ist der Wissenschaftszweig, der Stoffe untersucht – welche Eigenschaft Stoffe haben und wie sie sich verändern. Alles was du siehst, berührst, hörst, riechst und schmeckst sind chemische Stoffe. Chemie untersucht die Eigenschaften von Stoffen, wie sie wechselwirken und wie sie sich verändern.“ (S. 2)

In zwölf Lektionen beginnend mit den Grundlagen der Chemie über die Elemente des Periodensystems, die chemischen Reaktionen und ihre Berechnungen bis hin zur Thermodynamik werden sämtliche zentralen Bereiche des Lehrstoffs im Unterrichtsfach Chemie vorgestellt und einfach und verständlich erklärt.

Susanne Schröter, Der neue Kulturkampf

andreas.markt-huter - 24.01.2025

susanne schröter, der neue kulturkampf„Woke Ideologien entstammen den Universitäten. Dort sind sie entstanden, dort werden sie gelehrt, angeeignet und erprobt. Professoren, Instituts- und Fakultätsleitungen, ja selbst ganze Präsidien werden von woken Aktivisten und ihren akademischen Unterstützern vor sich hergetrieben. Diese geben vor, im Namen von Gerechtigkeit, Humanität und Weltoffenheit zu agieren und sich dem Kampf gegen Diskriminierung verpflichtet zu fühlen. Tatsächlich geht es um die Durchsetzung einer totalitären Ideologie, die weder gerecht noch human ist.“ (S. 13)

Susanne Schröter setzt sich mit gesellschaftlich ideologischen Strömungen auseinander, die zunehmend das politische Leben und den menschlichen Alltag berühren und ihre Vorstellungen und Forderungen durchzusetzen versuchen. Das Sachbuch „Der neue Kulturkampf“ bietet dazu eine kompetente und verständliche Analyse der Grundlagen und Ziele „woker Bewegungen“.

Daniel Fehr Ich und der Zauberwürfel

andreas.markt-huter - 23.01.2025

daniel fehr, ich und der zauberwürfel„Heute habe ich einen Würfel gefunden. Einen schönen Würfel. Mit sechs Farben. Auf jeder Seite eine. Der Würfel besteht aus vielen kleinen Würfeln. Sie lassen sich drehen. Von einer Seite zur anderen. So verändert sich der große Würfel: Stück für Stück.“

Ein ganzes Kinderbuch zum Zauberwürfel und über die verrücktesten Methoden den Würfel zu lösen. Dabei beginnt alles mit einem Kind, das einen Zauberwürfel in einer Kiste mit alten Spielsachen entdeckt. Der Würfel mit sechs verschiedenen Farben lässt sich ganz leicht in alle möglichen Richtungen verdrehen, aber die richtigen Farben auf dem Würfel wiederherzustellen erweist sich als alles andere als leicht.

Gottlieb Pomella, An Land gespült / Glücklich gefallen

h.schoenauer - 22.01.2025

gottlieb pomella, poesieMeist sind es die Antriebskräfte Aufbruch und Ausklang, die Menschen Gedichte formen lassen, um für sich etwas Klarheit zu schaffen über die seltsamen Vorgänge rund ums Leben.

Tatsächlich beginnen viele unbeschwert in der Jugend mit dem Gedichte Schreiben, während es wenige sind, die sich im Alter noch einen Traum erfüllen, nämlich das Erlebte auf der Wäscheleine der Poesie aufzuspannen.

Gottlieb Pomella hat sich nach einem von Bildung gespeisten Berufsleben mit knapp siebzig aufgemacht, die Welt hinter dem Filter der Poesie in handfesten Gedichten und prosaischen Einsprengseln zu beschreiben. Seine beiden Gedichtbände „An Land gespült“ und „Glücklich gefallen“ lassen sich einzeln lesen, indem etwa das lyrische Ich zuerst in Aufbruchstimmung das Leben in die Hand nimmt und später im zweiten Teil desillusioniert mit dem Verklingen der Wünsche und Ideen zu kämpfen hat, die beiden Bücher lassen sich auch als zeitgenössische Klammer der Pandemie-Epoche begreifen, sind die Bücher doch 2020 und 2023 erschienen.

Olivier Tallec, Mein bester bester Freund

andreas.markt-huter - 21.01.2025

olivier tallec, mein bester bester freund„Auf meinem Spaziergang heute Morgen habe ich einen besten Freund gefunden. Sonst finde ich immer nur Kiefernzapfen und jetzt plötzlich einen besten Freund. Das glaube ich zumindest. Es sieht ganz so aus.“

Das kleine nette Eichhörnchen durchstöbert fröhlich den Wald und entdeckt, auf einem Baumstamm sitzend, einen Pilz mit großen Augen, großer Nase und einem schüchternen Blick. Glücklich hofft das Eichhörnchen, endlich einen besten Freund gefunden zu haben. Doch zunächst geht die Freundschaft ein wenig schleppend voran. Erst als es bereits dunkel geworden ist, traut sich das Eichhörnchen den Pilz endlich anzusprechen.

Thomas Schafferer, SELBST. Porträt eines Künstlerlebens

h.schoenauer - 20.01.2025

thomas schafferer, selbstDas Jahr ist ein Teig, aus dem der Künstler unermüdlich seine Kekse heraussticht. Allmählich bildet sich daraus ein Selbst, eingespannt zwischen den Kunst-Schaffenden und den Kunst-Konsumierenden.

Thomas Schafferer arbeitet ein Jahr lang an seinem Selbst, indem er ein strenges Ritual entwickelt, wie der Zeitfluss in einzelne Tageskader aufgelöst werden kann. Im Archivwesen nennt man diese normierten Eingriffe in einen dynamischen Prozess „Formatismus“. Das Format bestimmt dabei den Inhalt, das Containment den Content.

Die Spielregel für SELBST ist als Installationsbeschreibung für eine Kunstaktion zu verstehen, worin Events, Ausstellungen, Lesungen, Buch und Archivierung zu einem Format vereinigt sind.

Jolan C. Bertrand, Die Winterschwestern

andreas.markt-huter - 18.01.2025

jolan c. bertrand, die winterschwestern„Vor langer, langer Zeit gab es zwei Winter: Die Große Winterschwester und die Kleine Winterschwester. Die Große brachte die Unwetter mit, die Stürme, das Schneetreiben, die bitterkalten Nächte, die nicht einmal mit Feuer zu wärmen vermochten. […] Die Kleine Winterschwester, das waren die Seen, die noch vor dem ersten Schneefall zufroren, sodass man darauf Schlittschuh laufen konnte, die Schneeballschlachten, die Schlittenfahrten, der Wintermarkt und das Julfest.“ (S. 9)

In der großen Halle von Nebeldorf versammelt sich während eines heftigen Schneesturmes die Wikingergemeinde, um über den Diebstahl zahlreicher Dinge zu diskutieren. Zunächst steht der zehnjährige Alfred, der die Gemeinde stets mit seinen Streichen verärgert, unter Verdacht. Da aber nicht nur ein Buch, ein Angelhaken und ein Kelch verschwunden sind, sondern auch Brennholz, ein Schmiedeambos und ein schwerer Schild, bleiben nur die Trolle als Diebe übrig.