anna stockhammer, janWenn etwas schiefgeht, lautet die alte Frage meist: Liegt es am System oder am Helden? Ein gutes System tut verlässlich alles, um niemanden in es hineinzulassen, aber ein Held im 21. Jahrhundert hat oft auch Ermüdungserscheinungen, so dass es zu keiner heldenhaften Karriere kommen kann.

Anna Stockhammer nimmt die Ur-Situation einer ganzen Generation zum Anlass, um den Praktikanten Jan Winter ordentlich auflaufen zu lassen. Der Ich-Erzähler Jan arbeitet bei einem Magazin als Praktikant. Irgendwie reiben sich Magazin und Held lustlos aneinander ab und gehen sich fallweise aus dem Weg. Da nimmt der Chefredakteur noch einmal väterlich das Heft in die Hand und geht auf Jan zu, um ihn für ein Interview zu animieren.

lilo neumayer, eselfrühling„Auf dem Bauernhof der Familie Schnecksberger wohnen viele Tiere. Und es gibt sogar eine kleine Eselprinzessin! Eselchen Mimi wohnt im Stall, zusammen mit den Hühnern, den Kühen, den Kaninchen und natürlich mit ihrer Mama.“

Die Tiere haben den Winter und den glitzernden Schnee genossen. Die kleine Eselin Mimi und Stupsi der Hund haben sich im glitzernden Schnee gewälzt. Aber dann ist es immer wärmer geworden und der Schnee hat zu schmelzen begonnen. Nun freuen sich alle auf den Frühling und die wärmende Sonne.

heiner flassbeck, atlas der weltwirtschaft„Der Atlas der Weltwirtschaft liefert ein Gesamtbild, das starke Hinweise darauf enthält, was in der Weltwirtschaft schiefläuft und was die Staatengemeinschaft dagegen tun sollte.“ (S. 1)

Auf 129 Seiten werden die verschiedenen Aspekte der Weltwirtschaft im Vergleich zwischen den Kontinenten anhand zahlreicher Diagramme und Tabellen veranschaulicht und verständlich erläutert.

jenn lyons, der name aller dinge„Mein teuerster Lord Var, hier der von euch erbetene Bericht über die Ereignisse, die zu der momentanen Lage in Jorat führten. Ich habe gemogelt und lasse die Geschichte in großen Teilen von Janel selbst erzählen – aber Informationen aus erster Hand sind immer noch die besten, nicht wahr?“ (S. 11)

Der Magier Lord Relos Var lässt sich von seiner Dienerin Seneras Kihrins Geschichte erzählen, dem Sohn aus dem Königshaus D’Mon und seinem großen Gegenspieler. Dieser hat mit der Zerstörung des magischen Schellensteins den Untergang des Königtums heraufbeschworen und dabei sowohl alle gegeashten Sklaven als auch verstoßenen Dämonen befreit.

dennis cooper, mein loser fadenDie größte denkbare Kluft tut sich nicht zwischen diversen Kulturen auf, sondern zwischen der Welt der Jugendlichen und Erwachsenen. Das hat neben pädagogischen Konsequenzen auch zur Folge, dass es kaum Brücken in der Literatur gibt, diesen Gap zu überwinden. Denn die Autoren schreiben selten das, was Jugendliche betrifft, und die Jugendlichen haben keinen Bock auf die Entschleunigungsliteratur der Erwachsenen.

Dennis Cooper greift ein Thema auf, das sich nur vage von außen beschreiben lässt. Und es liegt die Vermutung nahe, dass auch die jugendlichen Heroen selbst nicht wissen, was in ihrem Innern los ist. „Mein loser Faden“ deutet auf die Konsistenz eines Helden hin, der nur vage einen Faden hat, an dem er sich entlang denkt. Und auch die Bedeutung „loser“ als Verlierer liegt auf der Hand.

anne becker, die beste bahn meines lebens„In dem schmalen Schatten der Hecke hockte tatsächlich ein Huhn. »Gehört das jetzt auch uns?« Tobi stieg aus dem Sandkasten und ging langsam auf das Huhn zu. »Natürlich nicht« Das Huhn gackerte und rannte mit den Flügeln flatternd quer durch den Garten. Und dann sah ich Flo zum ersten Mal.“ (S. 14)

Der dreizehnjährige Jan ist zutiefst enttäuscht, als er umziehen und seinen Schwimmverein verlassen muss, weil sein Vater eine neue Arbeit angenommen hat. Bald aber lernt er seine neue Nachbarin und Schulkollegin Flo kennen, zu der er sich immer mehr hingezogen fühlt. Doch ein unangenehmes Geheimnis lastet auf seiner Seele.

alois reiter, polterdämmerungWas für ein aufregender Abgang! Es poltert ein wenig, eine Epoche geht zu Ende, langsam wird es dunkel, vielleicht beruhigt sich auch alles wieder.

Alois Reiter greift für seine Sammlung von Gedichten und Aphorismen auf ein seltsames Wort zurück, das ein wenig nach Brauchtum, Heimatverbundenheit, Naturgegebenheit und Abgang klingt. Ein lyrisches Ich zieht sich zurück, poltert noch einmal ordentlich, schickt auch den einen oder anderen schweren Stein in die Tiefe, ehe es dann ruhig wird und das Herz aus dem Stolpermodus zurückfindet in die Gelassenheit.

sonja danowski, im garten mit flori„Endlich sind Ferien. An so einem Tag möchte man vor Freude kopfstehen oder hüpfen wie und Hund Flori. Es klingelt, Linns Mama eilt zum Telefon. »Hallo, Theo!« » Oh nein! Hast du Schmerzen? Ich komme gleich vorbei und bringe dir dein Waschzeug und deinen Schlafanzug!«

Linns Opa hat sich bei der Gartenarbeit verletzt. Er ist über eine Wurzel gestolpert und hat sich den Fuß gebrochen. Mama muss ihm Waschzeug und Schlafanzug ins Krankenhaus bringen. Linn begleitet sie und verspricht Opa, sich um seinen Garten zu kümmern, bis er wieder heimkommt.

agnes heller, was ist komisch?„Dieses Buch sollte als Versuch gelesen werden, über das Phänomen des Komischen im Allgemeinen philosophisch nachzudenken. Soviel ich weiß, ist dies der erste Versuch, dies zu tun. […] Mein Buch soll keine Zusammenfassung sein, sondern eine Ouvertüre. Es ist nicht provokant, auch wenn Form und Inhalt vielleicht stellenweise provokant wirken. Ich hoffe, es wird angefochten, zurückgewiesen oder lächerlich gemacht. Nur dann kann ich von einem Erfolg ausgehen.“ (S. 9)

Ágnes Heller stellt ihr Nachdenken über die Komödie in den Mittelpunkt ihrer Ausführungen und bezieht sich dazu auf Romane, Komödien, Gemälde oder Filme, die sie selbst gelesen oder gesehen hat. Unabhängig von Sekundärliteratur versucht sie dazu ihr eigenes Verständnis der jeweiligen Kunstwerke darzulegen und „über komische Phänomene nachdenken und nicht bloß Informationen darüber sammeln“ (S. 9).

silke lambeck, herr röslein„Wo war Papa? Und wo war Tim? Moritz wurde es mulmig. Müsste er jetzt den ganzen Nachmittag hier draußen stehen bleiben? Ganz allein? Plötzlich öffnete sich die Haustür. Heraus trat ein Mann in einem schwarzen Anzug, den Moritz noch nie gesehen hatte.“ (S. 9)

Moritz hat es nicht leicht, seit sie vor kurzem, wegen Mamas neuem Beruf, umgezogen sind. Zwar hat er an seiner neuen Schule Freunde wie Ole und Lili gefunden, doch gibt es da auch einen gewissen Stefan Rabentraut, der ihn ständig ärgerte. Aber auch Moritz‘ Mama leidet unter dem unfreundlichen Verhalten ihres neuen Chefs.