karin hochegger, bäume lesen lernen„Bäume begleiten mich und ich werde nicht müde, alle ihre Erscheinungsformen und vielfältigen Veränderungen zu beobachten. Ich versuche ihr Wesen zu verstehen, ihre Geschichten zu hören und ihre Formen zu lesen.“ (S. 9)

Karin Hochegger lädt zu einer ganz persönlichen Reise in die Welt der Bäume und verbindet beeindruckendes Bildmaterial mit Sachwissen, literarischen Auszügen und ihren ganz subjektiven Anmerkungen zu Bäumen, Wald und Natur.

silviane scharl, jungsteinzeit„Die Jungsteinzeit (Neolithikum, älteste Daten aus Südosteuropa im 7. Jahrtausend v. Chr.) ist die Epoche der europäischen Prähistorie, in der die Menschen sesshaft werden und beginnen, Landwirtschaft zu betreiben.“ (S. 7)

In zwölf Kapiteln werden die wichtigsten Bereiche, Merkmale und Errungenschaften des Neolithikums von den Anfängen der bäuerlichen Wirtschaftsweise im Vorderen Orient, über die Produktion von Keramik bis hin zu Sozialstruktur, Handel, Monumentalwerken und Erfindungen wie Rad, Wagen und Kupfermetallurgie vorgestellt. Daneben stellt das Buch die wichtigsten Werkzeuge und Methoden der Erforschung der Jungsteinzeit vor.

thomas feibel, cybermobbing„Gerade weil Cybermobbing kein leichtes Thema ist, habe ich mich für die unterhaltsame Form des Mitratekrimis entschieden Deshalb sind die Abenteuer der Detektivzwillinge Hilda und Hulda locker, witzig und spannend. Sie machen auf jeden Fall deutlich mehr Spaß als ein trockenes Arbeitsblatt und fördern ganz nebenbei deine Medienkompetenz.“ (S. 6)

Die beiden zwölfjährigen Zwillinge Hilde und Hulda Abramson sind durch ihre Auftritte auf Youtube, Instagram und TikTok berühmt und übernehmen als begabte Netz-Detektivinnen schwierige Fälle, die in Verbindung mit dem Internet stehen. Unterstützt werden sie dabei von ihrem Schulfreund Friedo Grünfeld und ihrem kleinen Hund Speck.

jaron lanier, anbruch einer neuen zeit„Unser Gehirn ist nicht in Stein gemeißelt.“ (77) So ein Satz verändert nicht nur die gesamte Weltlage des Denkens, sondern weist darauf hin, dass es in der Kunst tatsächlich immer Überraschungen und Weiterentwicklungen gibt.

Jaron Lanier gilt als einer der Schöpfungs-Väter der sogenannten Virtuellen Realität, professionell VR genannt. Als markantestes Bild dient dabei eine virtuelle Brille, die den User von der Realität abschottet und in eine andere Welt führt. Ein markantes Beispiel für so eine Grenzüberschreitung soll ein Foto zeigen, worauf man Jaron Lanier mit einer Virtuellen Brille im Gesicht unter mehreren Servern liegen sieht, scheinbar frei schwebend und verzückt. Dieses Bild zeigt genau, was mit der VR los ist. Die, die drinnen sind, sind verzückt, die draußen stehen, halten die Schwebenden für verrückt. Es ist dies der ideale Zustand, den eine Kunst auslösen kann.

hans moser, toni und Moni entdecken tirol„Und wisst ihr, was wir heuer auch noch machen? Wir sehen uns die ein oder andere Fasnachtveranstaltung an. Wisst ihr überhaupt, was es da alles gibt. Echt total viele Sachen! Fasnacht ist ein Spezialbegriff für den Fasching, die man im Tiroler Oberland oft zu sehen bekommt.“ (S. 26)

Bei manchen jungen Leuten sind die alten Tiroler Bräuche bereits in Vergessenheit geraten. Hans Moser hat sich dem Tiroler Brauchtum angenommen und nun auch ein Buch für junge Leserinnen und Leser veröffentlicht, in dem er auf unterhaltsame Weise alte Bräuche wie z.B. „Rachn gea“, „Grasausläuten“ oder „Anklöpfeln“ vorstellt.

johannes voskuil, der tod des martin koningIn einem Biologen-Witz werden die Fische in Süßwasser- und Meerwasser-Tiere eingeteilt, die Menschen hingegen in Sauerstoff- und Büroluft-Atmer. Das Büro ist dabei ein eigenes Biotop, in dem alle lebensnotwendigen Zutaten künstlich hergestellt werden müssen. Physikalisch lässt sich ein Büro mit einem Raumschiff vergleichen, das mit vollendeter Schwerkraftlosigkeit an Bord durch das Weltall zischt, bis es verglüht.

Johannes J. Voskuils Kosmos „Das Büro“ glüht in seinem siebten Teil seinem Ende entgegen. Vor sechs Bänden ist Marteen Koning zufällig an einem Amsterdamer Volkskunde-Institut vorbeispaziert und tatsächlich eingestellt worden.

cixin liu, jenseits der zeit„Zum ersten Mal im Leben hinterging Yang Dong ihrer Mutter und stellte die Dateien aus den gelöschten Nachrichten wieder her. Die Informationen waren so umfangreich, dass sie mehrere Tage brauchte, um sie zu lesen. In diesen Tagen erfuhr sie alles über Trisolaris und das Geheimnis, das Ye Wenjie und die Außerirdischen teilten. Yang Dong war fassungslos.“ (S. 37)

Nach einem Rückblick auf die Eroberung Konstantinopels im Jahr 1453 entdeckt die Astrophysikerin Yang Dong auf dem Computer ihrer Mutter Ye Wenjie Dokumente, die beweisen, dass ihre Mutter an der Verschwörung zur drohenden Invasion der außerirdischen Trisolarier beteiligt war.

romain puertolas, der kleine kaiser ist zurückWenn man die verspielte Alltagsgeschichte mit dem großen Model der Historie aussticht, geht eher der Model kaputt als die Alltagsgeschichte.

Romain Puértolas hat ein schlichtes Anliegen: Er will in einem flotten, flauschigen Roman die Gegenwartskrise Frankreichs erzählen, indem er sie Napoleon als Wiedergänger kindlich staunend vor die Linse schiebt.

vashti hardy, das wolkenschiff„»Euer Vater kommt nicht mehr zurück.« Ihr Satz schien ohne Bedeutung in der Luft zu hängen. Arthur und Marie tauschten einen Blick. »Was haben Sie gesagt?«, fragte Marie. Miss Wilder hob die Augenbrauen. »Er kommt nicht wieder zurück. Ihr solltet euch also besser schnell an den Gedanken gewöhnen.« Arthur hatte das Gefühl, ein riesiges Loch würde sich unter seinen Füßen öffnen und ihn in die Tiefe ziehen. »Was soll das denn heißen?« »Er ist auf dem Dritten Kontinent verschollen – das ist alles, was ich weiß.«“ (S. 16 f)

Ernest Brightstorm ist dem Ruf der berühmten Geografischen Gesellschaft gefolgt und hat mit seinem Wolkenschiff Violetta am Wettlauf nach Südpolaris um Ruhm, Ehre und Geld teilgenommen. Als Madame Gainsford die Nachricht der Gesellschaft überbringt, dass er vermisst wird, lehnen die beiden Zwillinge Arthur und Marie es ab, zu glauben, dass ihr Vater ums Leben gekommen sei.

eva maria gintsberg, die reiseAuf der wahrlich großen Lebensreise verlieren die Reisenden allmählich das Ziel, am Schluss wissen sie gar nicht mehr, dass sie auf Reisen sind.

Eva Maria Gintsberg stellt in ihrer Erzählung um einen jähen Aufbruch ein paar Protagonisten am Bahnsteig zusammen und lässt sie im Morgengrauen losfahren. Die Ich-Erzählerin, die das Reisen nicht gewöhnt ist, packt eines Tages einen Koffer und begibt sich in der Früh zum Bahnhof, sie sticht aus der Menge der Wartenden hervor, vielleicht, weil sie ein besonderes Ziel hat. Sie will nämlich in die Vergangenheit ihres Vaters reisen, der während des Krieges eine Affäre gehabt hat. Nach seinem Tod sind nur ein paar rätselhafte Buchstaben übriggeblieben, die darauf hindeuten, dass es irgendwo eine Geliebte mit dieser Signatur gibt.