Aktuelle Buchtipps

 

Jessie Burton, Die Jagd nach den magischen Münzen

Andreas Markt-Huter - 22.07.2026

Jessie Burton, Die Jagd nach den magischen Münzen„Bo Delafort war gerade zwölf geworden, als sie den Mond aus dem Schlamm der Themse zog. Sie hatte nicht nach ihm gesucht, und das war der entscheidende Punkt. Schätze findet man nicht, man wird von ihnen gefunden, wie die Flussleute gern sagten. Man braucht dafür nur ein offenes Herz.“ (S. 9)

Das arme zwölfjährige Londoner Mädchen Bo Delafort ist zwar ein Schulmädchen aber auch eine sogenannte Schlammschwalbe, wie Leute genannt wurden, die das Ufer der Themse nach brauchbaren und manchmal wertvollen Gegenständen absuchen. Eines Tages findet sie im Schlamm einen Miniaturvollmond, mit einem Rand aus dunkelroten Rubinen und einem kleinen Loch in der Mitte, der eine Vision bei ihr auslöst. Die Münze scheint magisch zu sein und Bo hat das Gefühl, als würde der Fluss selbst zu ihr sprechen und sie auffordern auch eine andere Münze zu suchen.

Melinda Ronto, Mein erster Grundschul-Atlas

Andreas Markt-Huter - 20.07.2026

Melinda Ronto, Mein erster Grundschul-Atlas„Komm mit auf eine Reise rund um die Welt! In diesem Buch kannst du die ganze Welt bereisen – und dafür musst du nicht einmal ins Flugzeug steigen. Finde heraus, wie es auf fernen Kontinenten aussieht und wie die Menschen leben. Entdecke faszinierende Tierwelten und viele andere Sehenswürdigkeiten rund um den Globus. Bist du bereit? Dann kann die Reise beginnen!“ (S. 4)

Atlanten bieten die besondere Möglichkeit sich über die Länder und Regionen der Welt kompakt und rasch einen Überblick zu verschaffen. Atlanten für Kinder versuchen die besonderen Interessen und Vorlieben junger Leserinnen und Leser zu berücksichtigen, was dem Grundschul-Atlas von Melinda Ronto mit viel Einfühlungsvermögen gelungen ist.

Peter Stamm, Otto und der Schatz von irgendwo

Andreas Markt-Huter - 17.07.2026

Peter Stamm, Otto und der Schatz von irgendwo„Otto saß auf der Treppe vor dem Eingang seines Schlosses, knabberte an einem Hundekeks und grübelte, wie es mit ihm weitergehen würde. Er war nicht irgendein Otto, er war eine Otto von Irgendwas, weil seine Familie mal irgendwas gewesen war, weil er in einem Schloss wohnte und weil in seinem Ballsaal Bilder all der Ottos hingen, die vor ihm gelebt hatten, Urotto, Ururotto, Urururotto und so weiter bis zu Adam und Eva, die anders geheißen hatten.“ (S. 5)

Otto führt in seinem Schloss ein recht einsames Leben mit seinem Dackel Hasso, nachdem die Hausangestellten außer Herr Klaus, eine neue Arbeit gesucht haben. In den Sommerferien hat er Ina, die Enkelin des Gärtners Klaus und deren Freunde Paula und Heinz kennengelernt, die ihn in ihren Freundeskreis aufgenommen und mit ihm eine schöne Sommerzeit verbracht haben.

Raimund Schulz, Odysseus - Mythos und Wahrheit

Andreas Markt-Huter - 15.07.2026

Raimund Schulz, Odysseus - Mythos und Wahrheit„Im epischen Schicksal des Odysseus bündeln sich somit wie in einem Prisma von zwei Seiten wertvolle Informationen: vornehmlich aus der Zeit des Dichters, aber sicherlich auch vage Kunde von einem Mann, der einst Erinnerungswürdiges getan hatte. Aus dem episch verklärten Ensemble Historisches herauszukristallisieren und das Leben des Helden vor dem Hintergrund dieser Bezüge nachzuzeichnen, ist eine mögliche und wichtige Aufgabe und Ziel dieses Buches.“ (S. 16)

Die Odyssee zählt neben der Ilias zum ältesten literarischen Denkmal der europäischen Literatur und hat bereits in der Antike auf zahlreiche Kulturen in Griechenland und später in Rom ausgestrahlt. Damit zählt auch der große Held des Epos zu jenen großen, anregenden Figuren, der nichts an Ausstrahlungskraft verloren hat und in literarischen Werken und Filmen aber auch im Bereich der bildenden Kunst bis in die Gegenwart immer wieder neu thematisiert wird.

Katja Reider, Fritzi Furchtlos

Andreas Markt-Huter - 13.07.2026

Katja Reider, Fritzi Furchtlos„Eigentlich war Fritzi wie alle anderen Ziegen – bis auf eine Kleinigkeit: Fritzi kannte keine Furcht! Die übrigen Ziegen konnten es kaum glauben: »Hast du nicht mal Angst vor der D-d-dunkelheit?« »Oder vor dem sch-sch-sch-recklichen Schrei der Eule?« »Nö, keine Spur!«, reif Fritzi. Ja, selbst der Gedanke an den wilden Wolf jagte der kleinen Ziege nicht den leisesten Schauder über den Rücken.“

Die Furchtlosigkeit der kleinen Ziege ist außergewöhnlich. Durch den Umstand, dass sie keine Warnungen beherzigt und keinen Gefahren aus dem weg geht, bringt sie nicht nur sich ständig in Gefahr, sondern auch andere. Die Ziegenherde beschließt, dass die Angelegenheit so nicht weitergehen kann.

Marisha Pessl, Darkly

Andreas Markt-Huter - 11.07.2026

Marisha Pessl, Darkly„In einem Darkly ist nichts zufällig, unabsichtlich oder schludrig. Ein Darkly ist eine schwarze Feuerlilie, ebenso magisch wie gefährlich. Es ist der Geheimclub am Ende einer dunklen Gasse, den man nur erreicht, indem man vorgestern schwachen Fußspuren auf einem verschlossenen Friedhof folgt. Eine furchterregende, wechselhafte Welt voll Fremder und Verbündeter, Geister und Dämonen, voll sanfter Hügel umhüllt von Nebel, aus dem sich alles schälen kann.“ (S. 13 f)

Die siebzehnjährige Dia Gannon aka Omi aus Eminence Missouri rechnet sich für ihre Bewerbung um ein Sommerpraktikum der Louisiana Veda Stiftung in London mit ihrem Notendurchschnitt von 2,3 nur wenige Chancen aus. Benannt wurde die Stiftung nach der legendären Spieleentwicklerin Louisiana Veda, die vor knapp vierzig Jahren gestorben war. Für die ausgeschriebenen Aufgaben wie Bürotätigkeiten, Öffentlichkeitsarbeit und Datenerfassung winken ein stolzer Verdienst von 2000 Pfund in der Woche.

Maria-Sibylla Lotter, Opfer. Über Verwundbarkeit als Selbstbild

Andreas Markt-Huter - 10.07.2026

Maria-Sibylla Lotter, Opfer. Über Verwundbarkeit als Selbstbild„Es gab einmal Zeiten, manche erinnern sich noch, da wurden die Konflikte durch Erklärungen, Entschuldigungen oder klitzekleine Racheaktionen beigelegt – oder es wurde der Rechtsweg beschritten. In den vergangenen Jahrzehnten jedoch hat sich eine Konfliktkultur mit völlig neuen Strukturen und Dynamiken herausgebildet.“

Maria-Sibylla Lotter geht der Veränderung im gesellschaftlich-psychologischen Diskurs nach, die zunehmend von einem Antagonismus zwischen Gruppen, mit einem sensibilisierten Verständnis von Leid und Opfer, und einer Gegenbewegung aus, die sich gegen einen überhöhten moralischen Anspruch und eine Einengung der Rede- und Meinungsfreiheit ausspricht.

Russell Punter, Superhörnchen und der verrückte Regenmacher

Andreas Markt-Huter - 09.07.2026

Russell Punter, Superhörnchen und der verrückte Regenmacher„Das Tierkommando ist eine streng geheime Superheldenorganisation, die Verbrechen bekämpft. In dieser Geschichte hilfst due Superhörnchen, ein böses Genie zu besiegen. Unterstütze Superhörnchen, in dem du die Rätsel in diesem Buch löst! Schau dir die Bilder aufmerksam an und achte stets auf die Hinweise.“ (S. 10)

Superhörnchen, alias Nelly Nussknacker mit dem Tarnberuf „Taxifahrerin“, ist Mitglied der geheimen Superheldenorganisation „Tierkommando“. Sie verfügt über phänomenale Fähigkeiten wie Fliegen, Röntgenblick, Supergehör und vielem mehr. Diesmal kann sie bei einer Taxifahrt zufällig beobachten, wie ein älterer Kater von einem großen Hund recht grob in einem Auto entführt wird. Sofort nimmt Nelly die Verfolgung auf.

Christian Kössler, 50 - Zwischen Bällen und Bergen, Büchern und Bibliotheken

h.schoenauer - 08.07.2026

Christian Kössler, 50 - Zwischen Bällen und Bergen, Büchern und BibliothekenMit fünfzig hält ein sensibler Künstler meist öffentlich inne, um sein Werkeln zu reflektieren und seinem Publikum fallweise darzulegen, welche Entwicklungskurven seine Kunst genommen hat. Denn in der Kunst ist nichts geradlinig.

Christian Kössler führt in seinem „Essay über sich selbst“ seine drei Betätigungsfelder auf, in denen er seit Jahrzehnten künstlerisch und alltagstauglich zu Gange ist. Seit es Literatur gibt, wird versucht, ihre Schnittstellen mit der sogenannten prosaischen Welt ausfindig zu machen und innovativ zu nützen. Dabei entstehen nicht nur fließende Übergänge zwischen der alltäglichen und der künstlerischen Welt, sondern auch zwischen den Kunstwelten schlechthin, wenn sie als solche angesteuert sind.

Sarah Beth Durst, The Faraway Inn

Andreas Markt-Huter - 07.07.2026

Sarah Beth Durst, The Faraway Inn„Sie hatte sich keine richtige Vorstellung davon gemacht, wie es sich anfühlen würde, tatsächlich hier zu sein, ganz allein zwischen diesen unfassbar vielen Bäumen, weit weg von allen, die sie kannte, und allem, was vertraut war. Sie war zu sehr darauf konzentriert gewesen, nicht dort zu sein. Vor ein paar Wochen noch wäre sie nie auf den Gedanken gekommen, zwei ganze Monate nach Vermont zu fahren, aber nachdem ihre Welt zusammengebrochen war, hatte sie die Einladung mit Freuden angenommen.“ (S. 7)

Eigentlich hat Calisa geplant, in ihren Sommerferien am Nachmittag ein paar Stunden in einer Secondhand-Boutique in Brooklyn zu arbeiten und die meiste Zeit mit ihrem Freund Ethan zu verbringen. Als sie jedoch erfährt, dass er sie mit anderen Mädchen betrügt und sie belügt, versucht sie ihrem Liebeskummer aus dem Weg zu gehen, indem sie beschließt ihrer Großtante Zee in Vermont im etwas heruntergekommenen Hotel „Faraway Inn“ zu helfen. Sie ahnt nicht, dass diese Reise ihr Leben grundlegend verändern wird.